Es ist 23:35 Uhr. Ich bin geduscht und endlich in meinem Pyjama gelandet. Es war ein Tag voller Trubel. Meine Tochter hatte Geburtstag und die Schwiegereltern waren zu Besuch. Wie zu erwarten bin ich bereits am späten Vormittag in den „Schwiegermutter-Stress-Modus“ verfallen und musste vor dem Besuch noch alles blitzeblank sauber machen. Warum ich nach 15 Jahren Ehe immer noch regelmäßig in diesen Modus versinke? Vermutlich aus mehreren Gründen. Ich sollte wohl noch gründlicher darüber nachdenken, aber nicht jetzt. Später. Vielleicht. Mein Kopf braucht auf alle Fälle im Moment Ruhe und Schlaf. Draußen hat es mehrere Minusgrade, aber mein Mann drängt mich auf den Balkon zu kommen. Er will mir etwas zeigen! Tatsächlich könnte um diese Uhrzeit nichts spannender sein für mich als der direkte Fall ins kuschelig vorgewärmte Bett! Trotzdem finde ich mich sogleich am Balkon wieder und schaue vom dritten Stock in unsere große (Beton)Siedlung, die für gewöhnlich nur grau in grau erscheint. Aber jetzt ist alles weiß. Es hat frisch geschneit. Alles sieht so rein aus und irgendwie neu. Neuschnee eben. Der Anblick tut gut. Alles da unten strahlt Ruhe und Frieden aus...

Der Zauber des Neuen

Sicher kennst du auch den Anblick von frischem Neuschnee. Oder das Gefühl in eine neu gekaufte Kleidung zu schlüpfen. Vielleicht bist du schon einmal in eine neu gebaute Wohnung oder in ein komplett neues Haus gezogen oder hast die erste Fahrt mit deinem neuen Auto genossen?

Am Tag meiner Hochzeit begann in meinem Leben etwas ganz Neues. Als frisch vermähltes Ehepaar bezogen wir unsere erste gemeinsame Wohnung und begannen unser Leben gemeinsam zu gestalten. Wir wählten als Lesung bei unserer Trauung den Abschnitt aus dem Buch der Offenbarung 21,1-6 aus.

Das Buch der Offenbarung wurde vom Apostel Johannes, ca. 94-96 n.Chr., auf Patmos geschrieben. Der Apostel wurde aufgrund seines Zeugnisses für Jesus Christus auf diese Insel verbannt. Er weigerte sich, so wie viele andere Christen zu der damaligen Zeit, den Kaiser als Gottheit anzubeten.

Die Verse aus Offenbarung 21,1-6 begleiten mich schon lange und haben mich immer tief bewegt! Es sind unendlich tröstliche Verse, denn sie handeln von einem neuen Himmel und einer neuen Erde und davon, dass Gott allen Schmerz und jede Träne wegnehmen wird.

Es steht geschrieben, dass Er, der auf dem Thron sitzt, alles neu machen wird!

Jahreslosung

Ein Vers aus diesem Bibelabschnitt wurde als Jahreslosung 2026 ausgewählt.

Die sogenannte Jahreslosung ist ein zentraler Bibelvers, der als Motto oder Leitgedanke über einem Kalenderjahr steht. Sie dient Christen verschiedener Konfessionen im deutschsprachigen Raum als Impuls und wird häufig in Predigten und Andachten aufgegriffen. Festgelegt wird die Losung von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen (ÖAB), wobei die Tradition bis ins Jahr 1930 zurückreicht. Die Verse werden meist drei bis vier Jahre im Voraus ausgesucht.

Die heurige Jahreslosung lautet: Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Im Kontext des Verses kannst du lesen, dass der Apostel in einer spektakulären Vision Gott auf seinem Thron sitzend sieht. Und dieser Gott spricht unfassbar verheißungsvolle Worte!

Und bei dir?

Darf ich dich fragen: Wer oder was sitzt auf deinem Herzensthron? Ist es auch der Gott, von dem hier die Rede ist? Hast du Ihm dein Leben gewidmet und darf Er dein Denken, Reden und Handeln liebevoll leiten wie ein guter Vater? Oder sprechen andere Stimmen lauter zu deinem Herzen als die Seine?

Im Kontext gelesen ist Offenbarung 21,5 ein Vers, der auf die Zukunft und die himmlische Ewigkeit hinweist und der enorm viel Hoffnung und Trost gibt!

Alles wird neu. Himmel und Erde. Und alles wird gut sein!

Dieses „alles neu“ erleben wir hier auf Erden aber nur bruchstückhaft. Ab einem bestimmten Lebensalter wissen wir aus Erfahrung: Der Neueffekt ist leider nicht dauerhaft. Dinge nutzen sich ab. Irgendwann wird alles einmal alt, kaputt oder zerschlissen. Sogar frische, rosige Haut, welche sich unter einer Kruste bildet, wird eines Tages wieder alt und faltig. Unser Leben ist endlich und sterblich. Wir leben in einer Welt, die vergeht.

 

Gott schenkt Erneuerung

Aber Gott schenkt immer wieder Erneuerung in bestimmten Bereichen unseres Lebens, wenn wir mit ihm in Verbindung bleiben. Das ist auch meine persönliche Erfahrung. Vor allem durch Vergebung und Versöhnung können Beziehungen eine tiefe Heilung erfahren. Da Gott grenzenlos und für ihn nichts unmöglich ist (Lukasevangelium 1,37) kann er freilich auch Körperteile neu und gesund machen oder psychische Krankheiten heilen. Immer wieder höre und lese ich solche Erfahrungsberichte.

Der Physiker Albert Einstein (1879-1955) sagte einst: „Im unbegreiflichen Weltall offenbart sich eine grenzenlos überlegene Vernunft.“

Ein Gott, der unsere Erde, das Universum und alle Galaxien erschaffen hat, besitzt definitiv eine grenzenlos überlegene Vernunft.

Er kann jederzeit etwas Neues schaffen, wenn er es als gut erachtet.

Gott hört dich!

Gibt es etwas in deinem Leben, dass dringend der Erneuerung bedarf? Braucht deine Ehe Erneuerung? Oder brauchst du einen neuen Job? Willst du dich mit jemanden versöhnen? Oder hast du eine Krankheit, die dich quält? Dann bitte Gott noch heute, dass er eingreift und hilft! Er ist grenzenlos und unendlich liebevoll. Das, was dir zutiefst wichtig ist in deinem Herzen ist auch Ihm wichtig. Denn: Er ist ein guter Vater!

 

Weitere Informationen zur Autorin auf www.irmgard-tuder.at

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