Geschenke für Lehrer - was ist erlaubt und was kommt gut an?
Welche Geschenke dürfen Lehrer wirklich annehmen – und welche kommen am besten an? Ein Überblick über Regeln, sinnvolle Ideen und praktische Tipps für Eltern.
Zu Weihnachten, nach den erfolgreichen Schullandtagen oder am Ende des Schuljahres – es gibt einige Gelegenheiten, sich der Lehrerin oder dem Lehrer gegenüber dankbar zu zeigen. Meiner Beobachtung nach erhalten vor allem Volksschullehrer (und Kindergartenpädagogen) Geschenke, in weiterführenden Schulen oft nur der Klassenvorstand.
Dürfen Lehrer überhaupt Geschenke annehmen?
Grundsätzlich ist die Annahme von Geschenken untersagt, um Korruption und Einflussnahme zu verhindern.
Durch das Geschenk darf es „keinen Vorteil für Dritte“ geben und es darf keinesfalls der Eindruck entstehen, dass die Lehrkraft durch das Geschenk in ihrer dienstlichen Tätigkeit (z.B. Notengebung) beeinflussbar ist. Bargeld, Wertkarten oder Gutscheine (z.B. für Urlaube oder Thermenaufenthalte) sind unzulässig – soweit die >>gesetzlichen Vorgaben.
„Landes- und ortsübliche Aufmerksamkeiten“ von geringem Wert werden geduldet, wobei die Obergrenze zwischen 30 und 80 Euro liegt. Den genauen Wert kann man immer in der Direktion der Schule erfragen.
Kleine Geschenke
Kleine Zuwendungen und Geschenke von symbolischem Wert sind zumindest gestattet. Sammelgeschenke die von der ganzen Klasse bzw. von vielen Eltern gemeinsam finanziert werden, sind natürlich unproblematischer als Geschenke von einzelnen Familien.
Was den Zeitpunkt angeht, sind Geschenke zum Schulschluss oder bei Beendigung des Lehrer-Schüler-Verhältnisses am unverfänglichsten („Abschiedsgeschenk“ oder „Erinnerungsgeschenk“), ein Geschenk vor der Notenvergabe hingegen wirkt wohl „verdächtig“.
Im Zweifelsfall dürfen die Lehrerin bzw. der Lehrer das Geschenk ablehnen.
Je weniger, desto besser
Ich persönlich bin der Meinung, dass ein Geschenk im Schuljahr z.B. zum Schulschluss ausreichend ist.
Einerseits ist es für Eltern, vor allem wenn sie mehrere Kinder haben, ein zusätzlicher finanzieller Aufwand. Dass dann Klassenelternvertreter oder übereifrige Eltern eine Summe festlegen und mit Nachdruck darauf bestehen, sich am Geschenk zu beteiligen, ist für mich unverständlich.
Da bin ich eher für eine freiwillige Gabe, vielleicht sogar anonym und für eine möglichst moderate Summen. Aber das ist wohl ein anderes Thema.
Andererseits sehe ich es auch aus Sicht der Lehrkraft schwierig – was macht man mit den vielen persönlichen Geschenken, noch dazu, wenn sie recht groß sind?
Nichtsdestotrotz habe ich hier einige Ideen für Geschenke an Lehrerinnen und Lehrer gesammelt.
Persönliche Geschenke
Jeder freut sich über persönliche Aufmerksamkeiten, besonders wenn das Geschenk von den Kindern selbst kommt.
- Ein Glas voller Komplimente oder Erinnerungen: An die Kinder werden kleine Zettel verteilt und jedes Kind soll ein Kompliment oder eine Erinnerung für das vergangene Schuljahr aufschreiben, die Zettel kommen zusammen in ein schönes Glas oder eine Vase.
- Ein Pullover, T-Shirt, Kochschürze, Einkaufsbeutel oder Polsterbezug mit den Unterschriften der Kinder, mit ihren Handabdrücken oder und einem Klassenfoto oder ein Schirm, auf dem sich die Kinder verewigen.
