3. Dezember 2020

Gedanken zu einer besonders besinnlichen Adventzeit 2020


Wie kann euer Weihnachten 2020 trotz besonderer Umstände gefühlvoll-„stimmig“, erfüllend und harmonisch werden?

Warum wird diese Weihnachtszeit so schön?

Advent 2020. Irgendwie „anders“. Es fehlt etwas – mir fehlt etwas: meine Freunde und Familie, besinnliche Punsch-Abende, traditionelles gemeinsames Kekse-Backen mit meiner Oma, über Christkindlmärkte schlendern und die Atmosphäre aufsaugen, Weihnachtskonzerten lauschen.

Viktor Frankl, Neurologe und Begründer der Existenzanalyse, sagte einmal:

„Einer der letzten menschlichen Freiheit ist, seine Einstellung unter welchen Umständen auch immer frei wählen zu können und einen eigenen Weg wählen zu können. “

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht – aber ich kann ein wenig mehr Freiheit gerade sehr gut vertragen. Hinter diesem Zitat steckt so viel Bedeutung: Egal welche Bedingungen wir im Außen vorfinden, wir haben immer die Möglichkeit, uns frei zu ihnen zu entscheiden, einen Sinn in ihnen zu finden – unseren ganz persönlichen Sinn.

Diesen ganz persönlichen Sinn können wir auch in diesem besonderen Advent 2020 finden. Spürt mal einen Moment in euch hinein.

Was ist für euch das Gute an dieser Adventzeit?

Für mich ist es vor allem die Ruhe, die bei uns einkehrt, die Besinnlichkeit, die sonst zwar viel zitiert, ehrlicherweise in unserer verstreuten, großen Familie selten gelebt wird. Auf dem Sofa vor dem Kamin meinen Weihnachtskrimi lesen, ein Wochenende nur mit meiner kleinen Kernfamilie verbringen, gar nicht erst versuchen müssen, alle Verwandten-Besuche unter einen Hut zu bringen – das ist für uns normalerweise undenkbar.

Die Basis um in dieser Krise „gelassen“ zu bleiben, ist das Vertrauen: es sein-lassen-können, das Beste daraus machen, sich dem zuwenden, was jetzt „gut“ ist.

„Warum wird diese Weihnachtszeit ganz besonders schön?“

Vielleicht hilft euch dabei der bewusst als Frage formulierte Glaubenssatz: „Warum wird diese Weihnachtszeit ganz besonders schön?“. Im Idealfall geht euer Gehirn gerade bereits auf Beweissuche für all das Positive, das ihr aus der Krise ziehen könnt: mehr Zeit und Ruhe füreinander, mehr Besinnlichkeit… Schreibt eure Gedanken dazu gerne auch auf und kramt sie hervor, wenn ihr beginnt, zu zweifeln. Geht bewusst nicht in den Zweifel, in den „Mangel“, sondern ins Vertrauen und in die „Fülle“.

Es ist so wichtig, mit welcher Haltung ihr als Eltern in diese Zeit geht, denn diese übertragt sich als Grundstimmung auf eure Kinder. Und im Angstmodus könnt ihr euer (Familien-)Leben nicht selbstbestimmt gestalten, weil der Teil im Gehirn, der dafür zuständig wäre (der präfrontale Kortex) gelähmt ist – wenn wir vor einem Säbelzahntiger davonlaufen, machen wir uns dabei keine Gedanken, wie wir unsere Höhle schmücken sollen.

Also: Die Basis für eine schöne Vorweihnachtszeit beginnt bei DIR!

Und das ist wundervoll.

Macht euch bewusst, auf wie viele Dinge ihr jeden Tag Einfluss nehmen könnt. Das ist eine Menge! Darauf, welche Momente der Nähe und Verbundenheit ihr schafft, ob ihr euch schöne, kuschelige Momente auf der Couch gönnt, ob und wie oft ihr euch bewusst macht, was für ein Glück „Familie“ bedeutet und wie sinnvoll ihr eure Zeit jetzt gestaltet (Anregungen hierfür findet ihr unten).

