28. Januar 2018

Heute schon gespielt? Tipps fürs tägliche Spiel!

spielalltag - meinefamilie.at

Im Kindergartenalltag gibt es verschiedene Spielbereiche, die die Kinder erkunden dürfen und sollen. Alles hat seinen Platz und regt zum Spielen, aber auch zum Kreativsein an. Auch zu Hause!

10.00 Uhr vormittags, ein kleiner verschneiter Ort in Niederösterreich. Meine Tochter macht für ihre Puppe soeben das Frühstück. Ich nehme an, es gibt Nudeln mit Soße… Ich als Mama hole mir ein bisschen Zeit für mich. Warum? Weil wir heute schon so viel gespielt haben.

Aufgewacht mit einem Singreim und das übliche Versteckenspielen im großen Elternbett. Mimi, die Puppe, musste vor dem Zähne putzen noch Hoppe-hoppe-Reiter singen und schwimmen. Gleich nach dem Zähne putzen ging es ab ins Ballbecken. Dort wurden die Bälle sortiert, geworfen, gerollt und wieder eingesammelt. Während ich die Wäsche in den Kasten geräumt habe, hat meine Tochter mit der Eisenbahn und den Schienen gespielt. Die habe ich ins Elternschlafzimmer gegeben.

Da mögen einige jetzt denken, warum überall ein Angebot? Ich habe schon so oft beobachtet, dass meine Tochter auf einem ihrer unzähligen Wege an einem Spielmaterial vorbeikommt und „daran hängen bleibt“ und ausdauernd spielt. Was wünscht man sich mehr?

10:14 Uhr – ja es gibt Nudeln mit Soße und ich habe sie gerade gekostet, etwas heiß noch, aber mir wurde erklärt, dass es mit Pusten und Umrühren kalt wird.

Spiel und Ordnung

Das Aufteilen der Spielmaterialien ist bestimmt ein Überbleibsel meiner Arbeit als Pädagogin. Im Kindergartenalltag gibt es verschiedene Spielbereiche, die die Kinder erkunden dürfen und sollen. Alles hat seinen Platz und regt zum Spielen, aber auch zum Kreativ sein an. Taschen, Körbe, Wagerl und Schachteln werden eingeräumt, herumgetragen, ausgeräumt… Während des Tages werden die Materialien oft vermischt und das ist gut so. Am Abend sortieren wir es gemeinsam, ja auch meine Tochter hilft manchmal mit, alles in die jeweiligen Spielbereiche zurück.

10:19 Uhr Schau, Mama, Baby drinnen – Mimi schlafen. (Nur das ihr Bescheid wisst)

Für ältere Kinder gibt es ein praktikables Einräumspiel. Es wird lediglich ein Würfel und ein Spielpartner benötigt. Jeder Spieler würfelt und so viele Würfelaugen es sind, so viele Spielsachen werden eingeräumt. Das geht auch mit einem Farbenwürfel. Für jeden Tag ist es aus Zeitmangel oder dem fehlenden Interesse natürlich nicht möglich, aber ab und zu macht dann vielleicht sogar das Einräumen Spaß!

Einfache Spiele machen auch Spaß

Während des Vorbereiten des Frühstücks haben wir in der Küche Kastanien durch leere Küchenpapierrollen durchrollen lassen. Kastanien im Jänner? Ja. Ich habe mir gedacht, sobald meine Tochter das Interesse daran verliert, räume ich sie wieder weg. Tja, wie ihr seht, ist das Material immer noch interessant. Im Herbst hat sie sich oft in die Kisten gesetzt und gewühlt, dann hat sie die Kastanien sortiert. Es entstehen immer andere Spiele. Momentan ist es das Futter für ihre Stoffkatze und täglich werden neue Ideen ausprobiert.

Und das aller wichtigste beim Spielen, ehrliches Interesse am Mitspielen und Reden. Reden, handlungsbegleitendes Sprechen. Ich stecke die braune Kastanie in die Rolle. Meine Tochter wiederholt automatisch in ihrem Spiel: Nani rollen, schau! Ist das nicht toll!? Lernen am Modell nennt man das in der Fachsprache. Ist aber nicht wichtig. Es sollte einfach zum Alltag einer jeden Familie gehören.

Was ERWACHSENE vom Spielen und von Kindern wissen sollten

  • Raum und Zeit schaffen für das Abenteuer Spiel!
  • Keine abgetrennten Spielbereiche schaffen!
  • Spielräume sollen in die Erwachsenenwelt integriert sein.
  • Kindermitbestimmung durch das bewusste Beobachten – Wo spielen Kinder? Womit spielen Kinder?  – Kreativität ist beim Anlegen von neuen Spielflächen gefragt!
  • Kinder brauchen beim Spiel passende Kleidung!
  • Selbsthergestelltes Spielzeug macht besonders Freude!
  • Kinder brauchen Spielpartner!
  • Wenn Kinder miteinander spielen, gibt es auch Streit.
  • Das spielende Kind braucht Anteilnahme und Verständnis.
  • Kinder sind glücklich, wenn man ihre Spiele beachtet und ernst nimmt.
  • Eltern sollten alle Gelegenheiten nützen, ihren Kindern Spielpartner zu sein.
  • Mit verschiedenartigem Spielzeug kann das Kind vielfältige Erfahrungen sammeln. Die Menge des Spielzeugs hängt von der jeweiligen Spieltätigkeit ab: zum Bauen, Formen und Malen braucht man viel Material, zum Liebhaben genügt ein Stofftier oder eine Puppe.
  • Kinder brauchen die Möglichkeit, ihr Spielzeug übersichtlich aufzubewahren.
  • Mit Hingabe spielen Kinder dort, wo sie sich wohlfühlen!

10:28 Uhr Nachdem meine Tochter soeben nur im Body bekleidet schon die Schuhe angezogen hat, gehen wir jetzt wirklich raus… Viel Spaß beim Spielen!



EIN ARTIKEL VON
  • Barbara Hirner

    Lebe, liebe, lache – das ist mein Lebensgedanke und so genieße ich das Leben mit meinem Mann, meiner eineinhalbjährigen Tochter, meinen zwei Großfamilien und meinen unentbehrlichen Freunden. Alle machen den Alltag bunt und lebenswert. Durch meine pädagogische Ausbildung habe ich ein Potpourri aus Erfahrungen der Arbeitswelt und als Mama.


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