Ein abenteuerlicher Start ins neue Jahr

Wir machen es eigentlich nicht zum ersten Mal: Das neue Jahr hat begonnen und damit auch neue Herausforderungen. Aber dieses Jahr scheint alles ganz plötzlich und unvorbereitet über uns hereingebrochen zu sein.

Ja, es ist nur eine Zahl. Ja, es ist nur der Jahreswechsel. Aber dennoch ist dieser Umbruch der Jahre stets irgendwie magisch. Sie ist mit guten Vorsätzen verbunden, mit Erwartungshaltungen, mit Versprechen, dass es dieses Jahr ganz anders werden würde.

Es bietet auch für Familien die Möglichkeit eines „Resets“, eines Neustarts, einer Neuausrichtung.

Nur: Die Tage um Weihnachten und die Tage um Neujahr gehörigen zu den stressigsten Tagen des Jahres. Womöglich nicht beruflich, auf alle Fälle aber privat. Freunde und Verwandte wollen besucht und beschenkt sein, Verwandte und Freunde „fallen“ euch zum Teil bei einem zuhause ein. So schön letztere Tage auch sind, so gesellig, so voller schöner Momente und Lachen, so anstrengend können sie auch sein.

Weihnachts-Wahnsinn

Es gilt Essen vorzubereiten, die Wohnung will davor und danach in absolutem Top-Glanz erstrahlen usw. usf. Ehe man es sich versieht sind in dieser Hektik auch flott erst vor kurzem gefasste Vorsätze und Vorhaben zu ernsthaften Veränderungen flöten gegangen.

Was hier vor allem im Kontext der Erwachsenen gilt, scheint auch für unsere Mädels zu gelten. Freilich sind sie noch zu jung, um hochtrabende Vorsätze zu fassen. Sie haben noch nicht die Lebenserfahrung und das Alter um zu sehen, was früher im eigenen Leben besser war – sei es körperlich oder mental – um mit diesen Vergleichswerten ausgestattet ein Zurück-Dazu anzustreben. Aber dennoch: Auch hier vieles weiter wie bisher, weil es ja muss.

Es geht wieder los!

Die Schule hat wieder begonnen. Es ist, wie es ist und wie zuvor.

Weil es zu sein hat. Eher ist es so sogar so, nach den Weihnachtsferien wieder in einen Modus des „Zurück-Zum-Normal“ kommen zu müssen. Und genau dieses „Zurück-zum-Normal“ ist auch schon gewissermaßen das Problem. Dieser dadurch aufgebaute Druck, diese Erwartungshaltung bedeutet auch, dass es minimale Freiheit für Schülerinnen und Schüler gibt, die Sache anders anzugehen. Dann was bisher einigermaßen gut funktioniert hat, wird wohl auch weiterhin funktionieren. Daran zu rütteln, kostet Zeit und Kraft. Zeit und Kraft und Muse, die Schülerinnen und Schüler im Schulalltag meist nicht haben.

Was heißt das alles jetzt aber für uns als Familie?

Vielleicht das: Wir machen mehr so weiter wie bisher wie wir es eigentlich wollen. Weil auch wir etablierte Strukturen haben, Muster, Konzepte, Gewohnheiten. Diese haben sich allesamt über die Jahre eingeschliffen und sind größtenteils funktional, zum Teil dysfunktional. Über den dysfunktionalen Teil wird aber geflissentlich hinweggesehen, weil er nicht so störend ist, dass er das ganze System zum Kollabieren bringen würde.

Wirklich abenteuerlich?

Unser Jahr ist also – bei genauerem Hinsehen – gar nicht sehr abenteuerlich gestartet. Vielleicht sogar im Gegenteil. Womöglich meiden wir das Abenteuer. Aber genau weil wir dieses vermeiden, beutelt es uns oft zu Jahresbeginn auf abenteuerliche Weise herum.

Das, was nicht funktioniert, fliegt uns von Zeit zu Zeit in Konflikten um die Ohren.

Und wir brauchen meisten auch abenteuerlich lange, um uns wieder an eine von uns selbst erschaffene „Familien-Normalität“ zu gewöhnen, die Eben aus Schule, Terminen, Verpflichtungen und Berufsleben bestehen. Das Jonglieren und Ausbalancieren zwischen diesen Ebenen braucht Zeit und Kraft.

Also docken wir an, machen weiter, schauen, dass wir wieder in einen Normalmodus kommen.

Mit der Hoffnung, dass sich auch im Unterwegs-Sein noch einiges nachjustieren lässt, das eigentlich schon in der vermeintlichen „Ruhephase“ zuvor hätte nachjustiert werden hätte müssen. Aber aus Gründen eben, die hier bereits beschrieben wurde, hat das – wie schon in den Jahren zuvor – ganz und gar nicht geklappt.

Die Auszeit und die vermeintliche Ruhe hat nur eine Auszeit von den Familienroutinen bedeutet, aber andere Herausforderungen bereitgestellt.

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