3. August 2021

Zeitmanagement – Warum „gleich“ mich nervt


Für Eltern ist es oft zum Aus-der-Haut-Fahren. Das ständige Wörtchen „Gleich“, welches einem die Sprösslinge entgegenwerfen, wenn man sie um etwas bittet, ist schwer auszuhalten. Woran liegt das eigentlich?

Womöglich daran, dass man es als Vater oder Mutter dann doch noch gelernt hat: Das vielbeschworene Zeitmanagement. Denn ohne geht es irgendwie nicht. Und das Wörtchen Management darf da durchaus ernst genommen werden. Es geht schließlich darum, mehrere Ereignisse zu managen und in einen sinnvollen, effizienten und präzisen Zusammenhang zu bringen. Und das machen Kinder und Jugendliche in den seltensten Fällen. Der Zusammenhang fehlt in gewisser Weise. Aufgaben werden, manchmal erst nach mehrmaliger Aufforderung der Eltern, mit mehr oder weniger große Lust und Euphorie erledigt. Dass eine Aufgabe zur nächsten führt und sich die Fülle und Gesamtheit der Aufgaben schließlich entweder Haushalt oder Alltag nennt, ist noch eher wenig bis gar nicht in den Köpfen des Nachwuchses angekommen.

Warum ist das so?

Eltern füllen diese Lücken oft allzu rasch allzu bereitwillig. Funktioniert etwas nicht oder fehlen schlicht und einfach die Zusammenhänge, dann greifen Eltern ein und sorgen dafür, dass es funktioniert und das die Reibungslosigkeit gegeben ist. Anders gesagt: Oft lässt man dem Nachwuchs gar keine Chance, so etwas wie ein Gefühl für Zeitmanagement und Zusammenhänge zu entwickeln. Und die Fürsorglichkeit steht einem bewussten Zulassen von Fehlern und Lücken zudem auch ein wenig im Wege.

Frust zulassen?

Wer lässt schon Kinder und Jugendliche bewusst „auflaufen“, um ihnen zu zeigen, dass sie die großen Zusammenhänge (noch) nicht verstehen? Wer lässt schon scheitern von Zeitplänen, geplatzte Termine oder ähnliches zu, nur um dadurch womöglich den einen oder anderen Lerneffekt zu erzielen? Schließlich will man ja Leid und Frustration doch ein wenig von den zarten Kindern abhalten. Auch Diskussionen sind meist wenig zielführend und tragen kaum zum Verständnis über die Generationen hinweg vor. Eher werden Ratschläge der Elternseite her falsch verstanden. Was auf der Eltern-Senderseite als gut gemeinter Ratschlag intendiert war, das kommt auf der Nachwuchs-Seite nur allzu oft als Belehrung oder gar Besserwisserei an.

Tatsächlich sollte man in diesem Kontext vorsichtig sein. Sehr schnell kommen Botschaften nicht nur schnell an, sondern stoßen auch zurecht auf Kritik. Denn wer sagt denn, dass das eigene Modell von Zeitmanagement und Alltagsmanagement tatsächlich zum Vorbild für den Nachwuchs taugt?

Es kann also wohl nur eine Mischung aus allem sein. Liebevolle Hinweise auf diesem Weg können womöglich zumindest Fragmente des Dazulernens generieren. Grundsätzlich gilt aber: Gelassenheit ist wohl der Schlüssel zu alldem. Zusehen und lächeln, wie nicht alles gelingt und sich daran erinnern, dass man selbst früher auch nicht anders war, kann wahre Wunder wirken und dann tatsächlich zu Verständnis zwischen Kind und Eltern führen.


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