Wenn die Panik kommt: Strategien für einen leichteren Umgang mit Tests
Sie kommen wieder. Jahr für Jahr. So viel ist sicher. Und doch treffen sie einen immer wieder ein wenig unvorbereitet. Wie lässt sich das ändern?
Jetzt ist es schon wieder passiert. Unsere Große hat Italienisch-Schularbeit und die Kleine stuckt gerade eifrig Geschichte und Deutsch, weil große Tests anstehen. Mit diesen „Brocken“ kommt auch auf verlässliche Weise die „Panik“ wieder, das alles nicht bewältigen zu können. Und abermals bleibt uns nur – wie in jedem Schuljahr – vorerst nur die Option gut zuzureden, zu beschwichtigen, sanftmütig auf unsere Mädels einzureden, dass sie das schon alles gut über die Bühne bringen werden.
Gemeinsam lernen als Lösung?
Wahlweise haben wir natürlich die Option gehabt und haben diese immer noch, ausgiebig mit ihnen zu lernen. Also ihnen das Handwerk beizubringen, gemeinsam Wissen anzueignen. All das mit der Hoffnung, dass die „Panik“ kurz vor den Tests und/oder Schularbeiten möglichst versiegen möge. Nur: Das sind alles nur Linderungen der Symptome, nicht die Bekämpfung des selbigen.
Nur weil mehr gelernt ist, wird die „Panik“ nicht ungleich weniger.
Wir können nur abermals wieder beschwichtigen und den Hinweis hinzufügen, dass man ja ausgiebig gelernt habe und es jetzt nunmehr nur noch darum ginge, ebenjenes erworbene Wissen im richtigen Zeitpunkt umzusetzen.
Das Schulsystem
Gut möglich, dass hier auch schon der Punkt liegt, der Punkt an dem sich ansetzen ließe. Denn genau das ist es, was unsere Mädels – durchaus verständlicherweise – stresst. Es geht ja in diesem Schulsystem stark darum, das richtige Wissen im richtigen Zeitpunkt „abzuliefern“. Gelingt das nicht – Stichwort Prüfungsangst oder temporäres Blackout – dann hat man laut dieses Systems auch nichts oder zumindest zu wenig verstanden. Auch wenn obige Eventualitäten mitgedacht werden, gibt es kein Zurück und keine Ausrede. Weder vor Lehrer noch vor System ließe sich gut damit argumentieren, dass man es „eigentlich kann“, aber nur in diesem Moment nicht auf dieses Wissen und Können zurückgreifen konnte.
Nur eine Momentaufnahme
Das ist es auch, was wir unseren Mädchen einbläuen: Es ist nur „ein System“, ist es lediglich eine „Momentaufnahme“, die nichts über das tatsächliche Wissen aussagt. Dass diese Tests in anderen Kontexten und anderen Settings auch anders ausgefallen sein könnten, liegt dabei auf der Hand. Letztlich ist es ein System, ein Spiel, ein Bildungsspiel, das man einigermaßen mitspielen muss. Sprich: Man muss sich als Schülerin damit arrangieren.
Und darüber hinaus: Schule ist ja nicht alles.
Es gibt eine Vielzahl an Geschichten, dass schlechte Schüler „geniale“ Erwachsene und Unternehmen wurden! Dass es Matura und Schulbildung natürlich anfangs erleichtern kann, einen ganz „normalen“ Einstieg in das Arbeitsleben zu finden, liegt dabei auf der Hand. Aber: Es gibt Umwege und es gibt andere Wege! Man kann auch kreative damit umgehen und aus den Umwegen den eigentlichen Weg für sich selbst etablieren.
Viele Wege führen zum Ziel
Unter Umständen hilft es den Kindern auch, solche ungewöhnliche Wege zu kennen und zu wissen: Es muss nicht geradlinig sein! Es kann auch ganz anders funktionieren! Wenn es mal „nicht klappt“, dann tut es gut, sich das vor Augen zu halten. Womöglich nimmt es den Druck, unbedingt und um jeden Preis bei jedem Test und bei jeder Schularbeiten perfekt reüssieren zu müssen. Es macht die Sache etwas lockerer, etwas unbeschwerter. Auch wir selbst können den Druck von unseren Mädels nehmen, beispielsweise indem wir ihnen sagen, dass es auch Alternative zu der „klassischen“ gymnasialen Bildung gibt. Es gibt Lehre mit Matura, es gibt gänzlich andere Schultypen mit anderen Schwerpunkten und auch das Handwerk ganz ohne Matura hat bekanntlich in den aktuellen Zeiten nicht nur sprichwörtlich Gold im Mund.
Die beiden sollen ihren Weg finden. Er kann so oder so verlaufen.
Es gibt keine vorgefertigten Wahrheiten. Viele Wege können zum Ziel führen. Das ist es, was wir unseren „Kindern“ immer wieder mit auf den Weg geben möchten.
