13. Oktober 2017

Warum „Sei schön brav“ kein guter Ratschlag ist

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Kindlicher Widerstand kann für Eltern mühsam sein, ist aber wichtig für ihre Entwicklung. Eltern gibt er Gelegenheit, selbst zu wachsen.

Wer hat nicht gerne brave und folgsame Kinder? Schließlich meinen es Eltern ja nur gut und die Befolgung ihrer Ratschläge und Vorschriften könnte Kindern viele schlechte Erfahrungen ersparen. Um wie viel wäre Erziehung leichter und unkomplizierter! Kindlicher Widerstand, beginnend mit dem Trotzalter bis hin zur Pubertät, kann ganz schön viel Nerven kosten. Deshalb ist für manche Eltern Gehorsam die oberste Tugend und sie zögern nicht, sich nötigenfalls mit Macht und Autorität durchzusetzen.

Überanpassung macht lebensuntüchtig

Haben Sie schon einmal versucht, sich vorzustellen, was passiert, würde Ihr Kind tatsächlich immer Ihren Wünschen nachkommen? Es würde lebensuntüchtig werden und an seiner Existenz kläglich scheitern! Warum?

Aus ihm würde ein angepasster Ja-Sager werden, der es nicht gelernt hätte, eigene Meinungen zu äußern oder zu verteidigen.

Es hätte kein Durchsetzungsvermögen, da es nicht gelernt hätte, Konflikte auszutragen. Es könnte sich nicht wehren und würde häufig die Rolle des Opfers oder des Spielballs für andere einnehmen. Es hätte nicht gelernt, eigene Wünsche und Vorstellungen zu entwickeln und könnte sich selbst nicht wirklich spüren. Es wäre unsicher und wie fremd gesteuert. Echte Motivation, Lebenskraft und Lebensfreude könnten sich nicht entfalten. Tiefe Depressionen bis hin zum Selbstmord könnten die Folge sein, oder aber auch plötzliche explosive Ausbrüche von Aggressionen.

Eltern sind „Reibebaum“

Gott sei Dank gibt es sie nicht, die Kinder, die nie widersprechen! Für uns Eltern ist es aber wichtig zu wissen, wie wir mit kindlichem Trotz, Widerstand, Vorwürfen und Provokationen umgehen sollen – Fähigkeiten, die man lernen kann. Vor allem aber müssen wir verstehen, dass Konflikte ein natürlicher und wichtiger Bestandteil zwischenmenschlicher Beziehungen sind und wir für unsere Kinder die Funktion des Reibebaumes einnehmen. Es kommt darauf an, verständnisvoll und kompetent Grenzen zu setzen, in einer Weise, bei der das Kind sich verstanden fühlt und gleichzeitig Halt und Orientierung seitens der Eltern erfährt. Das kann fallweise sehr anstrengend sein und uns an unsere eigenen Grenzen führen.

Auch Eltern sind Menschen in Entwicklung.

Die ehrliche und liebevolle Auseinandersetzung mit kindlichem Widerstand kann ein wertvoller Faktor für das eigene persönliche Wachsen und Reifen der Eltern werden. Wer die Auseinandersetzungen mit Kindern mit Wohlwollen und Humor, anstatt mit verbissenem Ernst führt, wird dabei viel Heiterkeit und Frohsinn erleben.



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