Macht eure Kinder zu Expertinnen und Experten!

So viele Eltern wollen es jetzt „perfekt“ machen. Sie haben den Anspruch, sie müssten genau wissen, wie jetzt zu tun ist, wie der Tag zu strukturieren ist, wie sie die Adventszeit gestalten und so weiter – da nehme ich mich im Übrigen gar nicht raus, auch ich kenne diesen ich-muss-immer-einen-Plan-haben-Perfektionismus. Wenn ihr diesen in euch wahrnehmt: geht innerlich einen Schritt zurück und atmet erstmal tief durch.  Seid liebevoll zu euch:  Auch für uns ist das alles (wieder) neu und wir müssen nicht immer wissen, was zu tun ist.

Fragt stattdessen einfach eure Kinder nach ihren Ideen und Vorstellungen.

Fragt sie, was sie brauchen, um eine schöne Adventzeit zu erleben, ob sie Ideen für euer Weihnachtsfest haben. Kinder haben oft ganz großartige Ideen, wenn man sie fragt. Mit ihrer Fantasie, Neugierde und Offenheit sind sie die besten Expert*innen, wenn es um ungewöhnliche, neue Ideen geht.

Mikroabenteuer in der Adventzeit – schafft euch schöne gemeinsame Momente

Richtet eure Wahrnehmung auf das Positive. Sagt euch, mehr denn je, was ihr aneinander liebt oder wofür ihr dankbar seid. Bleibt in Verbindung, unternehmt gemeinsame Dinge wie Spaziergänge, Gesellschaftsspiele, Filmabende, gemeinsam lesen, gemeinsam kochen. Schafft euch viele schöne Momente. Füllt diese Zeit mit Liebe und Fülle.

Ich persönlich bin ein Fan von Mikroabenteuern: im Wald eine Hütte aus Ästen bauen, Adventmarkt mit Punschstand und Maroni im eigenen Garten, Weihnachts-Film-Kinoabend mit Popcorn, im Garten Lagerfeuer machen und Würstel grillen (oder Grillkäse), gemeinsam eine Geschichte schreiben (jeder schreibt immer einen Absatz), gemeinsam ins neue „Fitnesscenter“ (=Wohnzimmer) gehen, Matte ausrollen, Sportvideo an, danach einen gesunden Smoothie zubereiten, „Thermenausflug“ in der heimischen Badewanne, Kriminacht und vieles mehr.

Ihr könnt auch gemeinsam ein Plakat gestalten und dieses immer wieder neu/ergänzend befüllen, mit Dingen, die ihr während der Adventzeit machen könnt oder auf die ihr Lust habt.

Ideen für gemeinsame Aktivitäten und weißt-du-eigentlich-wie-lieb-ich-dich-habe-Briefe lassen sich übrigens auch sehr gut als Adventkalender verpacken!

Mehr Ideen, speziell zum Weihnachtsfest 2020, könnt ihr euch gern bei mir im Webinar „Weihnachten ist ein Gefühl“ – Ideen & Inspiration für euer Weihnachtsfest 2020“ am 18. Dezember 2020 holen.

Ich wünsche euch, liebe Familien, liebe Eltern, für diese Zeit so viel Zuversicht, Vertrauen, schöne Momente und Fülle für eure Familie. Wir schaffen das!

 

 



EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Gruetze

    Dipl. Lebens- und Sozialberaterin, familylab-Beraterin und zertifizierte Theaterpädagogin
    Barbara Grütze arbeitet mit großer Freude als beziehungs-, bindungs- und bedürfnisorientierte Beraterin für Kinder, Jugendliche, Eltern und Familien in eigener Beratungspraxis (1220 Wien) und ist selbst Mama einer kleinen Tochter.


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