28. September 2020

Natürliche Schmerzkiller – die Buchrezension

Natürliche Schmerzkiller - Buchrezension - meinefamilie.at

Das neue Fachbuch aus dem GU-Verlag bessert das eigene Wissen um die Hausapotheke auf und motiviert, wieder auf natürliche Heilmittel zurückzugreifen.

Ringelblumensalbe bei kleinen Verletzungen, Salbeitee bei Halsschmerzen und Pfefferminzöl bei Kopfweh – all diese kleinen Helferlein aus dem Garten sind bei uns schon lange Bestandteil der Hausapotheke.

Deshalb war es nur logisch, Aruna M. Siewerts Buch „Natürliche Schmerzkiller – Schnell beschwerdefrei ohne Nebenwirkungen und Chemie“ für euch und uns zu lesen, dass sich vor allem mit Schmerz-Behandlung aus der Natur befasst. Eines ist klar: die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) ist wieder weit verbreitet, passend zum Trend zur Natürlichkeit und Nachhaltigkeit! Noch dazu ist die Wirkung mittlerweile auch wissenschaftlich bestätigt.

Die Autorin Aruna M. Siewert ist schon viele Jahre als Heilpraktikerin tätig und hat auch schon einige Bücher rund um pflanzliche „alternativmedizinische“ Behandlungsmöglichkeiten in den unterschiedlichen Lebensbereichen veröffentlicht.

Für wen ist das Buch geschrieben?

Alle, die an akuten oder chronischen Schmerzen leiden oder vorbereitet sein möchten, falls bei Kindern und Erwachsenen Schmerzen auftreten, finden wertvolle Tipps in diesem Buch!

Obwohl wir uns schon öfters mit Pflanzenheilkunde beschäftigt haben, waren viele neue Tipps dabei.

Schmerzen und der Umgang mit ihnen

 Ganz allgemein geht es um Schmerzen und den Umgang mit ihnen. Der Schmerz ist kein Feind, aber auch nicht unbedingt angenehm – und die Natur bietet vielfältige Möglichkeiten, mit ihm umzugehen.

Der erste Teil des Buches heißt passend „Theorie“ und befasst sich zunächst allgemein mit dem Thema „Schmerz“: Was genau ist das, welche Arten von Schmerz gibt es, wie entsteht er?

Besonders interessant für uns als Eltern war der kurze Abschnitt über „Schmerz bei Kindern“: Wann ist eine Abklärung wichtig? Wie kann man als Eltern mit dem Schmerz der Kinder umgehen und was sind die häufigsten Ursachen für Schmerzen?

„Kinder haben oft noch einen guten Zugang zu sich selbst und ihrem Körper und manchmal reicht es schon, sie abzulenken, ihnen eine Ruhephase zu verordnen oder etwas gemeinsam zu unternehmen und als Familie mal das Miteinander in einer medienfreien Zeit zu genießen.“ (S. 17)

Schmerz ist nicht nur ein körperliches Problem

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Schmerz kann psychisch bedingt sein. © iStockphoto.com

„Schmerz und Psyche“ war für uns ebenfalls ein sehr spannender Bereich, denn noch immer unterschätzen wir, was unser Denken und unsere Gefühle in unseren Körpern bewirken können! Das betrifft einerseits die Entstehung und Bewertung von Schmerz, andererseits aber auch die Behandlung.

Interessant ist auch der Überblick über die schulmedizinischen Rezepte und die Wirkung der verschiedenen „klassischen“ Schmerzmittel inklusive Placebo-Effekt. Auch der Hinweis auf die multimodale Schmerztherapie, also eine kombinierte Schmerztherapie aus verschiedenen Bereichen wie Psychologie, Psychosomatik, Psychotherapie, Physiotherapie, Ergotherapie,… war eine gute Ergänzung.

Jeder, der schon einmal stärkere Rückenschmerzen hatte, kennt das: Medikamente allein helfen selten längerfristig! Hier ist oft die falsche Haltung die Ursache – oder auch eine Belastungssituation.

Schmerz kann ein Symptom für psychische Probleme oder Überforderung sein. Deshalb ist eine reine schulmedizinische Behandlung nicht immer zielführend und ausreichend.

Brennnessel als Schmerzmedikament?

