1. Februar 2021

Wie motiviere ich mein Kind zur Mitarbeit? Es geht auch ohne Machtkampf! Eine aktuelle Studie aus dem Lockdown! 

kind mitarbeit motivieren- meinefamilie.at

Wer kennt das Phänomen nicht? Je mehr Druck ausgeübt wird, desto größer wird der Widerstand. Wie also lässt sich die Motivation und Mitarbeit von Kindern fördern? Das Aufzeigen mehrerer Möglichkeiten gibt Kindern Entscheidungsfreiraum. Selbst bestimmen zu können fördert die Motivation und Selbstverantwortung von Kindern. „Kleine Freiheiten können hier eine große Wirkung erzielen“, ergab eine Studie während des Lockdowns, im April 2020. 

Studie des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation

3 Wochen lang wurden 562 Familien mit schulpflichtigen Kindern zwischen 6 und 19 Jahren täglich befragt, wie sie mit ihren Kindern umgehen. „Besonders gut gefahren sind Eltern, die ihren Kindern Entscheidungsspielräume innerhalb bestimmter Grenzen gelassen haben“, so Psychologe Neubauer im Rahmen einer Studie des Leibniz-Institutes, während des Lockdowns, im April 2020. 

Tipps für den Ausstieg aus dem nervenaufreibenden Machtkampf

Tipp 1: Nachvollziehbare Grenzen setzen 

Kinder brauchen Grenzen. Die Bereitschaft diese einzuhalten steigt, wenn diese klar und nachvollziehbar formuliert sind. Auch wir Erwachsene sind eher bereit angeordnete Dinge zu tun, wenn wir den Sinn und die Notwendigkeit dahinter verstehen.  

Tipp 2: Kleine Freiheiten erzielen eine große Wirkung 

Selbst kleinste Freiheiten geben Kindern das Gefühl, selbst entscheiden zu können und fördern damit das Mittragen von gestellten Aufgaben. Und sei es nur, die Entscheidung, welche Aufgabe im Homeschooling zuerst gemacht wird. Wird diese am Vormittag oder Nachmittag, am Tisch sitzend oder  im Bett liegend erledigt? Mit Gestaltungsfreiräumen innerhalb bestimmter Grenzen kann ein Machtkampf vermieden und Motivation gefördert werden. Schaffen wir es Vorstellungen und Anforderungen loszulassen, die wir in „normalen Zeiten“ eingefordert hätten, ermöglichen wir unseren Kindern einen größeren Entscheidungsfreiraum in einengenden Zeiten.  

Sie möchten Ihr Kind davon überzeugen an die frische Luft zu gehen? Lassen Sie es mitentscheiden in welchen Park es geht, die Reihenfolge der Geschäfte beim notwendigen Einkauf oder stellen Sie einen Stopp bei der Auslage des Spielzeuggeschäftes in Aussicht. Erlauben Sie ihm ein Sportgerät wie Fahrrad, Roller oder Dreirad, wenn es damit lieber Bewegung im Freien macht oder fragen Sie, ob es das ferngesteuerte Auto mitnehmen möchte. Eine andere Möglichkeit wäre ein Auge zuzudrücken, das Fenster zu kippen und ihrem Kind zu erlauben bei einem Sportprogramm über Fernsehen oder Internet mitzumachen.  

Mitspracherecht innerhalb bestimmter Grenzen fördert den Selbstwert und führt zu besseren Ergebnissen. Ein positiver Kreislauf wird in Gang gesetzt, der Eltern dazu animiert, Kindern weiterhin mehr Freiraum zu gewähren, da sie die Erfahrung machen, dass die gestellten Aufgaben so besser erfüllt werden. Damit  wird das Wohlbefinden der gesamten Familie gestärkt. Darüber hinaus erhalten auch die Eltern mehr Freiraum, um wieder Dinge tun zu können, die ihnen selbst  guttun.  

Tipp 3: Sich selbst den Druck nehmen 

Gerade in schwierigen Situationen wie im Lockdown und Homeschooling ist es wichtig, sich selbst den Druck zu nehmen. „Eltern sind keine Lehrer. Man sollte nicht den Anspruch haben, alles perfekt hinzubekommen und auch immer die Grundbedürfnisse aller Familienmitglieder im Blick behalten.“, so der Psychologe. 

Angebot

Familienberatung finden


Weitere Links zum Thema: science.orf.at  Zusätzliche Informationen: Dem Thema widmet sich auch ein Beitrag in Wissen Aktuell auf Ö1



EIN ARTIKEL VON
  • Regina Magdalena Smrcka

    Vor meiner Karenz meines Sohnes war ich in der direkten Pflege, aber auch im Leitungsteam, für die Betreuung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen verantwortlich. Als Ausgleich dazu unterrichtete ich Kinderturnen. Derzeit vertrete ich als Texterin & Grafikerin EPUs bei ihrem Firmenauftritt. Jetzt unterstütze ich meinen Lebensgefährten im Bereich Öffentlichkeitsarbeit. Gemeinsam haben wir einen Sohn.


MeineFamilie.at