Aschermittwoch – das Vergrößerungsglas am Beginn einer neuen Zeit
Gerade noch erleben wir den Fasching mit Maskenball, Faschingsfest und Umzug, doch dann folgt auch schon der Beginn der Fastenzeit. Aber im Vergleich zum lauten Trubel schleicht der Aschermittwoch eher still und leise näher.
Hast du schon überlegt, wie dieses Jahr die Fasten- und Osterzeit in deiner Familie aussehen könnte?
Klar, da sind die Fixpunkte: Familie besuchen, Osternester suchen, die Auferstehungsmesse mitfeiern. Davor vielleicht Ratschen? Ach ja, und vielleicht ein Verzicht während der Fastenzeit?
Denk einmal nach!
Der Aschermittwoch möchte am Beginn der Fastenzeit ein Einschnitt sein. Wie ein Vergrößerungsglas zeigt er auf: Moment, jetzt wird es anders.
Alles wird anders – wenn du willst.
Sinngemäß heißt es an diesem Tag im Gottesdienst: Mensch, denk einmal darüber nach, woher du kommst und wohin dein Lebensweg dich führt, was schlussendlich wichtig ist. Denk darüber nach und ändere, was nicht dazu passt!
Verzichten darf sein, vieles von außen kann wegfallen, wir hören unsere innere Stimme wieder und spüren, worauf es wirklich ankommt.
Der Aschermittwoch möchte genau das bewirken: ein Umlenken unseres Fokus, wie ein Vergrößerungsglas das Wesentliche hervorheben, einen Startpunkt setzen für den Weg in Richtung Ostern.
Wo wollen wir hin?
Wir Christen wissen, dass unser Weg nach dem Tod nicht zu Ende ist. Wir dürfen daran glauben, dass es noch mehr gibt, etwas noch viel Besseres! Das wurde uns durch Jesus geschenkt und trotzdem ist es ein Weg, den wir bewusst gehen müssen. Deshalb ist es immer wieder nötig, genau darauf zu schauen:
Leben wir nur so vor uns hin? Womit verbringen wir unsere Zeit?
Macht unser Leben „Sinn“, wenn wir auf das endgültige Ziel schauen?
Mit dem Beginn der Fastenzeit verbinden viele – auch nicht gläubige – Menschen das Verzichten auf Genussmittel. Doch der Aschermittwoch ist viel mehr als das, er stellt Fragen und lädt dazu ein, in der Fastenzeit alles Unwichtige zur Seite zu rücken. Der Weg bis Ostern sollte vor allem ein innerliches Fasten sein, ein Verzichten auf Unnötiges und ein Hinschauen auf Wichtiges.
Nimm dir Zeit!
Der Aschermittwoch als Vergrößerungsglas ist vielleicht ein ungewöhnliches Bild. Wir finden es deshalb passend, weil man damit einerseits langsamer und bewusster hinschaut, andererseits Kleines plötzlich ganz groß und sichtbar wird. Dafür muss man sich zuerst einmal Zeit nehmen.
- Sich Zeit nehmen – auch das kann ein Vorsatz für die Fastenzeit werden!
- Sich Zeit nehmen mit der ganzen Familie, jeder mit seinem eigenen Schwerpunkt.
- Zeit nehmen, mit Gott wieder ins Gespräch zu kommen – gerade jetzt!
- Zeit nehmen, im Herzen und auch räumlich Platz für Gott zu machen, eine Gebetsecke, ein Fach im Bücherschrank, ein Bibelspruch auf der Kommode.
- Zeit nehmen, etwas Neues über den Glauben zu lernen, allein oder mit anderen. (Link zu Alpha?)
- Zeit nehmen, Inventur über gute und schlechte Angewohnheiten zu machen und zu überlegen, womit ich mir und dem Nächsten – den Freunden, Familie, Kollegen… etwas Gutes tue oder schade.
- Zeit nehmen, beichten zu gehen und in manchem von vorne zu beginnen.
- Zeit nehmen, noch einmal etwas auszuprobieren, woran man gescheitert ist und diesmal nicht aufzugeben.
- Zeit nehmen, bewusst das Gute zu sehen inmitten von vielen traurigen, bösen und einschränkenden Dingen.
- Zeit nehmen, Danke zu sagen, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten sind, für die man danken kann.
- Zeit nehmen, Frieden zu schließen, Beziehungen zu reparieren oder neue Wege zueinander zu finden.
- Zeit nehmen, jemandem etwas Gutes zu tun ohne Dank dafür zu erwarten.
- Zeit nehmen, sich ganz bewusst auf Ostern vorzubereiten, abseits von Dekoration und Geschenken.
Eine besondere Zeit
Die Zeit vor Ostern (und eigentlich auch vor Weihnachten) ist nicht zufällig eine Fastenzeit, die jedes Jahr wieder kommt. Wir brauchen wohl regelmäßig eine Erinnerung, dass wir nicht nur für uns selbst und in den Tag hinein leben.
Der Weg bis Ostern sollte vor allem ein innerliches Fasten sein, ein Verzichten auf Unnötiges und ein Hinschauen auf Wichtiges.
Je älter wir werden, desto deutlicher wird, dass das Leben nicht endlos ist. Nicht alles ist planbar. Gerade deshalb ist es umso wichtiger, inne zu halten und immer wieder ganz bewusst drauf zu schauen, wo in unserem Leben der Mittelpunkt ist.
Wir möchten euch einladen, euch diesmal am Aschermittwoch bewusst Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken, wie ihr eure Zeit nutzt und wofür ihr euch Zeit nehmen möchtet – als Person, als Paar und als Familie. Was hindert euch daran? Was steht im Weg? Ist es Gewohnheit, Bequemlichkeit oder eine schlechte Angewohnheit?
Nutzt den Aschermittwoch als Vergrößerungsglas, um wirklich genau hinzusehen und dann bewusst zu beginnen!
