26. März 2020

Unser Familienalltag während der Corona-Krise

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Habt ihr auch das Gefühl, die ganze Welt hat eine Vollbremsung hingelegt? Obwohl wir per WhatsApp mit vielen verbunden sind und täglich mit Familienmitgliedern und Freunden telefonieren, fühlt es sich trotzdem einfach … langsamer an.

Auch wenn wir nicht alle immer Zuhause sind, weil wir teilweise in einem systemkritischen Beruf arbeiten, ist es doch möglich, dass unsere Kinder immer Zuhause betreut werden können.

Rhythmus und Tagesablauf

Für uns als Eltern und Pädagogen war klar, wir brauchen Zuhause auf jeden Fall einen Rhythmus! Unsere Kinder brauchen Klarheit und wir selber auch. Struktur ist wichtig, weil sie Halt gibt und so die ungewohnte Situation trotzdem eine gewisse Normalität bekommt.

Unsere große Tochter ist derzeit in der zweiten Klasse und hat eine wunderbare Lehrerin, die am Wochenende eine Mappe für die Kinder zusammengestellt hat. Diese Arbeitsaufträge sind übersichtlich und strukturiert – ansprechend und motivierend für die Kinder und gut handzuhaben für uns Eltern!

Für uns war von Anfang an ganz klar, dass wir genau wie während der „normalen“ Schulzeit morgens aufstehen, ins Bad gehen und gemeinsam Frühstücken.

Das Frühstück läuft ein bisschen gemütlicher ab als sonst und der Zeitdruck fällt auch weg – interessanterweise sind wir so aber fast schneller! Das ist ein Phänomen, das uns zu denken gibt. Vielleicht schaffen wir es im „normalen“ Alltag in ein paar Wochen, etwas von dieser Gelassenheit zu übernehmen?

Hausaufgaben erledigen

Nach dem Frühstück und Küchendienst bekommt das Schulkind die Aufgabe. Da wird auch die Zeit eingestellt, die sie in der Schule hätte. Das geht leicht übers Handy, eine Eieruhr oder das Backofen-Piepserl. Sie arbeitet selbstständig, denn sie weiß auch: Wenn sie am Vormittag die Arbeitsaufträge nicht schafft, hat sie am Nachmittag den Rest als „Hausübung“.

Pausen einlegen

Natürlich sind auch die Pausen genau so wie in der Schule, wir jausnen gemeinsam und es geht in der großen Pause ab in den Garten! Nach den vier oder fünf „Unterrichtsstunden“ gibt es Mittagessen und Mittagspause, der Nachmittag ist – abgesehen von der selten nötigen Hausübung – frei. Da wird so viel wie möglich im Freien gespielt und sonst eigentlich das Gleiche gemacht wie immer.

Und unser Kindergartenkind?

Da unsere zweite Tochter im Sommer schon sechs wird, möchte sie auch „Schule machen“. Also bekommt sie von uns Rätsel und kleine Denkaufgaben, die sie mit großer Begeisterung macht und genauso kontrolliert haben möchte wie ihre große Schwester.

Uns war wichtig, dass jedes Kind  in einem eigenen Raum arbeitet, damit sie einander nicht ablenken. Natürlich dauert die Arbeit unserer jüngeren Tochter nicht so lange, aber sie hilft danach sehr gern im Haushalt und kann sich eine Zeit lang auch selbst beschäftigen. Besonders gerne zerschneidet sie gerade Schachteln und verteilt sie im ganzen Haus als Autos und Häuser.

Was passiert mit dem Haushalt?

Der Haushalt ist übrigens etwas, das wir – endlich – einmal in Ruhe machen können und hoffentlich noch einiges aufarbeiten können. Durch unsere Berufstätigkeiten, die berufsbegleitende Ausbildung und einige nebenberufliche Aktivitäten ist Haushalt sonst „nebenbei“ und nie ganz fertig, obwohl wir auch da schon effizient(er) organisiert sind. Gleichzeitig erwarten wir auch nicht, dass derzeit alles immer ordentlich aufgeräumt ist, da wir ja rund um die Uhr hier leben und arbeiten.

Für uns alle bleiben auch Abendessen, Bad, Bettgehen und die täglichen Aufgaben gleich.

Überrascht waren wir, dass die Kinder nicht mehr so viel streiten wie sonst obwohl wir die ganze Zeit gemeinsam Zuhause sind. Wir merken, dass etwas mehr gekuschelt wird und die Kinder gerade abends mehr Zeit mit uns verbringen möchten.

Ein Ritual hat sich in den letzten Tagen ergeben, dass wir gern aufgegriffen haben: Witze erzählen! Gerade in angespannten Zeiten, wenn die Kinder auch mitbekommen, dass wir gedanklich sehr beschäftigt und teilweise besorgt sind, ist das gemeinsame Lachen ein großes Geschenk!

Die Kinder erzählen uns immer wieder ihre Lieblingswitze und wir suchen im Internet nach neuen Scherzfragen.

Jeden Tag Freunde oder Familie kontaktieren

Ein anderer Punkt, der uns als Familie wichtig ist: Jeden Tag jemanden anrufen, Freunden Smileys oder Sprachnachrichten schicken. Wir mussten einige Spiel-Verabredungen und Familienfeiern absagen, da hilft das ein bisschen. In solchen Momenten sind wir für die Möglichkeiten der heutigen Technologie sehr dankbar!

Unser Pfarrleben hat sich natürlich geändert

Die Sonntagsmessen, Kinderwortgottesdienste, Erstkommunionvorbereitung und Gestaltung der Fastenzeit hat sich natürlich auch drastisch verändert. Während wir unser Pfarrleben und viele kirchliche Termine vermissen, versuchen wir Zuhause mit den Kindern einiges zu gestalten. Auch hier ist das Internet eine tolle Möglichkeit, Ideen und Impulse zu bekommen.

Für uns als Ehepaar ist diese Zeit auch ein Geschenk. Wenn die Kinder zur gewohnten Zeit im Bett sind, ist täglich Paarzeit. Das haben wir sonst nie, denn einer von uns ist jede Woche drei Nachmittage und Abende nicht da. Diese viele gemeinsame Zeit hilft uns, sie ist ja derzeit auch die einzige „kinderlose“ Zeit, die wir haben.

Schon in den letzten Tagen hat sich dieser „neue Alltag“ gut eingespielt. Eigentlich, wenn wir ganz ehrlich sind, wäre es wünschenswert wenn einiges so bleibt! Vielleicht schaffen wir es ja, bestimmte Elemente längerfristig zu übernehmen und zumindest diese Zeit als Familie zu genießen!

Wie geht es euch mit der plötzlichen Veränderung? Wie hat sich euer Alltag eingespielt? Lasst doch gern einen Kommentar mit euren Erlebnisse und Ideen da!

 



EIN ARTIKEL VON
  • Elisabeth & Johannes Hackl

    Elisabeth und Johannes Hackl leben mit ihren Kindern, Hunden und Hühnern in Niederösterreich. Sie sind begeisterte Familienmenschen, Kindergartenpädagogen, Referenten für Natürliche Empfängnisregelung, Teilzeit-Selbstversorger, im Glauben verwurzelt und noch immer sehr verliebt ineinander!


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