2. September 2015

Spieletipp: "Obstgarten" von Haba


„Obstgarten“ von Haba: Ein lustiges Würfelspiel, bei dem man schneller Obst ernten sollte als der Rabe. Frucht des Spieles: ein Zusammenschweißen der Spieler.

„Da muss man Obst auf die Bäume legen“, so eines unserer Kinder mich belehrend, wie man das Obstgartenspiel startet. Denn zur Vorbereitung des Spielfeldes müssen Früchte aufgelegt werden. Das Obst ist dann für die Ernte reif in den Bäumen, besonders späte Kirschen, Birnen, Äpfel und hübsche Hauszwetschken. Jeder Spieler bekommt einen entzückenden Holzkorb. Für gewöhnlich sind es vier – bei uns können nur drei mitspielen, der krabbelnde Säugling hat einen zwischen die Finger bekommen und zerpflückt.

Die Erste würfelt, sie hat Rot gewürfelt und darf daher in ihr Körbchen zwei Kirschen am roten Banderl legen. Blau wie Zwetschke, gelb wie eine große Birne und grün wie saftig grüne Äpfel sind die anderen Möglichkeiten. Es geht darum, alles abzuernten, ganz egal ob die echt klassische Hauszwetschke – so mancher Supermarkt kann sich da ein Vorbild nehmen, keine kugelrunden Riesenpflaumen, sondern echte Zwetschken aus Omas Obstgarten – oder Apfel, Birne oder je zwei Kirschen.

Schlimm ist nur der Rabe

Wenn man aber den Raben würfelt, darf man eine Karte ziehen, das klingt ja noch sehr nett. Man muss dann das richtige Puzzleteil auf den Raben legen. Wenn der ganze Rabe aufgelegt ist, war er beim Ernten schneller als die Kinder und hat gewonnen. Was Gott behüten möge, denn das gemeinsame Ernten im Obstgarten von Haba schweißt die Familie ganz gut zusammen. Es ist immer schön, wenn der Gegner des Spieles aus neun Spielkarten besteht und man ihn, also sie, nicht an den Zöpfen ziehen kann.

Die Frage im Verlauf des Spieles ist, ob die neun Karten des Raben schneller gewürfelt wurden als Körbe mit Obst aus Habas Obstgarten gefüllt werden konnten. Und noch schneller geht das, „wenn man Obstkorb würfelt,“ denn dann, so der Filius, „kann man sich aussuchen, was man will.“ Also klugerweise jene Obstsorte ernten, von der noch besonders viel im Baum hängt.

Kochrezepte während des Pflückens

Während des Spieles überlegen unsere Kinder, ob aus dem vielen Obst ein Zwetschkenfleck, Apfelmus, Kirschmarmelade oder doch ein gemischter Obstkuchen wird. So gesehen ist das Spiel ein rechter Appetitanreger.

Die Spielzusammenfassung der mit mir verheirateten Sonderpädagogin: „Es handelt sich um ein klassisches Spiel zum Farben- und Obst-Lernen,“ das klingt weniger lustig und romantisch als die Apfelstrudelfantasien der Kinder und doch ist es halt „ zum Eingewöhnen in Spielfolgen. Und beim Aufbau des Spielfeldes fördert es auch gleich die Feinmotorik“ – alles dabei also. Und obendrein kann man sich ersparen, dass eines der Kinder gewinnt. Entweder alle oder der Rabe, der böse.

Tipps von Logopäden

Den Haba-Spielemachern ist es auch zu danken, dass es zum Spiel dazu auch gleich noch ein Heft mit Tipps zur spielerischen Sprachförderung gibt. Wenn man sich Sorgen um die Sprachfähigkeit des Kindes macht – keines der Probleme im Hause Haselsteiner, da geht es eher darum, den ziemlich korrekten Sprachfluss ein wenig zu bündeln und die Herrschaften davon zu überzeugen, dass sie besser nicht gleichzeitig reden sollten – dann helfen einem die acht grundsätzlichen „Dos and Don’ts“ der Logopäden, wie die Förderung des Wortschatzes, der Aussprache schwieriger S/Ch/Pf-Laute und jene des Satzbaus.

Nach so viel Pädagogik, zuletzt noch Kindermund in Erwartung des Sieges, weil mit geschickter Würfeltechnik da und dort der Rabe verhindert wurde: „Wenn wir fertig gespielt haben, dann können wir einen Obstsalat essen!“ Na dann, Mahlzeit im Obstgarten.

Ein weiterer Spieletipp: Zauberer Malefix

Titelbild © Haba

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EIN ARTIKEL VON
  • Niki Haselsteiner

    Als Vater von drei Kindern lernt man viel vom Alltagsleben kennen. Nachdem ich in meiner Karriere als Berater, Werber und Öffentlichkeitsarbeiter oft einen neuen Blickwinkel erlernen durfte, war es mir Vorbereitung aufs Home-Management, von dem ich hier berichten darf.


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