Was wir uns als Familie für 2024 (nicht) vorgenommen haben

Ein Jahr ist wieder zu Ende gegangen. Zeit in das neue Jahr zu starten – möglichst gemächlich. Und Neujahrsvorsätze zu machen. Oder etwa nicht?

Vorsätze sind Pläne.

Und das Leben ist bekanntlich das, was einem in den Weg kommt, während man eifrig dabei ist, ebensolche zu machen. Doch was passiert, wenn man gar keine Vorsätze hat und sich keine konkreten Pläne für das noch junge neue Jahr parat gelegt hat?

Richtig: Erst einmal genau gar nichts. Denn wer keine Pläne und keine Vorsätze hat, der beklagt sich dann auch nicht, wenn er oder sie diese Vorsätze nicht durchgehalten hat. Man kann dann womöglich flexibler darauf reagieren, was das Leben so parat hält.

Doch darum geht es hier nicht bzw. sollen das nur ein paar Denkanstöße sein. Denn es geht natürlich um uns als Familie. Und darum, ob wir einen gemeinsamen Neujahresvorsatz haben. Denn auch das muss klar sein: Die individuellen Vorsätze seien jedem unbenommen.

Aber als Familie ist man zugleich auch immer ein Kollektiv.

In diesem Kollektiv mögen zwar Individuen reagieren, aber es gibt auch so etwas wie die Familie als Ganzes, die sich gewissermaßen davon abgekoppelt begreifen lässt, als eigene Einheit und als eigener Organismus.

Und diesen gilt es zu hegen und zu pflegen. Und wie gesagt: Wir setzen uns deshalb als Familie zusammen und überlegen uns, welche gemeinsamen Neujahrsvorsätze wir haben, um die eine oder andere Sache im Familien-Organismus zu „optimieren“.

Was kann jeder und jede dazu beitragen?

Und vor allem: Wie lässt sich mit dieser Verantwortung demütig und verantwortungsvoll umgehen?

Anders gesagt: Wie nehme ich mich selbst zurück, wie mein eigenes „Glück“, damit es dem Gesamten gut geht? Denn, so viel ist klar, das große Ganze hat auch immer Einfluss auf den einzelnen Akteur und die einzelne Akteurin, die sich darin bewegt. Letzten Endes ist es also gar nicht selbstlos, den „Organismus Familie“ in den Vordergrund zurück, sondern wirkt auch auf das eigene Zufrieden- und Glücklich-Sein zurück.

 

Was haben wir uns aber – basierend auf diesen Überlegungen – als Familie vorgenommen?

Es sind im Grunde ganz einfache Dinge, die in der Umsetzung aber recht komplex sind. Es ist auch eine gewisse Demut, eine Haltung dem Ganzen gegenüber, erforderlich. Wir überlegen uns, wie man sich jeweils zurücknehmen kann. Wie man den oftmals aufkeimenden Egoismus überwinden kann. Diesen Egoismus, der nur allzu leichtfertig und oft auch unüberlegt Verletzung des oder der Anderen in Kauf nimmt. Ganz einfach schon mal deshalb, weil das eigene „Glück“ oft näher liegt, leichter zu erreichen ist und all die andere Parameter – die eine Familien nun einmal mit sich bringt – außer Acht gelassen werden können.

Neben solchen Überlegungen tut uns aber allein schon das Zusammensitzen gut, das Reflektieren, das Nachdenken darüber, was uns als Familie gut tut und was nicht. Darüber nachzudenken, was im nunmehr abgelaufenen Jahr 2023 gut und was nicht so gut gelaufen ist. Das Jahr dient uns oft dazu, ganz handfest nachzudenken, damit nicht alles allzu sehr in der Luft hängt. Dadurch können wir unser Tun und Agieren erden, in einen ganz konkreten zeitlichen Horizont und Kontext stellen.

Davon ausgehend können wir agieren, handeln, überlegen, planen und Vorsätze generieren. Und wer weiß, vielleicht findet der eine oder andere auch Aspekte im abgelaufenen Jahr, die man für seine individuellen Vorsätze nützen kann? Denn die Wechselwirkung zwischen „Kollektiv Familie“ und dem Einzelnen ist in keiner Sekunde abstreitbar.

Es geht nur gemeinsam statt einsam.

Und wenn es dem einzelnen gut geht, geht es in manchen Fällen auch dem Gesamten gut. Wichtig ist schlicht und einfach, dass jede und jeder seine Rolle findet, seine Funktion und – wenn notwendig – auch auf sich selbst schaut. Denn „Demut“ bedeutet nicht Selbstvergessenheit, sondern ist ein vernünftiger Umgang mit den eigenen und fremden Bedürfnissen.

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