3. Oktober 2017

Geschenks- und Spielidee: Mit der “Talk-Box” ins Gespräch kommen

Mit der Talk-Box ins Gespräch kommen - meinefamilie.at

Die eigene Familie noch besser kennenlernen? Ich habe eine spielerische Variante dafür getestet. Die “Talk-Box” wird als “Dosenfutter für gelingende Kommunikation” beworben. Sie hält, was sie verspricht – vorausgesetzt, wir nehmen uns die Zeit dafür.

Eine Freundin erzählte mir eine Anekdote von einer Hochzeit. Der Standesbeamte fragte den Bräutigam: „Wollen Sie, Herr Mag. XY, die Frau –“, plötzlich wird er von der Braut unterbrochen: „Was? Du hast einen Magister?“

Lachen im Saal. Nein, man muss nicht alles über seinen Partner wissen, um entscheiden zu können, dass man das Leben mit ihm teilen möchte. Im Gegenteil: Man kann sich gewiss sein, dass man immer wieder neue Aspekte an seinem Lieblingsmenschen entdecken wird. Manchmal passiert das ganz von alleine. Hin und wieder kann man dem aber auch nachhelfen. Am besten auf lustige Weise. Zum Beispiel mit den Talk-Boxen der Neukirchener Verlage. Ich bekomme angeboten, diese zu testen. Das möchte ich gerne ausprobieren. Denn mein Mann und ich reden zwar viel miteinander, aber die Themen sind momentan stark durch den Alltag (Kinder, neuer Job, Hausbau) vorgegeben und ziehen immer eine lange To-Do-Liste hinter sich her. Doch mit wem, wenn nicht mit meinem Mann, möchte ich auch einfach einmal nur zusammensitzen, lachen und plaudern.

Talk-Box - meinefamilie.at
© Neukirchener Verlage

Talk-Boxen: Reden getarnt als Spiel

Die Talk-Boxen sind als Spiel getarnt und kommen als hübsch designten Aluminiumschachtel daher. In dieser befinden sich 120 bunte Karten in verschiedenen Kategorien. Auch eine Spielanleitung ist mit dabei. Darin sind die verschiedenen Spielideen der beiden Erfinderinnen Claudia Filker (Pastorin und Kommunikationstrainerin) und Hanna Schott (Redakteurin der Zeitschrift „Psychotherapie und Seelsorge“) gelistet. Ich – eine begeisterte Spielerin – kann allerdings nicht sehr viel Spielcharakter hinter den Gesprächsanregungen sehen. Vielleicht besser so. Denn zu Gesellschaftsspielen kann ich meinen Mann selten motivieren. „Du nimmst das zu ernst und gewinnst immer!“, höre ich dann vorwurfsvoll.

Ums Gewinnen geht es bei den Talk-Boxen nicht. Sondern ums Ins-Gespräch-Kommen. In aller Freiwilligkeit. Und unter Einhaltung gewisser Kommunikationsregeln.

Fehlt nur noch eines, um das Experiment zu starten: Zeit. Denn die beste Frage kann kein Gespräch entfachen, wenn ein Programmpunkt den nächsten jagt. Nach ein paar Wochen, in denen sich – wie zu erwarten – kein Time Slot für ein spontanes Testen der Talk-Box ergeben hat, versuche ich es erneut. Beim Decken des Tischs für das Abendessen lege ich neben unsere Teller jeweils drei Kärtchen. Nicht alle Fragen sind als Tischgespräch geeignet, doch es gibt ausreichend Unverfängliches.

Komplimente machen und Wünsche äußern

Mein Mann kann wählen zwischen „Geborgenheit ist für mich…“, „Diese drei Dinge mag ich an dir besonders…“ und „Diesen Wunsch könntest du mir heute noch erfüllen…“. Der Wunsch ist schnell geäußert: Nach dem Abendessen noch einmal kurz als Familie an die frische Luft gehen. Es ist schon spät, normalerweise würden wir jetzt die Kinder fürs Bett richten. Doch diese spontan geäußerte Sehnsucht lässt sich doch eigentlich ganz leicht erfüllen. Wir werfen die Jacken über und gehen hinaus. Es dämmert schon. Die Kinder laufen über die große Wiese in der Mitte der Wohnbauten. Mein Mann und ich atmen tief die kühle Luft ein. Und dann bekomme ich auch die anderen beiden Karten noch beantwortet. Schön ist das.

Es tut gut, auch einmal über Dinge zu sprechen, die einen in der Vergangenheit schwelgen oder von der Zukunft träumen lassen. Oder die – wie in unserem Beispiel – dabei behilflich sind, einen Moment einfach ganz im Hier und Jetzt zu genießen. Doch in unserem Alltag ist das oft schwierig. Zu viele dringende Aufgaben gilt es unter uns beiden aufzuteilen und zu erfüllen. Wir fassen einen Entschluss:

Diesen Advent wandert in unseren Adventkalender nicht nur eine kleine tägliche Aufmerksamkeit für den Partner oder die Partnerin, sondern jeweils auch eine Karte aus der Talk-Box.

Da wir uns tageweise abwechseln, bekommen wir so jeden zweiten Tag einen zusätzlichen kleinen Einblick in das Leben des anderen.

Talk-Boxen für Paare, für Teams, fürs Leben mit Kindern

Auf keinen Fall fehlen darf dann die Frage „Mein schönstes Weihnachtsgeschenk war…“. Zur Seite gelegt habe ich mir auch schon „Manchmal ertappe ich mich, dass ich wie meine Mutter / mein Vater reagiere, wenn…“, „Skala 1-10: So zufrieden bin ich mit unserer gemeinsamen Zeit.“ und „Ich finde es toll, dass du nicht mehr…“.

Macht uns das Freude, heben wir uns die Idee vielleicht für die Zeit auf, wenn unsere Kinder etwas älter sind. Denn die Talk-Boxen gibt es nicht nur für Paare, sondern auch für die ganze Familie, Teams, Mädelsrunden, etc. In der Talk-Box „Leben mit Kindern“ finden sich etwa Fragen wie „Wenn wir eine Tierfamilie wären, wären wir…“ oder „Soll diese Regel bei uns gelten? Morgens begrüßen wir uns und abends sagen wir uns Gute Nacht.“

Auf manches weiß auch meine 3-jährige Tochter schon richtig gute Antworten. Den Satz „In unserer Familie sind alle…“ vervollständigt sie spontan mit „Menschen“. Und den von meinem Mann laut vorgelesenen Satz „Ich würde mich in unserer Wohnung noch wohler fühlen, wenn…“ ergänzt sie für ihn spontan goldrichtig: „…die Kinder nicht immer so laut wären.“ Sie kennt uns scheinbar schon ganz gut. 😉

Talk-Box

Vol. 2 – Für Paare
Claudia Filker / Hanna Schott
120 Impulskarten
€ 14,99

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EIN ARTIKEL VON
  • Agnes Rehor

    Ich bin Kindergarten- und Hortpädagogin und habe Diätologie studiert. Seit 2013 bin ich verheiratet und habe zwei kleine Kinder. Mit meiner Familie wohne ich derzeit in Wien, träume aber vom Haus am Land – am Balkon übe ich fleißig das Gärtnern. Außerdem koche ich mit Begeisterung und liebe - nicht nur in der Küche - unkonventionelle Ideen.


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