Reparieren statt wegwerfen: Nachhaltigkeit im Familienalltag
Zwischen Konsumdruck und Wegwerfmentalität wächst der Wunsch vieler Familien nach einem bewussteren Lebensstil.
In diesem Beitrag zeig ich dir, wie Reparieren, Wiederverwenden und kreatives Upcycling nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Selbstvertrauen und Werte bei Kindern stärken – mit einfachen Ideen für den Familienalltag.
Konsumzwang im Familienalltag - eine echte Herausforderung
Es ist gerade in der heutigen Zeit, in der unsere Kinder aufwachsen, oft nicht leicht sich als Familie dem immer wieder vorherrschenden Konsumzwang zu widersetzen.
Besonders unsere Kinder sind in den Schulen häufig mit dem Druck, das Neueste und Beste haben zu „müssen“ konfrontiert. Diese Situation ist für die heranwachsende Generation nicht einfach und es bedarf oft vieler Gespräche und einer großen Vorbildfunktion von Seiten der Eltern, um damit umzugehen zu lernen.
Ein alternativer Lebensstil, der sich der Konsumdiktatur nicht beugt, bedeutet auch, nicht alles was defekt ist, gleich wegzuwerfen.
Vieles kann mit ein bisschen Geschick wieder repariert werden.
Warum sich reparieren trotzdem lohnt
Natürlich kann nun mit Recht die Frage gestellt werden, ob es sich denn überhaupt noch lohnt, eine löchrige Hose zu flicken, wenn es im Billigmarkt um die Ecke oder online eine neue um nur ganz wenig Geld zu kaufen gibt.
Und trotzdem bin ich der Meinung, dass es wertvoll ist, wenigstens einige kaputte Dinge zu reparieren und sie nicht gleich in den Abfall zu werfen. Das möchte ich Kindern ans Herz legen!
Zudem macht es durchaus Sinn, bereits den kleineren Kindern zu erklären, dass gerade Billigstprodukte oft von Kindern in bestimmten Ländern unter widrigsten Arbeitsbedingungen hergestellt werden müssen, um den Preis gering zu halten.
Das Gefühl, etwas mit den eigenen Händen wieder funktionstüchtig gemacht zu haben, etwas, das vielleicht jemand anderer, da es defekt ist, abgegeben hat, so zu verbessern, dass es wieder verwendbar ist, lässt ein Empfinden, das Psychologen „das Konzept der Selbstwirksamkeit“ nennen, entstehen. Hierbei geht es darum, dass Kinder bereits von Klein an erfahren, dass sie dazu in der Lage sind, gewisse herausfordernde Situationen und Schwierigkeiten aus eigener Kraft heraus zu meistern. Dadurch entsteht im Kinde die Überzeugung, etwas verändern und bewirken zu können. Das Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit trägt wiederum wesentlich zur Stärkung des Selbstwertes bei.
Zudem leisten wir, indem wir Altes oder Defektes wiederverwenden oder reparieren, einen maßgeblichen Beitrag zum Umweltschutz, der gerade in der heutigen Zeit immer mehr ins Zentrum der Aufmerksamkeit rückt.
Einiges, was in einem Haushalt als Müll anfällt, kann leicht wiederverwendet und erneut mit etwas Kreativität zum Einsatz kommen. Aus Schachteln oder leeren Papierrollen können schöne Autos, Ritterburgen, Kaufläden oder Zoos für die Kuscheltiere gebastelt werden. Mit etwas Acrylfarbe, Klebstoff oder buntem Geschenkpapier können ganze Kunstwerke entstehen, die in der Herstellung nachhaltig und äußerst preiswert sind. Das Ganze kann dann noch eine gewisse Zeit, bevor es endgültig kaputt ist und den Weg ins Altpapier findet, bespielt und verwendet werden.
Wer also etwas Platz übrig hat tut gut daran, immer ein paar Kartons vorrätig zu haben.
Leere Bananenkisten eigenen sich als preiswerte Aufbewahrungsboxen für Dachboden und Keller. Spielzeug, kleinere Sportgeräte oder so manch anderes kann hier gut aufbewahrt werden.
Kaffeedosen eigenen sich prima um schöne Türme für Ritterburgen, Tunnels für Züge und Ministelzen zu basteln. Für letztere bohrt man in die Dose auf der Bodenseite zwei Löcher und zieht eine stabile Schnur durch. Schon kann man auf diesen „Hochschuhen“ spazieren gehen, indem man die Schur mit den beiden Händen hält und die Füße auf die Dosen stellt.
Alte, aber noch gute Leinentücher können zum Stoffmalen verwendet werden. Gerade bei Kindergeburtstagen, oder beim Spielen mit befreundeten Kindern macht es Spaß, kreative Kunstwerke, die anschließend mit nach Hause genommen werden können, zu kreieren.
Selbst Geschenke für liebe Freunde und Verwandte lassen sich aus Materialien basteln, die bereits einmal verwendet wurden.
So gestalten wir sehr gerne Windlichter aus gebrauchten Marmeladegläsern. Davor sammeln wir den Sommer über schöne Wildblumen, die wir pressen und dadurch haltbar machen. Mit einer schönen Spitzenzierborte decken wir den Rand des Glases ab. Die Blumen werden schön verteilt, rundum auf das Glas geklebt. Wer statt der Blumen lieber buntes, transparentes Seidenpapier zum Verzieren des Glases verwenden möchte, kann auch das machen. Ins Innere kommt entweder ein Teelicht, oder eine andere kleine Kerze und fertig ist das kleine Geschenk.
Viel Freude beim Ausprobieren!
