Welche Lehrer mich in meiner Schulzeit geprägt haben

Die Schule hat nach der Sommerpause wieder begonnen. Mit dem Schulantritt der Kinder kommen auch Erinnerungen an die eigene Schulzeit hoch.

Es ist wieder Schule. Das heißt für Eltern: Elternabende, Alltag wieder umstellen, Organisatorisches erledigen, langsam wieder in die schulische Realität hineinkommen. Es heißt aber auch: Zurückdenken an damals, als man selbst noch die Schulbank drücken musste.

Vieles hat sich verändert

Das Mitteilungsheft etwa existiert in seiner haptischen Form schon längst nicht mehr und wurde von digitalen Tools beerbt. Auch werden wohl nicht mehr riesige Kästen in das Klassenzimmer geschoben, wenn es darum geht, pädagogisch wertvolle Filme zu zeigen. Auch hier hat die technische Veränderung Einzug gehalten: Beamer und Flatscreens dominieren das Geschehen.

Tatsächlich sind diese Aspekte – für viele mögen es auch Nebenaspekte sein – das Erste, was mir in den Sinn kommt, wenn ich, getriggert durch den Schulbeginn der eigenen Kinder, zurückdenke. Erst dann kommen Klassenkameraden in den Sinn, ein wenig später noch Lehrer. Zwei Lehrer haben mich dabei besonders geprägt: Meine Volksschullehrerin und mein Deutsch-Lehrer später in der Hauptschule.

Lehrer prägen

Beide stehen für sehr unterschiedliche Lehrer-Typen und haben mich deshalb auch auf sehr verschiedene Weisen geprägt. Meine Volksschullehrerin war sehr streng. Ich erinnere mich noch daran, dass mich das zunächst etwas überforderte. War die Zeit bis dahin in meiner Kindheit locker, begann nun ganz offensichtlich der Ernst des Lebens. Ein wenig hatte ich Angst vor ihr.

Mir wurde klar: Die Schule ist kein Ort der freien Entfaltung, sondern ein Ort der Disziplin. 

Mein Deutsch-Lehrer war ganz anders: Als nicht besonders guter Schüler blühte ich unter seine Ägide auf: Ich war in Deutsch plötzlich Klassenbester, schrieb sehr gute Aufsätze und meldete mich – als bis dahin schüchternes und zurückhaltendes Kind – immer öfter zu Wort. Auch politisch prägte er mich früh: Er war ein liberaler, offener Geist mit für die damaligen Zeiten äußerst progressivem Gedankengut.

Was aber bedeutet es, von solch unterschiedlichen Personen geprägt worden zu sein? Zunächst einmal ist es interessant, wie sehr sich diese beiden Menschen in die eigene Erinnerung eingeschrieben haben. Das war ich hier kurz umrissen habe, ist nur die Spitze des Eisberges. Davon angestoßen ließen sich aktuell mehrere Seiten mit Erinnerungen füllen. Es zeigt aber vor allem eines: Es ist nicht egal, wer als Lehrer „da vorne“ vor einer Tafel und vor einer Klasse steht.

Lehrerinnen und Lehrer schaffen Erinnerungen und Prägungen für das Leben.

Ich wünsche meinen Töchtern, dass sie ebenfalls prägende Lehrer erfahren. Lehrer, die sie in ihren Grundfesten mitdefinieren, die ihnen Flügel geben, anstatt ihnen diese zu stutzen. In dieser Hinsicht ist meine Erinnerung an die prägendsten Lehrerpersönlichkeiten meiner Kindheit und Jugend nämlich durchwegs etwas ambivalent. Früh wurde ich mit übertriebener Strenge konfrontiert, erst später konnte ich dadurch die Freude am Lernen und am Wissen entdecken. Noch immer habe ich das Gefühl, dass mich etwas zurückhält, wenn es um Wissenserwerb geht. Ich bin neugierig, habe aber auch immer wieder das Gefühl, nicht zu genügen, Dinge nicht ausreichend und tief genug zu verstehen.

Vieles davon ist unterbewusst geblieben. Man muss es sich schon von Zeit zu Zeit in Erinnerung rufen. Es soll auch keinesfalls ein Anprangern von etwaigen mangelnden pädagogischen Fähigkeiten von Lehrerinnen und Lehrern sein. Vieles hat sich über die Jahrzehnte, seit ich die Schulbank drücken durfte, auch verändert.

Für Eltern kann es aber der Aufruf sein, auch genauer hinzusehen und in der Einschätzung der Fähigkeiten und Fertigkeiten der eigenen Kinder auf das elterliche Gespür zu vertrauen. Lehrer sehen oft nur einen Teil der Persönlichkeit - Eltern sehen mehr.

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