6. März 2015

Kinderfreibetrag § 106a EStG


Es lohnt sich für Familien, den Kinderfreibetrag zu beantragen. Informationen mit Stand Juni 2016.

Aktualisiert am 15. Jänner 2018

Steuern, Gebühren, Abgaben. Manchmal wird der Dschungel an Formularen, die auszufüllen und Behördengängen, die zu erledigen sind geradezu undurchdringlich. Gerade wenn ein Kind auf die Welt gekommen ist, ist organisatorisch viel zu berücksichtigen. Doch nicht alles kostet nur Geld. Manchmal bekommt man für seine Mühen auch Geld vom Staat zurück. Ein Beispiel dafür ist der jährliche Kinderfreibetrag. Es lohnt sich für jede Familie, diesen beim Finanzamt anzugeben.

Auf Antrag steht ein jährlicher Kinderfreibetrag zu, der bei der Arbeitnehmerveranlagung bzw. in der Einkommensteuererklärung mit dem zusätzlichen Formular L 1k, Punkt 3 bzw. bei elektronischer Antragstellung dort geltend zu machen ist. Für jedes Kind ist ein eigenes Formular erforderlich.

Voraussetzung ist, dass sich das Kind ständig im Inland, in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder in einem Staat des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz aufhält.

Wer kann den Kinderfreibetrag beantragen?

Der Kinderfreibetrag in Höhe von € 440,– jährlich pro Kind, kann von jener Person bzw. deren (Ehe)Partner/-in beantragt werden, dem/der die Familienbeihilfe für dieses Kind für mehr als sechs Monate im Kalenderjahr zusteht. Wird der Kinderfreibetrag von beiden Elternteilen geltend gemacht, beträgt er je Antragsteller/in und Kind € 300,– jährlich.

Auch ein nicht haushaltszugehöriger Elternteil, dem der Unterhaltsabsetzbetrag im Kalenderjahr für mehr als sechs Monate zusteht, kann den Kinderfreibetrag geltend machen. In diesem Fall steht der Kinderfreibetrag von € 300,– jährlich nur diesem Elternteil und der Person zu, die für dieses Kind mehr als sechs Monate im Kalenderjahr die Familienbeihilfe bezogen hat – und nicht auch deren (Ehe-) Partner/-in.

Bemerkt wird, dass sich der Kinderfreibetrag beim jeweiligen Steuerpflichtigen nur dann steuerlich auswirkt, wenn dieser ein (so hohes Einkommen) bezieht, bei dem Lohnsteuer (Einkommensteuer) anfällt.

Beispiel für Bezieher des Kinderfreibetrags

Bei einem Ehepaar sind beide Ehegatten berufstätig, wobei der eine Elternteil monatlich € 2.000,– und der andere Elternteil nur monatlich € 1.000,– verdient. In diesem Fall ist es sinnvoll, dass nur der mehr verdienende Elternteil den Kinderfreibetrag von € 440,– jährlich beantragt, weil eine Aufteilung beim geringer verdienenden Elternteil steuerlich keine Auswirkung hat.

Zum Steuerservice-Angebot des Familienverbandes


EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Fruhwürth

    Ich bin Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes der Erzdiözese Wien und Steuerberaterin mit eigener Kanzlei in Wien.
    Den Familienalltag kenne ich als dreifache Mutter genau und kann durch meine Tätigkeit im Familienverband steuerrechtlich relevante Fragen leicht identifizieren.


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