Wie finde ich den richtigen Sport für mein Kind/meine Kinder?

Dieser Blogbeitrag ist ganz klar Werbung für Bewegung und Sport! Wie kann ich herausfinden, was die Interessen meines Kindes sind, wo seine Talente liegen und wie kann ich es dazu bringen, sich zu bewegen?

Manche Mama und mancher Papa mögen antworten: Die Kinder machen, was ich gemacht habe. Ja, warum auch nicht? Aber nicht jedes Kind stammt aus einem sportlichen Haushalt wo der Vater der Fußballtrainer des örtlichen Vereines ist oder die Mama Yogastunden gibt.

Aber man kann sich als Familie Gedanken machen, was passend wäre

Bewegung und Sport im Alltag

Es geht darum, ein gutes Vorbild zu sein und natürlich um die Gewohnheiten, die in der Familie vorherrschen und von den Kindern übernommen werden.  Also:  Gehen wir zu Fuß zum Kindergarten und zur Schule, fahren wir mit dem Fahrrad zum Einkaufen. Zeigen wir unseren Kindern, dass Bewegung Spaß macht, ohne verpflichtende Regelmäßigkeit oder einem Wettbewerbsgedanken dahinter.

Gehen wir auf den Spielplatz, ins Schwimmbad, auf die Eislaufbahn oder Ski fahren, ermutigen wir sie, mit dem Roller zu fahren, spielen wir Federball im Garten oder Tischtennis im Park. 

Am Wochenende geht sich ein Familienspaziergang oder eine kleine Wanderung aus, bevor der Filmnachmittag beginnt. Und die Fahrt zur Eisdiele kann mit dem Fahrrad erfolgen.

Bei all der selbstverständlichen Bewegung im Alltag zeichnet sich eventuell schon eine Tendenz ab, welche Sportart dem Kind liegen würde.

Jede Form der Bewegung und jede Sportart ist gut

Tägliche Bewegung stärkt das Immunsystem und sorgt für geistigen Ausgleich. Noch besser fühlt sich das durchgeschwitzte Trikot an oder der Augenblick, in dem man eine Abfolge begreift und den Überschlag endlich schafft. Ganz wichtig ist auch das gemeinsame Erlebnis mit Freunden.  Auch wenn es ein „Einzelsport“ ist, schafft Sport und das Reden darüber ein Gefühl von Zugehörigkeit.

  • Ballsportarten bzw. Mannschaftssportarten fördern die Sozialkompetenz. Das Training im Team macht außerdem mehr Spaß als alleine. Freunde sind der Motivator, dass kein Training ausgelassen wird,  in der Gemeinschaft lässt sich auch eine Niederlage leichter verkraften und ein Sieg besser feiern.  Was nicht heißen soll, dass das Kind jenen Sport ausüben muss, den der beste Freund macht, aber die Motivation ist sicher höher, wenn das Umfeld denselben Sport macht (oder zumindest gut findet).
  • Turnen fördert Koordination und Kraft.  
  • Ballett, rhythmische Gymnastik und Showdance sind gut für die Beweglichkeit.
  • Kampfsport unterstützt das Selbstbewusstsein und Selbstbeherrschung.

 

Welcher Typ ist mein Kind?

Um einen geeigneten Sport zu finden, der langfristig Spaß macht, sollte man ein paar Überlegungen anstellen:
Ist mein Kind ein Einzelgänger (Tennis) oder ein Teamplayer (Fußball), mag es Action (Kampfsport, Trampolinspringe) oder ruhigere Bewegungen (Tanzen), kann es Choreografien erlernen (Showdance, Jazz-Dance) oder mag es monotone Bewegungen (Laufen), ist das Kind eher in der Natur zu Hause oder bevorzugt es Sport in der Halle?

Neben dem Charakter spielen auch körperliche Voraussetzungen eine Rolle: Ringen braucht Kraft, während Ballett Beweglichkeit erfordert.  

Altersgerechte Angebote nutzen

 Abhängig von der körperlichen Konstitution, Konzentrationsfähigkeit und Frustrationstoleranz, die die Kleinen mitbringen, können Kinder unterschiedliche Sportarten ausprobieren.

Je jünger die Kinder sind, desto mehr Abwechslung brauchen sie.

  • Für die ganz Kleinen (2-3 Jahre) eignen sich Eltern-Kind-Turnen, Rhythmus und Tanz, etc.
  • Ab ca. 4-5 Jahren sind die körperlichen Voraussetzungen gegeben für Fußball, Leichtathletik, schwimmen, Turnen.
  • Ab ca. 5-6 Jahren finden sich Kinder gut zurecht mit Judo, Eislaufen oder Hockey.
  • Spätestens mit der Schulreife sind die geistigen Voraussetzungen gegeben, um Sportarten mit komplexen Bewegungsabläufen und komplizierten Regeln auszuüben.
  • Ab 10 Jahren können Kinder Sportarten machen wie American Football, Mountainbiken und Klettern.

 

Mein Tipp: Ausprobieren und viele Sportarten Kennen lernen.

Sportarten kennenlernen

Fast alle Vereine bieten kostenlose Schnupperstunden, meist zu Beginn des Semesters, an.

In Salzburg gibt es auch einige Angebote, bei denen man verschiedene Sportarten kennenlernen kann z.B. „Jugend zum Sport“. Das ist eine vom Land Salzburg geförderte Initiative, bei der 2 Wochen lang, jeweils an einem Vormittag Sportarten ausprobiert werden können. Die Kinder wählen aus 30 verschiedenen Sportarten und werden von aktiven Sportlerinnen und Trainern „unterrichtet“.

Sport4fun – eine von der Sportunion Salzburg initiierte Aktion an sieben Standorten im Bundesland Salzburg. Auch hier wird Einblick in verschiedene Sportarten geboten.  

Ich bin ein großer Fan von solch unkomplizierten Angeboten. Die Kinder lernen Sportarten kennen, die vielleicht in der breiten Masse wenig bekannt oder gerade nicht im Trend sind.

 

Was ist für die Auswahl der geeigneten Sportart noch wichtig?

Wenn sich das Kind für eine Sportart entschieden und ein Schnuppertraining absolviert hat, sollte man Folgendes nochmal überlegen:

  • Wie ist die Chemie zwischen Kind und der Trainerin/dem Trainer?
  • Wie wohl fühlt es sich im Team?
  • Wie groß ist der finanzielle Aufwand? Mitgliedsbeitrag, Sportausrüstung, Anmeldegebühren für Wettkämpfe und Turniere.
  • Wie oft wird trainiert? Wie hoch ist der zeitliche Aufwand fürs Training, für die An- und Abreise.
  • Kann mit einem Freund/Freundin eine Fahrgemeinschaft gebildet werden?
  • Passt der Vereinssport in unser Familienleben? Jeden Samstag ein Fußballspiel/Volleyballmatch lässt sich vielleicht nicht mit dem Familienleben vereinbaren.
  • Das wichtigste aber ist: Macht es dem Kind Spaß?
     

 

Schlussüberlegung

Vereinssport mag nicht jedermanns Sache sein. Für manche ist das regelmäßige Training zu stressig, andere scheuen den Wettkampfdruck oder übereifrige Teamkameraden.

Wenn dem so ist, dann konzentrieren wir uns auf regelmäßige, selbstverständliche Bewegung im Alltag und auf ein möglichst umfangreiches Angebot an Sportarten, die wir den Kindern nahebringen. Vielleicht ist ja etwas dabei, das mein Kind interessiert. Und wenn nicht, dann haben der Sohn oder die Tochter vielleicht eine musikalische Neigung oder eine kreative Ader.

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