Fastenzeit mittendrin - Neubeginn
Die Fastenzeit läuft schon ein paar Tage und du kommst erst jetzt dazu, einen Vorsatz zu fassen? Deine Kinder wünschen sich plötzlich einen Fastenzeitkalender oder du möchtest mit deiner Familie die Fastenzeit auch „mittendrin“ besonders gestalten?
Ein Vorsatz für die Fastenzeit kann auch sein, dass die Fastenzeit nicht perfekt sein muss!
Nicht alles muss bereits am Aschermittwoch fix und fertig sein
Und nicht jede Aktivität in der Fastenzeit muss sich jeden Tag ausgehen.
Vielleicht kennst du die Idee der >>Fasten-Dornenkrone? Die muss nicht am Beginn der Fastenzeit fertig sein, man kann sie wirklich jederzeit mit den Kindern basteln. Es ist gleich eine gute Rechenübung, dann die richtige Anzahl der Dornen herauszuziehen – und ab diesem Tag gemeinsam zu warten.
Selbst bei einem Fastenkalender zum Anmalen ist es erlaubt, ein paar Felder auf einmal bunt zu bemalen 😉
Für Kinder zählt das Hier und Jetzt
Kaum ein Kind wird ein Problem damit haben, wenn erst in der Mitte der Fastenzeit das Warten auf Ostern, die Leidensgeschichte oder die Auferstehung Jesu zum Thema wird. Ganz im Gegenteil: Hauptsache, sie wird in der Familie zum Thema gemacht!
Je jünger die Kinder sind, desto unüberschaubarer ist eine Zeit von 40 Tagen (und sieben Sonntagen). Der Countdown darf auch noch mit dem Palmsonntag beginnen!
Eine Erinnerung für uns
Vielleicht darf die Fastenzeit uns daran erinnern, dass wir nicht perfekt sind.
Genau in unserer Unperfektheit möchte Jesus uns einladen, mit ihm Richtung Ostern zu gehen.
Wir kennen das: manchmal macht sich ein Gefühl der Enttäuschung breit.
Schon wieder – haben wir zu spät überlegt.
Schon wieder – ist sich nicht alles ausgegangen.
Schon wieder – finden wir eine gute Idee erst nach dem ersten Fastensonntag.
Wichtig ist, das „schon wieder“ umzukehren: Wieder und wieder dürfen wir als Eltern -genau so wie unsere Kinder - jederzeit neu starten.
Glaube in der Familie soll eines sein: echt
Nicht perfekt, nicht immer alles rechtzeitig hergerichtet, sondern ehrlich, bemüht und auf die Beziehung mit Jesus ausgerichtet.
Die verschiedenen Aktivitäten in der Fastenzeit – Fastenkalender, Passionskrippe, Osterbastelwerke, Dornenkronen – sollen eine Hilfe sein auf dem Weg zum Osterfest.
Sie sollen uns daran erinnern, worum es geht: wir feiern das Leben, das Jesus uns schenkt. Wir bemühen uns, inne zu halten und ja, auch umzukehren – dort, wo wir am falschen Weg zum echten Leben sind. Die Fastenzeit ist ein Geschenk, keine Checkliste zum Abarbeiten (und wehe, es ist nicht gut genug…).
Wenn es nur Stress erzeugt, ist es nicht hilfreich. Wir verhindern dadurch, dass unser Blick und unser Kopf frei wird für Ostern.
Neubeginn
Lasst euch einladen, neu zu überlegen:
- Was hilft meinen Kindern, sich gut auf Ostern vorzubereiten?
- Welche Hilfsmittel und Materialien möchten wir wirklich verwenden, weil wir sie gut finden?
- Was können wir auch weglassen, weil es Stress erzeugt und keinen Mehrwert hat?
Manches kann man wegräumen und für kommende Jahre aufheben (oder auch weggeben!), zum Beispiel einen Fastenkalender, der einfach noch zu schwierig ist.
- Manches kann man verändern, damit es zu uns passt.
Manches darf auch neu dazukommen, weil es uns eigentlich fehlt für die Vorbereitung auf Ostern.
Die Grundsätze der Fastenzeit: Beten – Fasten – Almosen geben.
Er heißt definitiv nicht: Stressen – Ärgern – Verzweifeln.
Wenn ihr einfache Ideen sucht, die auch mittendrin noch funktionieren:
- Für unsere älteren Kinder haben wir das Fastenjournal bestellt. Wenn sich ein Tag nicht ausgeht, klappt das auch am nächsten Tag. Beginnen kann man auch in der zweiten oder dritten Woche noch, finden wir.
Hier geht´s zum Download!
Weitere Ideen für die verbleibende Fastenzeit:
- Unsere Passionskrippe wird eher ein Wochenendprojekt statt einer täglichen Aufgabe, da ist einfach mehr Zeit und Ruhe. Selbst in der Karwoche lässt sich das machen.
- Die Fastenkrone haben wir dieses Jahr weggelassen. Vielleicht basteln wir sie in den nächsten Jahren wieder, wenn unsere jüngeren Kinder schon zählen können.
- Wir nehmen uns vor, beim Abendgebet immer wieder eine Station des Kreuzwegs zu beten – aber so, dass es für unsere jüngeren Kinder nicht zu lang wird.
- Die Fastenaktion in unserer Pfarre wird sich auf zwei Wochenenden beschränken statt wie bisher jede Woche. Oder vielleicht findet sich auch noch jemand, der sie statt uns organisiert?
- Sonst werden wir in den nächsten Wochen immer wieder eines unserer Oster-Bilderbücher mit den Kindern lesen, gemeinsam einen Termin für die Osterbeichte suchen und genug Zeit für die Vorbereitungen einplanen. Und dann – hoffentlich stressfrei und frohen Herzens Ostern feiern!
