Afformationen – Heilsame Fragen auf dem Weg durch die Trauer

„Warum habe ich nicht …?“. „Warum passiert das immer mir …?“.

Befinden wir uns in einer Krisen- oder Trauersituation, sind unsere inneren Dialoge oft von Selbstvorwürfen geprägt. Unser ganzes Denken kreist um unseren Verlust. Doch meist nicht in heilsamer Weise. Trauerbegleiterin Babara Nepp bietet mit ihrem Kartenset „60 heilsame Fragen auf dem Weg durch die Trauer und zu mir selbst“ Impulse für einen sanfteren und liebevolleren Umgang mit sich selbst in Zeiten der Trauer an.

Unser Gehirn ist darauf programmiert, Lösungen für Probleme und Antworten auf Fragen zu finden. In der Steinzeit war dieser Ansatz überlebensnotwendig. Doch in Krisen und in der Trauer bringt uns der Kreislauf aus negativen Fragen und „Was wäre wenn? - Szenarien“ nicht weiter. Im Gegenteil! Wir verlieren uns im problembehafteten Fokus.

Affirmationen und Afformationen

Positive Affirmationen dagegen fühlen sich oft aufgesetzt und unwirklich an. Im schlimmsten Fall können diese unsere negativen Gefühle sogar noch verstärken. Denn mitten in der Trauer „Ich bin glücklich.“ zu meditieren macht nun wirklich keinen Sinn.

Um hier einen „der Situation angemessenen“ positiven Ansatz anbieten zu können, entwickelte der amerikanische Coach Noah St. John die sogenannten Afformationen. Positive Fragen, die unseren Schmerz anerkennen und uns dennoch helfen, in Betracht zu ziehen, dass Heilung möglich ist.

Fragen für einen Perspektivenwechsel

Sie bieten einen Perspektivenwechsel an. Wie zum Beispiel die offene Frage „Wie fühlt es sich an Trost und Unterstützung zu finden?“, anstatt „Warum bin ich so traurig?“.

Diese Art von Fragen ermutigt uns, lösungsorientierte Antworten zu finden. Sie helfen uns, unsere negativ behafteten Spiralen aufzubrechen und uns innerlich neu zu orientieren.

Die Trauer, die mit dem Verlust eines geliebten Menschen einhergeht, ist ein sehr individueller und vielschichtiger Prozess. Diese Neuausrichtung braucht Zeit und Zuwendung, betont Nepp im Gespräch. Ihr Kartenset soll helfen, neue Impulse im Trauerprozess zu erhalten. Gerade in Zeiten der Ausweglosigkeit, in denen wir das Gefühl haben, dass uns nichts mehr Trost gibt. Auf jeder Karte steht eine heilsame Frage, die uns anregt, unsere Situation neu zu denken. Auf konstruktive Weise kann so nach Antworten gesucht werden, die Hoffnung, Trost und persönliches Wachstum unterstützen. Neben dem Ansatz der Afformationen orientieren sich die Fragen auf den Karten auch am „LAVIA Lebensweg- und Trauermodell“.

Leben und Trauer

Das LAVIA Lebensweg- und Trauermodell von Mechthild Schroeter-Rupieper hilft uns, den Tod eines geliebten Menschen, Lebenskrisen oder längere Krankheit besser zu verstehen und einordnen zu können. Für das Kartenset werden daraus die sechs Aufgaben auf dem Weg durch die Trauer – Funktionieren. Begreifen. Akzeptieren. Fühlen. Veränderung. Beziehungsort. – aufgegriffen. Jeder dieser Aspekte ist einer Farbe zugeordnet, die symbolisch für den Inhalt der Traueraufgabe steht.

Farben der Trauer

So ist die Farbe Orange dem Funktionieren in Krisenzeiten zugeordnet – wenn wir am Anfang einer Krise im ersten Schock einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Erst langsam setzt das Begreifen ein, diesem ist die Farbe Grün zugeordnet. Violett steht für die Akzeptanz für alles, was noch begriffen und angenommen werden muss. Wie auch finanzielle oder berufliche Veränderungen, die neben der Trauer bewältigt werden müssen. Die Farbe Rot symbolisiert die Vielfalt der Gefühle, die neben dem Empfinden von Traurigkeit aufkommen können. Wie Scham, Wut, Hilflosigkeit, Erleichterung und viele mehr. Blau steht für die Veränderung unserer Lebensumstände. Sei es ein neuer Wohn- oder Schulort, die Veränderung von Freundschaften, Aufgaben und Verantwortlichkeiten, Werte und Grundhaltungen oder neue Glaubenssätze. Abschließend steht Gelb für den Beziehungsort. 

Veränderung - Schritt für Schritt

Die offen formulierten Fragen von Nepp sind auch diesen Aufgabenbereichen im Trauerprozess zugeordnet. Die fließenden Farbverläufe auf den Kartenrückseiten sollen dabei verdeutlichen, dass auch die Übergänge zwischen den einzelnen Traueraufgaben fließend sind. Es besteht daher die Möglichkeit, sich gezielt den Karten aus dem Bereich, der im eigenen Leben gerade vorrangig ist, zu widmen oder intuitiv mit allen Karten zu arbeiten. Die Afformationen bieten dabei keine sofortigen Lösungen, sondern sollen Schritt für Schritt positive Veränderungen im Denken und im emotionalen Wohlbefinden fördern.

60 heilsame Fragen

Ob für den eigenen Trauerprozess, als Zeichen der Aufmerksamkeit für Trauernde im familiären Umfeld, für Trauergruppen oder die Begleitung durch Fachpersonen – das Kartenset bietet Raum für Reflexion, Austausch und persönliche Entwicklung. Es lädt dazu ein innezuhalten, der Trauer bewusst zu begegnen, neue Kraftquellen zu entdecken und den Weg in ein Leben nach dem Verlust zu gestalten.

WERBUNG:
Kartenset 60 heilsame Fragen
Auf meinem Weg durch die Trauer und zu mir selbst
Afformationen bei Verlust eines geliebten Menschen
Barbara Nepp www.endlichsein.at

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Portraitfoto Regina Madgalena Smrcka

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