Im zweiten Teil des Buches „Praxis“ stellt die Autorin dann einige Pflanzen genauer vor. Manche dieser Pflanzen wachsen auch bei uns, andere eher nicht und sind z.B. in Apotheken oder auch im Supermarkt erhältlich. Das wären unter anderem Gelbwurz (Kurkuma), Weihrauch oder Ingwer (wobei man den sogar am Fensterbrett weiterziehen kann!).

Sehr einfach wird man hingegen Hagebutten, Pappel, Weide, Arnika oder Brennnesseln bei uns finden – wobei hier natürlich der Standort und die Umwelt auch zu beachten sind.

Bei jeder der vorgestellten Pflanzen werden die genaue Wirkweise und Art der Darreichung (welche Pflanzenteile wie zubereitet und angewandt werden können) erklärt, z.B. Nelkenöl bei Zahnschmerzen, Pappel bei Rheuma, Weide bei Kopfweh… wobei das Augenmerk natürlich auf Schmerzbehandlung liegt und nicht alle Bereiche abgedeckt werden können. Genaue Rezepte fehlen, aber das hätte vermutlich den Rahmen des Buches gesprengt, das schon so sehr vielfältige Informationen bietet. Einige Anleitungen findet man auch im Internet und in weiterführender Literatur, die im Anhang des Buches angeführt ist.

Die Autorin schlägt aber fertige Präparate vor, die in Apotheken und teilweise auch in Drogeriemärkten und online erhältlich sind. Außerdem wird auf Nebenwirkungen und Kontraindikation (= wann darf die Pflanze nicht eingesetzt werden) hingewiesen.

Dieser Teil war für uns als Kräuter-Apotheken-Fans besonders spannend zu lesen!

Manche der angeführten Pflanzen sind für Schwangere und Stillende oder Kleinkinder nicht geeignet und wir finden es sehr angenehm, dass das bei diesen (Heil-)Pflanzen auch ausdrücklich dabeisteht.

Infos über Erkrankungen

Danach geht es (kurz) um traditionelle Methoden der ganzheitlichen Medizin wie Schröpfen, Neuraltherapie, Einsatz von Blutegeln, TCM und Homöopathie.

Ebenso werden einige potentielle Schmerzmittel wie DMSO, MSM, Cannabis besprochen, die größtenteils nicht offiziell „zugelassen“ sind, aber positive Wirkungen gezeigt haben – z.B. CBD-Öl bei Migräne.

Wenn ihr euch mit dem Thema Schmerzbehandlung und -therapie schon befasst habt, dann ist vermutlich eine Erkrankung mit akuten oder chronischen Schmerzen der Grund dafür. Hier werden im Buch nun einige Krankheitsbilder genauer vorgestellt, z.B. Arthrose, Hexenschuss/Rückenschmerzen, Kopfschmerzen/Migräne, Magen-Darm-Schmerzen oder Neuralgien (wozu auch Herpes Zoster „Gürtelrose“ gehört), Unterleibsschmerzen, Verletzungen, Verstauchungen, Zahnschmerzen…

Zu jeder Grunderkrankung gibt es allgemeine Informationen, Hinweise zu Heilpflanzen, Homöopathie, sonstige Tipps, Maßnahmen im Alltag.

Am Schluss des Buches gibt es noch einige Coping-Strategien und hilfreiche Tipps, die Schmerzpatienten im Alltag unterstützen können, zusätzlich ein Glossar mit den wichtigsten Begriffen für den Arztbesuch.

Wie wirkt es?

Das Buch ist voll mit Informationen, ein Mal lesen reicht definitiv nicht!

Durch das Register am Schluss findet man aber schnell, was man gerade braucht – Beschwerden, Pflanzen, Anwendungen.

Wie bei vielen GU-Büchern ist die Gestaltung ansprechend, besonders die Klappen an der Innenseite des Umschlages mit den wichtigsten Schlagwörtern sind eine nette Idee.

Für uns war das Buch wieder eine Erinnerung, was die Natur alles an Hilfsmitteln und pflanzlichen „Medikamenten“ zu bieten hat, auch wenn es um Schmerzen geht!

Buchtipp

Natürliche Schmerzkiller - GU VerlagSiewert, Aruna M.
Natürliche Schmerzkiller – Schnell beschwerdefrei ohne Nebenwirkungen und Chemie
GU, Reihe: Ratgeber Gesundheit, 1. Auflage 2020
15,50€
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EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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