"Seht, ich mache alles neu" - Was die Jahreslosung 2026 für mich als Mama heißt
Vor ein paar Wochen ist mein Chef in unser Büro gekommen: "Habt ihr schon gehört, was die neue Jahreslosung ist? - Seht, ich mache alles neu." Wir haben dann ein bisschen darüber geredet, was das für jeden von uns bedeutet.
Was heißt, Gott macht ALLES neu?
Das ist bei mir hängen geblieben und hat mich noch beschäftigt. Ja, ich glaube dass er es will. Nein, ich glaube nicht, dass es auf der Erde 100%ig möglich ist.
Und ich habe mich gefragt: Was heißt das für mich ganz konkret – als Tochter Gottes, als Mama, als Ehefrau, als Frau mitten im Alltag? Für mich, die ich schon mit Jesus und dem christlichen Glauben verbunden bin, aber nicht jeden Tag mit Heiligenschein durch unsere Wohnung schwebe!?
Naja. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: Diese Zusage gilt nicht nur für besonders Fromme. Sie gilt mitten hinein in unser ganz normales, manchmal chaotisches Familienleben.
Neubeginn
Neubeginne machen mir manchmal Angst, manchmal sehne ich sie herbei. Oder beides gleichzeitig. Ich finde es zum Beispiel interessant, dass es sowohl den Spruch gibt: Aller Anfang ist schwer. Und: jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Die Wochen hin zum Kindergartenbeginn unserer ersten Tochter habe ich gezählt - weil ich dann auf ruhigere Vormittage für mich gehofft habe. Gleichzeitig war es ein: jetzt gebe ich mein Kind mehr an die Welt ab - was mich schon auch traurig gemacht hat, nicht mehr so viel Zeit mit ihr zu verbringen. "Ja, die ersten Male mit dem ersten Kind" - hat eine erfahrene Mama letztens zu mir gesagt. Viele Neubeginne.
Seht, ich mache alles neu.
Den neuen 2026-er Kalender aufschlagen - leere Seiten, noch keine verschobenen Termine, noch nichts durchgestrichen. Noch frisch - wie wird das Jahr wohl werden?
Für die Buchhaltung einen neuen Ordner anlegen, eine grobe Urlaubs- und Jahresplanung machen, ein neues Projekt beginnen.
Ein neuer Monat: Auto saugen, Krims-Krams-Schachtel ausräumen, Dinge aussortieren.
Sonntag Abend startet für mich die neue Woche: Termine durchgehen, mit meinem Mann koordinieren, Mamas von Freundinnen meiner Tochter kontaktieren.
Heute habe ich ein paar Kleidungsstücke für die Kinder gekauft: sie sind ungebraucht, frisch, unbeschadet. Keine Löcher, keine Flecken von der Paradeissauce. Aber es sind auch wahrscheinlich noch Chemikalien drin, die noch rausgewaschen werden wollen. Manchmal sehne ich mich nach Klarheit: Neu ist immer gut, alt ist immer schlecht. Oder umgekehrt. Gott hält diese Spannung aus.
Seht, ich mache alles neu.
Was mich immer besonders fasziniert, wo (fast) alle Menschen in so einen Neubeginns-Zauber hineinfallen, ist die Schwangerschaft bzw. die Geburt eines Kindes. Rational könnte man meinen: ja mei, die Welt ist mal so mal so, wir Menschen sind mal besser mal schlechter.
Trotzdem löst ein Neugeborenes bei den meisten aus: Wow, da ist was Neues, was Gutes, was Unbeschriebenes. Alles ist möglich. Alles Gute für dich, für deinen Lebensweg.
Auch bei unserer Hochzeit war dieses Gefühl da: wow, jetzt geht unser Leben zu zweit los. Und viele haben uns für diesen neuen Weg das Beste gewunschen.
Seht, ich mache alles neu.
Auch in der Natur gibt es Neubeginne: das Thermometer heute hat 10 Grad angezeigt. Vor kurzem war es das gleiche im Minusbereich. Ich liebe den Frühling, er ist für mich DER Neubeginn im Jahreslauf: die Vogerl zwitschern, die ersten Schneeglöckchen brechen durch, die Sonnenstrahlen werden stärker.
Für mich sagt Gott durch den Frühling: "Jetzt wird alles leichter".
Für mich ist es auch sehr passend, dass die Fastenzeit in den Frühling hineinfällt: Aschermittwoch war für mich auch schon immer ein Tag des Neubeginns. Nur für 40 Tage auf Schokolade verzichten und damit wieder gesünder leben. Eine liebe Bekannte möchte heuer schimpfen fasten - ein Neubeginn als Mama.
Das Schöne am Leben mit Gott ist, dass solche Dinge nie allein gelingen müssen. Jedes Scheitern darf ich Jesus bringen. Mist, wieder geschimpft. Und Gott sagt: Siehe, meine liebe Tochter, ich mache alles neu. Nicht alles auf einmal, Schritt für Schritt, mit dir gemeinsam. Und der Rest wird im Himmel vollendet.
Seht, ich mache alles neu.
Neubeginne sind gut für uns, weil wir unterwegs sind, nicht statisch - und manchmal blinde Flecken entwickeln. Da tut es gut - gerade im Familienalltag - innezuhalten und zu fragen: was ist gerade dran? Was tut uns als Familie gut? Was möchten wir verändern? Was möchte Gott für uns als Familie in dieser Fastenzeit?
Wir als Familie starten auch nach jedem Streit neu: Das war nicht schön von mir. Verzeihst du mir?
Auch durch die Beichte möchte Gott uns neu machen. Kostet beichten gehen Überwindung? O ja. Trotzdem ist bei mir danach immer diese leise, hoffnungsvolle Gewissheit da: jetzt kann ich wieder neu starten.
Seht, ich mache alles neu.
Ich darf jeden Tag neu fragen:
„Herr, was möchtest du mir heute schenken? Und was ist mein Auftrag heute?“
Vielleicht lädt uns die Jahreslosung ein, wieder neu zu schauen. Nicht abgestumpft oder gelangweilt. Sondern erwartungsvoll.
Wo wünsche ich mir einen Neubeginn?
Wo wünschst du dir, dass Gott etwas neu macht? In deinem Mama-Sein? In deiner Ehe (falls du verheiratet bist) oder deinen anderen Beziehungen? In deiner Arbeit?
Ich wünsche dir von Herzen, dass Gott dir heute den Blick gibt dafür, wo er schon etwas neu gemacht hat in deinem Leben (oder in der letzten Zeit). Und wenn du möchtest, vertrau ihm einen Bereich an, wo du ihn bittest, etwas neu zu machen.
Seine Zusage ist: Seht, ich mache alles neu.
Auch wenn die Antwort vielleicht klein und leise ist.
