Kinder willkommen - die Kinderkirche

Mit kleinen Kindern den Sonntagsgottesdienst zu besuchen ist nicht immer ganz einfach. Um auch den kindlichen Bedürfnissen gerecht zu werden, wird mancherorts parallel zum Gemeindegottesdienst eine „Kinderkirche“ gefeiert. Aber was genau ist das?

 

Der Sonntag als Familie

Für uns in der Familie gilt: Der Sonntag soll sich von allen anderen Wochentagen abheben. Doch wie zeigt sich das konkret?

Bei uns wird es an drei Aspekten deutlich: Zeit für die Familie, Zeit für Erholung und Zeit für Gott.


Zunächst versuchen wir alle Arbeiten des Haushalts oder Gartens auf ein Minimum zu reduzieren. Es wird keine Wäsche gewaschen, nicht geputzt, noch gesaugt oder der Rasen gemäht. Stattdessen wird vor allem auf einen schön und liebevoll gedeckten Esstisch mit Servietten, einer Kerze und/oder Blumen geachtet. Auch versuchen wir jedem einzelnen Kindern gerecht zu werden, mit ihnen Spiele zu spielen, Bücher zu lesen, einen Spaziergang oder Ausflug zu machen.

Zudem soll der Erholung von uns Erwachsenen Raum gegeben werden: ein Buch lesen, in einer warmen Badewanne entspannen oder - was mein Mann präferiert – ein Fußballmatch anschauen. An einem Sonntag ist uns aber auch der Gang zur Heiligen Messe ganz wichtig. Wir wollen Gott für die vergangene Woche danken und ihm die kommende Woche anvertrauen und unter seinen Schutz stellen.

 

Herausforderung Gottesdienst/ Heilige Messe

Jeder, der kleine Kinder hat, weiß, dass ein Sonntagsgottesdienst mit ihnen nicht nur von Andacht und Gebet geprägt ist. Mitunter kommt es zu Trotzanfällen, zu Laufmanövern oder es wird zum gefühlt hundertsten Mal lautstark danach gefragt, wann es denn endlich aus sei. Das könnte uns resignieren lassen, doch für meinen Mann und mich war und ist es trotz allem wichtig, am Sonntag als Familie den Gottesdienst mitzufeiern.

Wesentlich ist für uns auch, dass unsere Kinder den Kirchgang als etwas Schönes und Positives erleben.

Zwei Elemente, die in unserer Pfarre dabei hilfreich sind die Kinderecke im Kirchenraum. Sie ist ausgestattet mit Büchern, Bausteinen und Ausmalbildern und ermöglicht so den Kindern eine gute Zeit während des Gottesdienstes. Außerdem gibt es einmal im Monat der Kinderwortgottesdienst im Pfarrheim (kurz: Kinderkirche), der parallel zum Sonntagsgottesdienst stattfindet und wo z.B. das Sonntagsevangelium kindgerecht aufbereitet wird.

 

Doch was ist denn eine Kinderkirche ganz konkret?

Der Ablauf der Kinderkirche unserer Pfarre ruht auf 5 Säulen:

  • die Rituale
  • das gemeinsame Singen
  • ein Input
  • ein kreativer Teil
  •  das gemeinsame Gebet


Als Ritual hat sich mittlerweile der Beginn der Kinderkirche etabliert. Er besteht aus dem Läuten einer Glocke, dem Anzünden der „Jesuskerze“ und dem gesungenen Kreuzzeichen („Ich denke an dich, ich erzähle von dir, ich spüre du bist bei mir.“). Eine wesentliche Säule der Kinderkirche stellt auch das gemeinsame Singen und Musizieren dar. Damit Kinder mitmachen können, werden geistliche Lieder gewählt, deren Text und Melodie einfach zu merken sind - oft mit Bewegungen und Percussion-Instrumenten.

Den Hauptteil der Kinderkirche stellt der Impuls und der kreative Teil dar. Inhalte sind z.B. das Sonntagsevangelium, ein bestimmtes Thema (z.B. Fastenzeit, Freundschaft mit Jesus, Erntedank, Gott ist gut, ein-Segen sein) oder ein Heiliger (z.B. Hl. Martin, Hl. Nikolaus, Hl. Elisabeth, etc.). Im kreativen Teil dürfen die Kinder je nach Thema etwas gestalten, malen oder mit Legematerialien ein Bodenbild legen.

Den Abschluss bildet das Zusammenkommen im Sitzkreis, das Singen eines Liedes und das Beten eines Gebetes, welches entweder frei oder in gebundener Form stattfindet. Dann machen sich wieder alle auf den Weg in die Kirche, um dort mit der Sonntagsgemeinde das Vaterunser zu singen. Damit die Kinder im weiteren Verlauf der Heiligen Messe aktiv dabei sind, wird auch das Danklied von ihnen gesungen.

Einen Raum zu schaffen, wo Kinder den Sonntagsgottesdienst in kindgerechter Art und Weise mitfeiern können und so eine Begegnung mit Gott möglich wird, ist mir ein großes persönliches Anliegen. Dafür investiere ich gerne Zeit und Kraft, wie auch meine Talente und Ideen. Es würde mich sehr freuen, wenn ich durch diesen Beitrag dazu ermutigen kann, in der eigenen Pfarre eine Kinderkirche oder eine andere Initiative zu starten, die es Kindern ermöglicht, den Gottesdienst als etwas Schönes und Positives zu erleben.

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