- Für Lehrer mit Garten oder Balkon: Einen Apfelbaum als Abschlussgeschenk. Dieser wird ja selten mit echten Äpfeln verschenkt, daher bekommt jedes Kind einen Apfel aus Karton auf den es ein Bild klebt und einen persönlichen Satz schreibt. Oder ein kleiner Zierstrauch für den Balkon, wieder bekommt jedes Kind eine Blume aus Karton, die schön gestaltet werden kann.
- Ein Poesiealbum als Abschiedsgeschenk, in das jedes Kind nach vier Jahren Volksschule hineinschreibt.
"Vergängliche" Geschenke
Ich finde es eine Zumutung, wenn die Geschenke groß und sperrig sind – 24 Kaffeetassen, von jedem Schüler eine gestaltet, finde ich zu viel. Wo bitte soll die Lehrerin das lagern?
Daher gebe ich gerne „Vergänglichem“ den Vorzug – ein Korb voller italienischer Lebensmittel, ein sehr gutes Olivenöl und eine teure Flasche Wein, eine Dose erlesenen Kaffee oder Kaffee-Kapseln für die Kaffeemaschine im Konferenzzimmer, eine schöne Holzkiste mit einer Auswahl an Tees. Als Weihnachtsgeschenk bietet sich eine schlichte Kerze an.
Was ich auch immer sehr nett finde, ist ein Korb, in dem man drei verschiedene Küchenkräuter pflanzt. Ich stelle mir vor, dass der Lehrer/die Lehrerin dann jedes Mal, wenn sie die Kräuter verwendet, an ihre Klasse denkt. Außerdem natürlich gute Schokolade, Pralinen, erlesene Marmeladen, Chutneys oder Pestos.
Geschenke, die mit der Schule assoziiert werden
Stifte mit dem Namen der Lehrerin darauf, eine Brotdose oder Trinkflasche mit dem Namen der Lehrerin/des Lehrers, ein Notizbuch oder Federpennal, auf das der Name der Lehrerin gedruckt wird. Eine Teetasse oder ein Utensilien Halter für den Unterricht.
Oft freuen sich Lehrer auch über Aufmerksamkeiten für ihren Klassenraum, also weniger ein persönliches Geschenk, als eine Anschaffung, die den Schülern und zukünftigen Schülern zugutekommt – Polster und Decken für die Leseecke, einen CD-Player, Bücher, etc.
Gutscheine
Geld, Gutscheine oder Prepaidkarten sind eine heikle Sache, weil sie als direkte Bereicherung gelten und eigentlich tabu sind.
Ich denke aber – und das habe ich auch auf vielen Ratgeberseiten im Internet gefunden – dass Sammelgeschenke, die einen bestimmten Wert nicht übersteigen durchaus geduldet werden. Überdies zählen Geschenkgutscheine zu den beliebtesten Geschenken bei den Lehrkräften.
Ich plädiere dafür, dass pro Kind „nur“ ein oder zwei Euro (pro Jahr) abgesammelt werden, das ergibt bei einer Schulklasse immerhin 25,- bis 50,-Euro, die in einen Gutschein für Bücher, eine Drogeriekette oder einen Bastelladen gut investiert werden können oder wenn es persönlicher sein darf, in einen Gutschein für eine Fußmassage.
Fazit
Geschenke für Lehrer werden geduldet, sofern sie als Sammelgeschenk von der ganzen Klasse kommen und einen bestimmten Wert nicht übersteigen.
„Je weniger, desto besser“
– Sowohl was die Anzahl der Geschenke als auch den Wert angeht. Im Zweifel in der Schuldirektion nachfragen. Oft wird auch schon beim ersten Elternabend über die Modalitäten geredet.
Wer sich mit der Lehrerin unterhält oder den Kindern zuhört, was sie über die Lehrkraft erzählen, wird schnell merken, welche Hobbies sie hat und was ihr Freude machen würde. Sonst bleibt immer noch ein Korb voller guter Lebensmittel, essen und genießen muss schließlich jeder 😊
