Barbara Hirner

Barbara Hirner "Mein Tagebuch"

mama - freundinnen - meinefamilie.at
21. Februar 2018

Zeit mit Freunden, trotz Familie


Dankbar blicke ich auf ein lustiges, emotionales, verbindendes, kreatives Wochenende mit einer guten, nein, mit einer sehr guten Freundin zurück. Die letzten Stunden haben wir gemeinsam mit viel Lachen, gemeinsamen Freizeitaktivitäten, aber auch mit gemeinsamen Nichts tun auf der Couch verbracht.

Wir kennen uns schon lange, länger als die Hälfte unseres Lebens. Uns hat das Schicksal zusammengeführt. Zwei Mädls mitten in der Pubertät….ihr könnt euch vorstellen, was das heißt. In meiner Erinnerung war ein Tag leiwander als der andere!

Freunde sind Menschen, die dir nicht den Weg zeigen, sondern ihn einfach mit dir gehen….

Obwohl unsere persönliche Zukunft nicht unterschiedlicher hätte sein können, haben wir uns nie aus den Augen verloren. Ich bin stolz auf diese Freundschaft und so dankbar darüber.

Verbunden trotz Entfernung

Wie wir das geschafft haben, trotz örtlicher Entfernung, unterschiedlicher Interessen und anderen Lebensmittelpunkten? Wir haben unsere Freundschaft gepflegt, wir waren und sind füreinander da. So eine Verbindung ist etwas ganz Besonderes. Jede Freundschaft ist etwas Einzigartiges. Gerade als junge Mutter tut es gut, mit einer Freundin zu quatschen. Manchmal über frühere Zeiten (das kann lange dauern), manchmal über das neue Leben als Mama, manchmal über aktuelle Themen und manchmal einfach so…. Die Treffen ändern sich je nach Lebenslage. Sie sind aber immer wunderschön und eine Bereicherung für mein Leben.

Kind & Kegel

Ich höre oft, oh, für meine Freunde bleibt mir keine Zeit, ich habe ja Familie. Hat man kein Kind, kann man sich das Familienleben ja gar nicht vorstellen und hat man dann ein Kind, dann ist das Leben mit zwei Sprösslingen nicht vorstellbar – wie auch? Und vor allem warum auch?

Ich spreche nicht von täglichen Treffen. Diese Freundin, mit der ich dieses Wochenende verbracht habe, sehe ich etwa 2-3 mal im Jahr. Nicht öfter. Und weil es unser Alltag so will, treffen wir uns mit Kind und Kegel. Im Vorfeld werden Eckpunkte kurz abgeklärt. Beim Essen kochen haben wir uns abgewechselt. Dann ist es für einen nicht so viel. Ja, auch wenn sie nicht oft da ist, soll sie sich so fühlen wie zu Hause und ich bei ihr auch.

Echte Freunde zählt man zur Familie

Es gibt so unterschiedliche Freundschaften wie Fische im Teich. Manche treffe ich mehrmals die Woche, wöchentlich oder seltener. Mit manchen halte ich übers Handy telefonisch, über What´s App oder ähnlichen Nachrichtendiensten den Kontakt. Und auch dabei fühle ich mich wohl und ihnen nahe.

Wichtig ist, dass man sich Zeit dafür nimmt. Auch als Jungmutter. Jungvätern, ein selten gebrauchtes Wort wie ich beim Schreiben bemerke, fällt dies oft leichter. Das wird auch von der Gesellschaft teilweise noch immer so propagiert. Zum Ausgleich müssen die Väter ein gemeinsames Feierabendbier trinken oder Sport betreiben. Nicht zu vergessen die wichtige Arbeit in den Vereinen. Die bleibt auch meistens den Männern vorbehalten, egal ob sie Familie haben oder nicht. Für viele Frauen passt diese Aufteilung auch gut. Ich möchte mir bewusst Zeit für mich und auch für meine Freunde nehmen. Und wenn die Kinder älter sind und auswärts schlafen, kann man ja wieder die Nächte durchtanzen, wenn man Lust darauf hat.

Flexibilität statt Komplexität

Eine Schneeballschlacht mit den Kindern, ein Spaziergang mit den Kinderwägen, eine Radtour zum Lieblingslokal, zwischendurch auf ein Festival, wenn die Kinder anderswo gut versorgt sind, alles ist möglich. Man darf nur nicht zu kompliziert denken. Warum wird mit Kindern alles immer gleich schwierig und kompliziert? Mir ist schon klar, dass die Schlafenszeiten oder Interessen der Kinder nicht die gleichen sind, aber mit ein bisschen Flexibilität gelingt auch das alles gut. Seid kreativ, lasst euch mal drauf ein.

Früher war es doch auch egal, in welchem Garten man gemeinsam gechillt hat, warum ist das jetzt so ein großes Spektakel?

Vor kurzem war eine andere Freundin mit ihrem Sohn da. Ich entschuldigte mich, dass es nicht piccobello zusammengeräumt war. Sie sagte, du, da bin ich aber froh, denn sonst wäre ich ja keine Freundin von dir, sondern ein Besuch für den man zusammenräumen muss… Wie wahr, wie wahr.

Eine andere Freundin hat mir einen Text gezeigt, den sie bei einer Freundin im Haus entdeckt hat. Ich finde ihn prima:

 

Freund, wenn du dieses Haus betrittst,

vieles nicht ganz sauber blitz.

Du merkst, dass es hier Kinder gibt,

die man mehr als Putzen liebt.

 

Da gibt es Spuren an den Wänden,

gemalt von flinken, kleinen Händen.

Wir machen es mal später weg,

jetzt spielen wir erst mal Versteck.

 

Spielzeug liegt an jedem Ort,

doch eines Tages ist es fort.

Die Kinder sind uns kurz geliehen,

bis sie erwachsen von uns ziehen.

 

Dann wird auch alles aufgeräumt,

dann läuft der Haushalt wie erträumt.

Jetzt freuen wir uns an unseren Kindern

und lassen uns dabei nicht hindern!

 

Ich wünsche euch viele schöne Stunden mit euren Freunden. Nehmt euch die Zeit, ladet sie ein, unternehmt etwas, geht tanzen, bowlen, ins Kino, spazieren mit euren Kindern, telefoniert die halbe Nacht miteinander, schreibt euch Karten zum Geburtstag, denkt an einander, hört euch zu, esst was Leckeres, reist gemeinsam, entspannt gemeinsam, seid für einander da!

Freunde sind eine wichtige Kraftquelle! Nutzt sie und seid selbst auch ein guter Freund!

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EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Hirner

    Lebe, liebe, lache – das ist mein Lebensgedanke und so genieße ich das Leben mit meinem Mann, meiner eineinhalbjährigen Tochter, meinen zwei Großfamilien und meinen unentbehrlichen Freunden. Alle machen den Alltag bunt und lebenswert. Durch meine pädagogische Ausbildung habe ich ein Potpourri aus Erfahrungen der Arbeitswelt und als Mama.


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