31. August 2021

Vorbereitung auf die Schule – ganz einfach im Alltag


In wenigen Tagen beginnt für etwa 88.500 Schüler und Schülerinnen zum ersten Mal die Schule. Um Kindern einen leichteren Start zu ermöglichen, können kleine Gesten, Geschichten und Spiele im Alltag hilfreich sein. Praxistipps für angehende Tafelklassler und ihre Eltern zum Durchstarten.

Vorfreude stärken

„Mama, bist du auch mit 6 in die Schule gegangen?“, „Wie war dein erster Schultag, kannst du dich noch erinnern?“. Kinder saugen die Erfahrungen und Erinnerungen Erwachsener förmlich auf und lernen durch diese. Gut ist dabei, positive Erinnerungen wiederzugeben, wie die Aufregung vor dem ersten Schultag oder das neue Kennenlernen von Freunden. Es sind viele Eindrücke, die Kinder mit dem Eintritt in die Schule verarbeiten müssen. Dies kann nicht in einigen wenigen Tagen geschehen. Darum benötigen die neuen Tafelklassler oft bis Weihnachten, um sich in die neuen Strukturen – sei es in der Schule oder Zuhause mit dem routinierten Aufstehen am Morgen – einzuleben. Mit kleinen Gesten und Geschichten lässt sich für Kinder vieles leichter einordnen, wenn es bei Mama oder Papa ähnlich verlaufen ist. Es gibt ihnen Mut, sich auf diese neue Situation einzulassen oder offen entgegen zu treten.

Allerdings freuen sich nicht alle Kinder auf dem Schulbeginn. Manche erwähnen vielleicht ein mulmiges Gefühl oder Unsicherheit. Dies ist vollkommen verständlich, schließlich ändert sich der gewohnte Alltag, der mitunter seit Jahren Normalität war. Hier lassen sich die Gefühle begleiten, indem man sie an- und laut ausspricht: „Es ist okay, wenn du noch vorsichtig bist mit deiner Vorfreude! Dein Tag hat sich stark geändert, du lernst viel Neues. Erzähl mir, worüber du dir Gedanken machst.“

Schule im Alltag für Vorschulkinder

Kinder sind von Natur aus neugierig. Die meisten Vorschulkinder beginnen sich rund um ein Alter von 5 Jahren für Buchstaben und Zahlen zu interessieren. „Wie schreibe ich meinen Namen?“, „Wie schreibe ich meinen Geburtstag?“ und ähnliche Fragen gehören plötzlich zum Alltagsinteresse. Hier ist es gut, der natürlichen Neugierde der Kinder positiv zu begegnen. Denn meist hat man dies auch vorher schon bei anderen Themen gemacht, wenn das Kind beispielsweise Interesse bei Fahrzeugen oder Tieren zeigte. Ähnlich sollte man den ersten Fragen zu schulischen Themen wie Schreiben und Rechnen begegnen und beispielsweise gemeinsam den eigenen Namen oder Mama und Papa schreiben lernen.

„Eltern dürfen entspannt dem Tempo und dem Interesse des Kindes folgen und müssen nicht aktiv schulische Fähigkeiten zu Hause üben.“

Michael Leicht und Annette Miller aus dem Buch Mein Schulkind: Ratgeber rund um die Schule

(c)iStock

Dabei muss man aber nicht übers Ziel hinausgehen und womöglich die anfängliche Neugierde und das Interesse durch Überforderungen der Kinder wieder mindern. Eltern brauchen nicht die Rolle der Lehrer und Lehrerinnen einzunehmen und einen regelrechten Lehrplan mit den Kindern durchgehen. Es reicht die Vorfreude auf die Schule im Alltag zu erhalten, in dem spielerisch Zahlen und Buchstaben – vielleicht mit Ratespielen oder Zählspiele – nähergebracht werden.

 

Anregungen zur Schulvorbereitung im Alltag

  • Wäsche nach Farben sortieren fördert die Konzentration und ist die Basis für viele mathematische Aufgaben.
  • Tisch decken und dabei die richtige Anzahl an Teller platzieren.
  • Formen ausschneiden fördert die Feinmotorik.

Die sogenannten Vorläuferfähigkeiten, also all jene Fähigkeiten, die man für das Lesen und Schreiben lernt, werden dadurch und vor allem durch die Kindergartenpädagogen gestärkt. Diese malen, singen und basteln mit den Kindern, lassen sie so einfache Fragestellungen lösen und stärken die Feinmotorik. Ebenso wird im Kindergarten die soziale und emotionale Kompetenz der Kinder gefördert – wie reagiert man bei Konflikten, wie kann man sich durchsetzen. All dies gilt bereits als Schulvorbereitung.

Bei all dem muss man wiederholt festhalten, den Kindern keinen Druck weiterzugeben und sie lediglich in ihrer Neugierde und Vorfreude zu bestärken, zu begleiten und zu loben. Dies tut nicht nur dem Eltern-Kind-Verhältnis sehr gut, sondern stärkt auch das Selbstvertrauen der Kinder.


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