18. November 2016

Wer soll den Kinderfreibetrag beantragen?

Kinderfreibetrag - meinefamilie.at

Eine oft gestellte Frage in Familien ist, wer den Kinderfreibetrag beantragen soll. Unser Steuertipp soll bei dieser Überlegung weiterhelfen!

Der Kinderfreibetrag beträgt bis einschließlich der Arbeitnehmerveranlagung für das Kalenderjahr 2015 € 220,– pro Kind und Kalenderjahr, wenn ihn bei Ehegatten nur einer beantragt, oder je € 132,– pro Kind und Kalenderjahr, wenn ihn beide Ehegatten beantragen.

Ab der Arbeitnehmerveranlagung für das Kalenderjahr 2016 erhöhen sich obige Beträge von € 220,– auf € 440,– und von € 132,– auf € 300,–.

Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einen Freibetrag.

Er wirkt sich bei einer Person entsprechend der Steuerprogression nur aus, wenn sie ein so hohes Einkommen erzielt, dass sie überhaupt Lohnsteuer bezahlt!

Freibetrag von Lohnsteuer

Allgemein kann man Folgendes festhalten: Hat bei Ehegatten nur ein Teil ein so hohes Einkommen, dass Lohnsteuer abgezogen wird, soll nur dieser Teil den Kinderfreibetrag von € 220,– (für 2015) bzw. € 440,– (ab der Veranlagung 2016) beantragen. Beim anderen Ehegatten, der keine Lohnsteuer bezahlt, hat der Kinderfreibetrag steuerlich keine Auswirkung.

Verdienen beide Ehegatten so viel, dass jeder Lohnsteuer bezahlt und sich der Kinderfreibetrag bei jedem Ehegatten steuerlich auswirkt, ist es günstiger, wenn beide den Kinderfreibetrag von je € 132,– (für Veranlagungen bis 2015) bzw. je € 300,– (ab der  Veranlagung 2016) beantragen.

Beispiel für das Kalenderjahr 2016

Beispiel betreffend Veranlagung für das Kalenderjahr 2016:
Der Grenzsteuersatz beim Ehepartner 1 beträgt 50 % (gilt für Jahreseinkommen von über € 90.000,– bis € 1,000.000,–), beim Ehepartner 2 beträgt er nur 25 % (gilt für Jahreseinkommen von über € 11.000,– bis € 18.000,–).
a) Ehepartner 1 macht den Kinderfreibetrag von € 440,– allein geltend. Er erzielt eine Steuerersparnis von € 220,– (50 % von 440,–).
b) Beide Ehepartner beantragen Kinderfreibetrag von je € 300,–. Beim Ehepartner 1 macht die Steuerersparnis € 150,– (50 % von 300,–) und beim Ehepartner 2 macht  sie € 75,– (25 % von 300,–), zusammen also € 225,– aus.

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EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Fruhwürth

    Ich bin Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien und Steuerberaterin mit eigener Kanzlei in Wien.
    Den Familienalltag kenne ich als dreifache Mutter genau und kann durch meine Tätigkeit im Familienverband steuerrechtlich relevante Fragen leicht identifizieren.


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