4. Dezember 2020

Zeit für mich – geht das überhaupt? 

zeit für mich - meinefamilie.at

Eine der berühmtesten Stelle aus der Bibel ist das sogenannte Doppelgebot in den Evangelien. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Wir verwenden diesen Satz gerne im Kontext des caritativen und sozialen Wirkens und vergessen leicht das kleine „wie dich selbst“. 

Aber was bedeutet das genau? Wir sind in unserem Leben mit vielen Herausforderungen konfrontiert: Kinder, Schule, Beziehung, Großfamilie, Arbeit, Haushalt und vieles mehr. All diese Dinge verlangen von uns ein verantwortungsbewusstes und liebevolles Umgehen und Engagement. Was passiert aber, wenn man all den Verpflichtungen nachzugehen versucht, seine eigenen Bedürfnisse aber übersieht oder nicht beachtet? Man wird leer, ungeduldig, erwartet von seinen Familienmitgliedern Dinge zu tun, die sie nicht tun können oder man ist müde und energielos.

Es ist wie mit einer Waage, wenn auf der einen Seite ein Gewicht dazukommt, muss man auf der anderen Seite dagegen halten. Sonst kommt es zu einem Ungleichgewicht.“ 

Bitte versteht mich nicht falsch, ich halte nichts von einem egoistischen „ich muss mich um mich selber kümmern und ihr habt das zu akzeptieren“. Diese Form des Zusammenlebens gibt es auch, und das ist nichts, was ein freudvolles Miteinander fördert.

Eine liebe Bekannte hat mir vor kurzem gesagt: „Schau, dass ist wie mit einer Waage, wenn auf der einen Seite ein Gewicht dazukommt, muss man auf der anderen Seite dagegen halten. Sonst kommt es zu einem Ungleichgewicht.“ Das heißt, wenn es viele Anforderungen und Herausforderungen von außen gibt, dann ist es auch wichtig auf sein „Innen“ zu schauen. Zuerst dachte ich, dass das bei mir nicht ginge. Bis ich mich doch zu dem Punkt durchgerungen habe, zu überlegen, was ich eigentlich will und was ich eigentlich brauche, um meine Waage im Gleichgewicht halten zu können? 

Wenn es dir gut geht, wirkt sich das automatisch positiv auf deine Beziehung und deine Kinder aus. 

Ein Plan für mich

Für mich haben sich konkret drei Punkte hervorgehoben:

  1. Jeden Tag eine halbe Stunde bis eine Stunde Sport (Walken, Laufen, Gymnastikübungen)
  2. Jeden Tag eine halbe Stunde Zeit mit Gott. (Bibellesen, Lobpreis, einen Kaffee mit Gott trinken )
  3. Jeden Tag eine Stunde am Abend, in der ich Büroarbeiten oder andere Dinge erledigen kann. 

Alles was es dazu brauchte war eine kurze Absprache und es so zu organisieren, dass der Rest der Familie nicht leidet. 

Meine Erfahrungen mit meinem Mehr an Zeit

Die Erfahrung, die ich damit mache ist:

  • Dass es unheimlich gut tut, eine fixe Zeit am Tag zu haben, die für mich reserviert ist. 
  • Dass ich für meine To-do-Liste des Tages mehr Freude und Energie habe.
  • Dass ich am Tag insgesamt mehr schaffe. (und nicht weniger, wie ich es vermutet habe)

Vielleicht denken Sie nun, dass das bei Ihnen nicht geht, weil Ihr Mann oder Ihre Frau den ganzen Tag in der Arbeit ist oder die Kleinen einen den ganzen Tag brauchen. Meiner Erfahrung nach gibt es immer Lücken, die gefunden werden können. Vielleicht muss man dafür etwas früher aufstehen (das mache ich öfters), oder man nimmt sich eine halbe Stunde, während das Baby schläft für sich selbst, anstatt die Waschmaschine einzuschalten oder das Geschirr wegzuräumen. Wichtig ist nicht die Quantität, sondern einen – wenn auch kleinen – Schritt zu setzen. Oft sind es nur Kleinigkeiten, die eine große Wirkung haben. Was es braucht ist eine bewusste Entscheidung dafür. 

Bin ich mir selber ein guter Freund?

Ich möchte Sie ermutigen, sich auf diese Frage einzulassen. Bin ich mir selber ein guter Freund? Bin ich mir selber ein guter Verwalter? Oder warte ich nur darauf, bis sich meine Umstände verbessern, mein/e Ehepartner/in sich ändert oder meine Kinder rücksichtsvoller werden. 

Wenn Sie sich selber ein guter Freund sind, werden sich auch andere in der Umgebung wohl und zu Hause fühlen. 

Ideen für Pausenzeiten

zeit für mich - meinefamilie.at

  • Einen Spaziergang machen
  • Ein gemütliches Frühstück auf der Couch
  • Ein Buch lesen
  • Etwas in der Wohnung/im Haus verschönern
  • Einen Brief an Gott schreiben
  • Aussortieren 😉
  • Musik machen/hören
  • eine Runde Rad fahren
  • Blumen pflücken/kaufen
  • Etwas neues Backen/Kochen
  • Fotos ansehen
  • Nähen/Stricken/Handarbeiten
  • Mit Holz werken
  • Einen lieben Menschen treffen
  • Zum Frisör gehen
  • Etwas Zeichnen
  • Sich an einen See/Fluss sitzen
  • Ein Bad nehmen
  • Sport
  • Beten
  • Sich etwas für den Eheabend überlegen
  • In der Stadt bummeln
  • Eine Fremdsprache lernen/auffrischen
  • Ein Nickerchen machen 
  • Gedichte lesen
  • Kreuzworträtsel lösen
  • Zukunftspläne schmieden
  • Jemanden anrufen

 

Wie Sie sehen – es gibt viele Möglichkeiten. In diesem Sinne – wünsche ich eine richtig gute Zeit mit sich selbst zu verbringen. Und vielleicht erleben Sie in all dem, auch Gott ein Stück weit näher zu kommen. 



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