Wenn Sorgen um Kinder uns niederdrücken

Und wie wir davon wieder frei werden können.

Ich kenne sie gut, den Kampf mit den Sorgen um die eigenen Kinder.

Ich kenne schlaflose Nächte und Tage voller Grübeln. Ich kenne stundenlanges Recherchieren im Netz, Telefonieren mit Freundinnen, Gespräche mit PädagogInnen und Ärzten. Ich kenne die sorgenvollen Gedanken, die viele Eltern beschäftigen und das Ausmaß, das diese Sorgen annehmen können. Ich will dir sagen: Du bist mit deinen Sorgen nicht alleine.

Und:

Es ist gut und richtig, dass wir uns als Eltern Gedanken um das Wohlergehen unserer Kinder machen.

Wir lieben unsere Kinder

Wie es unseren Kindern geht, ist uns wichtig. Daran ist nichts falsch! Aber was, wenn die Sorgen in uns so groß werden, dass wir nachts nicht mehr schlafen können? Was, wenn wir  auch tagsüber kaum noch an anderes denken können?

Manchmal kann es passieren, dass unsere Sorgen ungesunde Ausmaße annehmen.

Man nennt das im Englischen “Anxiety” - mittlerweile schon fast ein Modewort. Dabei werden die Sorgen zu einer mit der Sorgen-Ursache nicht mehr im Verhältnis stehenden Belastung. Sorgen dieser Art befähigen uns nicht zum Handeln, sondern lähmen uns und machen uns handlungs- und entscheidungsunfähig. Sorgen in diesem Ausmaß sind kontraproduktiv.

Lasten (mit-) tragen, ohne runtergezogen zu werden - wie kann das gelingen?

Ich gebe es ehrlich zu: Ich bin selbst noch kein Profi auf dem Gebiet. Ich bin Lernende. Doch
ich habe entdeckt, dass mir persönlich folgende Angewohnheiten helfen. Vielleicht helfen sie auch dir.

 

1. Meine Sorgen in Perspektive setzen

  • Je mehr wir über ein Problem nachdenken, desto größer erscheint es uns.
    Hier hilft ein Faktencheck: Wie gravierend ist mein Problem wirklich? Meine Sorgen in Perspektive zu setzen bedeutet, mir selbst klar zu machen: Ja, meine Sorgen sind echt und begründet. Aber…
  • Die Sorgen sind sehr wahrscheinlich kleiner, als sie mir im Moment erscheinen. Denn je näher man an einem Berg steht, desto größer scheint er zu sein! Aus der Perspektive des Weltalls betrachtet kommen mir meine Sorgen sofort viel kleiner vor.
  • Sehr wahrscheinlich ist der Grund meiner Sorgen auch zeitlich begrenzt. Spätestens in der Ewigkeit wird diese Sorge keine Macht mehr über mich haben! Aus der Perspektive der Ewigkeit betrachtet ist sie nur für kurze Dauer.
  • Sehr wahrscheinlich sind meine Sorgen auch lösbar, selbst wenn ich die Lösung noch nicht sehen kann. Denn aus der Perspektive des allmächtigen Gottes betrachtet gibt es kein Problem, das unlösbar wäre und er hilft mir gerne.


Übrigens: Leiden und Sorgen in die Perspektive der Ewigkeit zu setzen, ist eine biblische Strategie. Der berühmte Apostel Paulus beschreibt sie in seinem Brief an die Römer. Nachzulesen in Römer 8, Kapitel 18.

 

2. Lügen durch göttliche Wahrheit ersetzen


Identifiziere Lügen in deinen Gedanken, die dir jede Hoffnung rauben und ersetze sie mit den leben- und hoffnungspendenden Wahrheiten aus dem Wort Gottes. Wenn du das tust, gilt dieses Versprechen Jesu für dich:

 “Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.”

Ich wusste lange nicht, was für einen großen Unterschied es macht, das Wort Gottes nicht nur leise für mich selbst zu lesen, sondern auch laut zu proklamieren. Doch in den letzten Jahren durfte ich lernen und erleben: Wenn ich Wort Gottes laut ausspreche, verändert es etwas! Vor allem in mir: Es nährt und ermutigt meine Seele auf so faszinierend starke Art und Weise, dass ich es nur als übernatürlich bezeichnen kann.

