14. Juli 2015

Werbungskosten wegen doppelter Haushaltsführung und Familienheimfahrten


Werbungskosten im Allgemeinen (Haushaltsführung, Familienheimfahrten), sowie bei Verheirateten oder eingetragenen Partnerschaften. Stand 01.06.2015

Werbungskosten im Überblick

(Stand 1.6.2015)
Die Aufwendungen für eine Wohnung sind einkommensteuerlich (lohnsteuerlich) nicht absetzbar, sondern durch das steuerfreie Existenzminimum (Steuer beginnt erst ab € 11.000 Jahreseinkommen) abgegolten. Ist der Beschäftigungsort vom Familienwohnsitz zu weit entfernt, um täglich nach Hause zu fahren (jedenfalls ab mehr als 80 km, wenn die Fahrzeit mit dem tatsächlich benutzten Verkehrsmittel mehr als eine Stunde beträgt) und benötigt die Person eine weitere Wohnung in der Nähe ihres Arbeitsplatzes, kann sie die damit verbundenen Mehraufwendungen

a) für die (zusätzliche) Wohnung am Arbeitsplatz (z.B. Miete und Betriebskosten) und

b) für die notwendigen Familienheimfahrten mit dem jeweils benützten Verkehrsmittel (limitiert mit monatlich € 306,–, betreffend das Kalenderjahr 2014) als Werbungskosten anerkannt erhalten. Diese Ausgaben sind auf Seite 3 des Formulars L 1 – 2014 unter den Kennzahlen 300 und 723 einzutragen.

Werbungskosten bei Partnerschaften, Ehen

Verheiratete sowie in eingetragener Partnerschaft oder in eheähnlicher Gemeinschaft (auch ohne Kind) Lebende können diese Werbungskosten auf Dauer absetzen, wenn die Partnerin oder der Partner steuerlich relevante Einkünfte aus einer aktiven Erwerbstätigkeit von mehr als € 6.000 jährlich erzielt oder die Einkünfte in Bezug auf das Familieneinkommen von wirtschaftlicher Bedeutung sind.

Ist die Partnerin oder der Partner nicht berufstätig bzw. bezieht sie oder er zu geringe Einkünfte, kann die doppelte Haushaltsführung in der Regel nur für eine Dauer von zwei Jahren beansprucht werden. Bei Alleinstehenden ist sie mit etwa sechs Monaten befristet.

In folgenden Fällen kann auch ein längerer Zeitraum gerechtfertigt sein:

  1. Solange auf Grund fremdenrechtlicher Bestimmungen ein Familiennachzug nicht möglich ist (z.B. Mann arbeitet in Österreich, Frau und Kinder leben in Bosnien).
  2. In Berufszweigen mit typischerweise hoher Fluktuation (z.B. Baugewerbe) bzw. wenn von vornherein mit Gewissheit anzunehmen ist, dass die auswärtige Tätigkeit mit vier bis fünf Jahren befristet ist.
  3. Bei Unzumutbarkeit der (Mit)Übersiedlung von pflegebedürftigen Angehörigen.
  4. Wenn im gemeinsamen Haushalt am Familienwohnsitz unterhaltsberechtigte und betreuungsbedürftige Kinder wohnen und eine (Mit-)Übersiedlung der gesamten Familie aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist.

Die Frage der Unzumutbarkeit der Wohnsitzverlegung ist für jedes Kalenderjahr gesondert zu beurteilen.

Zum Steuerservice-Angebot des Familienverbandes


EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Fruhwürth

    Ich bin Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien und Steuerberaterin mit eigener Kanzlei in Wien.
    Den Familienalltag kenne ich als dreifache Mutter genau und kann durch meine Tätigkeit im Familienverband steuerrechtlich relevante Fragen leicht identifizieren.


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