Das letzte Ferienwochenende: So gelingt der Übergang zurück in den Alltag

Die Ferien neigen sich dem Ende zu. Noch einmal ausschlafen, lange frühstücken, barfuß durch den Garten laufen oder den Tag einfach auf sich zukommen lassen – und plötzlich steht der erste Kindergarten- oder Schultag vor der Türe.

Für viele Familien ist genau dieses letzte Ferienwochenende eine kleine Herausforderung.

Die Kinder genießen die freie Zeit, während bei den Eltern vielleicht schon die Gedanken um Jausenboxen, Kleidung, Wecker und die frühen Morgenstunden kreisen.

Wie gelingt der Übergang zurück in den Alltag, ohne dass die letzten Ferientage in Stress ausarten?

Die gute Nachricht: Es braucht dafür keinen minutiös durchgeplanten Neustart.

Ein paar kleine Schritte reichen oft schon aus, damit sich die ganze Familie wieder langsam an den Alltag gewöhnt.

 

Nicht alles auf einmal ändern

Nach mehreren Wochen Ferien kann es gut sein, dass der Familienrhythmus ein bisschen aus dem Takt geraten ist – und das darf sein. Spätes Einschlafen am Abend, längeres Schlafen am nächsten Morgen, spontane Ausflüge und gemütliche Vormittage gehören schließlich zum Urlaub und zur Auszeit dazu. Deshalb muss am letzten Ferienwochenende nicht plötzlich wieder alles funktionieren wie am ersten Schultag. Viel hilfreicher ist es nämlich, Schritt für Schritt zurückzufinden.

Werden die Kinder normalerweise um sieben Uhr geweckt, muss das am Samstag nicht sofort wieder passieren. Aber vielleicht kann die Familie am Wochenende morgens etwas früher aufstehen als bisher. Auch die Schlafenszeit lässt sich jeden Abend in der letzten Ferienwoche ein kleines Stück vorverlegen.

Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern eine sanfte Annäherung an den gewohnten Rhythmus.

Den Abend wieder etwas ruhiger gestalten

Gerade Kindergarten- und Volksschulkinder profitieren davon, wenn der Abend vor dem Neustart wieder etwas vorhersehbarer wird. Am letzten Ferienwochenende kann deshalb eine vertraute Abendroutine helfen: gemeinsam Abendessen, Zähne putzen, Schlafanzug anziehen, noch eine Geschichte lesen und anschließend ins Bett. Auch Fernsehen, Tablet oder Handy dürfen wieder etwas früher Pause machen. Es muss dabei keine strenge „Ab jetzt ist alles wieder wie früher“-Regel geben.

Entscheidend ist vielmehr, dass die Abende wieder ruhiger werden und die Kinder spüren: Die Ferien gehen langsam zu Ende und etwas Neues (oder eben der gewohnte Alltag) beginnt.

Gemeinsam Vorfreude schaffen und erleben

Für manche Kinder bedeutet der Ferienabschluss vor allem eines: Abschied von der Freiheit. Kein Wunder, wenn da nicht unbedingt Begeisterung aufkommt. Es lohnt es sich deshalb, nicht nur über das frühe Aufstehen oder die Schule zu sprechen, sondern auch über das, worauf sich die Kinder freuen. Vielleicht wartet im Kindergarten schon die beste Freundin. Vielleicht freut sich das Volksschulkind darauf, endlich wieder mit den Klassenkolleginnen und -kollegen zusammen zu sein. Oder es gibt eine neue Lehrerin, ein neues Schulfach oder einfach die Freude, die eigenen Freunde wiederzusehen.

Ein Gespräch beim gemeinsamen Frühstück oder Abendessen kann dabei ganz unkompliziert sein: „Worauf freust du dich schon ein bisschen?“ Und wenn die Antwort lautet „Auf gar nichts!“, ist das übrigens auch völlig in Ordnung.

 

Am letzten Ferienwochenende gemeinsam vorbereiten

Der Sonntagabend wird deutlich entspannter, wenn nicht alles erst in letzter Minute erledigt werden muss. Am letzten Ferienwochenende kann man deshalb ruhig ein bisschen gemeinsam vorbereiten. Schultasche kontrollieren, Hausschuhe suchen, Kindergartenrucksack herrichten oder die Lieblingsjause überlegen – solche kleinen Aufgaben können Kinder ihrem Alter entsprechend selbst übernehmen. Auch die Kleidung für den ersten Tag kann schon bereitgelegt werden. Bei jüngeren Kindern nimmt das am nächsten Morgen einiges an Hektik heraus. Und so kann aus dem Vorbereiten sogar ein kleines Familienritual werden: Gemeinsam schauen, was gebraucht wird, die Schultasche packen und danach noch etwas Schönes machen.

 

Einen möglichst normalen Sonntag erleben

Der letzte Ferientag muss nicht ausschließlich ein „Vorbereitungstag“ sein. Im Gegenteil: Gerade weil der Alltag wieder näher rückt, tut es gut, den Sonntag noch einmal zu genießen. Ein gemeinsames Frühstück, ein Spaziergang, ein Besuch am Spielplatz oder ein gemütlicher Nachmittag zu Hause – mehr braucht es oft gar nicht. Dabei darf auch ein bisschen Wehmut Platz haben. „Schade, dass die Ferien vorbei sind“ ist kein Problem, das sofort gelöst werden muss. Auch Erwachsene kennen dieses Gefühl. Manchmal hilft schon der Satz: „Ja, ich finde es auch schade. Aber wir hatten eine schöne Zeit.“

 

Am ersten Morgen: lieber zehn Minuten mehr

Und dann ist er da: der erste Morgen. Wenn möglich, hilft es, für diesen Tag etwas mehr Zeit einzuplanen. Nicht weil garantiert etwas schiefgeht, sondern weil ein entspannter Start Gold wert ist. Lieber zehn Minuten früher aufstehen und in Ruhe frühstücken, als schon beim Anziehen auf die Uhr schauen zu müssen. Gerade nach den Ferien brauchen Kinder oft ein bisschen länger, um wieder in den Morgenmodus zu kommen. Und falls trotzdem die Trinkflasche vergessen, die Socke nicht gefunden oder die Jause auf dem Küchentisch liegen bleibt: tief durchatmen. Der erste Tag muss nicht perfekt laufen.

 

Ferienende bedeutet auch Neubeginn

Vielleicht ist das Wichtigste am letzten Ferienwochenende, nicht zu viel daraus zu machen. Kinder müssen nicht innerhalb von zwei Tagen wieder perfekt im Schul- oder Kindergartenrhythmus funktionieren. Ein sanfter Übergang darf genau das sein: ein langsames Zurückfinden. Die Ferien waren eine besondere Zeit – mit langen Tagen, weniger Terminen und hoffentlich vielen schönen gemeinsamen Momenten. Diese Erinnerungen verschwinden nicht, nur weil der Wecker wieder klingelt. Und vielleicht hilft genau dieser Gedanke auch uns Eltern: Der Alltag darf wiederkommen. Nicht als harter Schnitt, sondern Schritt für Schritt. Mit einer vorbereiteten Schultasche, einem etwas früheren Abend, einer Extraportion Geduld – und ganz viel Vorfreude auf all das, was die kommende Zeit für die Familie bereithält.

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