Deshalb kann ich dir nur raten: Tu es! Proklamiere das Wort Gottes über eure Familiensituation. Sprich die Souveränität Gottes laut aus. Formuliere Affirmationen an dich selbst, die auf dem Wort Gottes beruhen. Ermutige deine eigene Seele, so wie es in den Psalmen steht:

“Warum bist du so bedrückt, meine Seele? Warum stöhnst du so verzweifelt? Warte nur zuversichtlich auf Gott! Denn ganz gewiss werde ich ihm noch dafür danken, dass er mir sein Angesicht wieder zuwendet und mir hilft. Ja, er ist mein Gott.”
Psalm 42,12 (NGÜ)

Für mich hilfreich dabei ist es, das Lied “Battle Belongs” von Phil Whickham (hier die deutsche Version “Der Sieg gehört dir allein”) singend zu beten. Ein Auszug aus dem Text (frei übersetzt):

“Wenn ich nur noch den Kampf sehe,
dann siehst du meinen Sieg.
Wenn ich nur noch Berge von Schwierigkeiten sehe,
dann siehst du den Berg schon versetzt.

Während ich durch dunkle Täler geh’,
umgibt mich deine Liebe.
Ich fürchte mich nicht,
denn ich bin sicher bei dir.

Und wenn ich kämpfe,
dann kämpf’ ich auf meinen Knien,
mit meinen Händen hoch zu dir erhoben,
oh Gott, der Kampf gehört dir allein.”


3. Meine Kinder täglich im Gebet zu Jesus bringen


Manchmal fällt es mir trotz aller positiver Gedanken und Bemühungen schwer, meine Sorgen um meine Kinder bei Gott abzulegen und dann auch dort zu lassen.  Deshalb muss ich meine Sorgen um meine Kinder immer wieder ganz bewusst ans Kreuz Jesu bringen und ihm meine Kinder anbefehlen. Vor SEINEM Kreuz kann ich meine Sorgen niederlegen, denn ich weiß: ER hat es schon vollbracht. ER hat gesiegt.

Dabei hilft mir dieses Lied von Sefora Nelson: “Lege deinen Sorgen nieder”. Ein Auszug aus dem Liedtext:

“Lege deine Sorgen nieder
Leg sie ab in meiner Hand
Du brauchst mir nichts zu erklären
Denn ich hab dich längst erkannt
Lege sie nieder in meine Hand
Komm, leg sie nieder, lass sie los in meine Hand
Lege sie nieder, lass einfach los
Lass alles fall'n, nichts ist für deinen Gott zu groß”

 

4. Darüber reden

Ob mit ausgewählten, guten Freunden, einem Seelsorger oder Therapeuten:

Es ist wichtig, dass wir über unsere Sorgen reden.

Natürlich ist das keine Aufforderung, anderen ununterbrochen die Ohren vollzujammern. Ausmaß, Situation (z.B. nicht in Anwesenheit der Kinder) und Person sollten weise gewählt werden. Doch in einem gesunden Ausmaß und in respektvollen Worten über das zu reden, was uns beschäftigt, ist gut. Denn es hilft uns, unsere Gedanken zu sortieren, Gefühle zu verarbeiten und neue Lösungen zu finden.

 

5. Die Basics: Schlaf, Bewegung, Essen, Atmen

Last but not least möchte ich darauf hinweisen, dass auch die Basics wichtig sind:

Ausreichend Schlaf und Bewegung, gesundes Essen und bewusstes Atmen. 

Denn Körper, Seele und Geist sind untrennbar miteinander verbunden.

Das Positive daran: Wenn wir uns gut um unseren Körper kümmern, können wir damit auch Seele und Geist helfen! Gerade wenn Sorgen uns niederdrücken, ist es wichtig, sich verantwortungsbewusst um den Körper zu kümmern, den Gott uns geschenkt hat.

Bei Anzeichen von starkem Stress wie Kopfschmerzen, Ohrendruck oder - Pfeifen, Herzrasen usw. habe ich gelernt, gezielt mit Atemübungen zu reagieren. Ja, ich gebe es zu: Sie sind todlangweilig. Aber sie helfen, das ist wissenschaftlich erwiesen. Warum? Weil kontrolliertes Atmen der einzige Weg ist, unser vegetatives Nervensystem zu beeinflussen. Also: Machen! Wer will, kann das mit einem Gebet verbinden, zum Beispiel mit dem Körpergebet. Eine Anleitung findest du hier auf friedensort2go.de.

Diese 5 Angewohnheiten helfen mir sehr, wenn Sorgen mich niederdrücken und mir alle Kraft rauben wollen. Bei meinem mächtigen Gott finde ich täglich neue Stärke und Zuversicht.

Was hilft euch? Habt ihr auch Lobpreislieder, die ihr ganz besonders gerne hört?

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