31. Oktober 2017

Mit Kindern zum Grab: Vorab an die Verstorbenen erinnern

Mit dem Familienalbum zum Grab - meinefamilie.at

Rund um Allerheiligen steht bei vielen Familien wieder ein Friedhofsbesuch am Programm. Doch viele Kinder stehen dann lustlos vor einer Steinplatte und erinnern sich weder an Tante Amalie noch an Onkel Oskar. Gute Vorbereitung hilft.

Erst wenn sich die Kinder unter den lieben Verstorbenen, um die Sie als Elternteil trauern, auch eine reale Person vorstellen können, wird ihnen der Friedhofsbesuch bei Kälte, Wind und Regenwetter nicht zur lästigen „Verpflichtung“, sondern zu einer Reise in die Familiengeschichte.

Beginnen Sie zu Hause, indem Sie das Familienalbum zur Hand nehmen und den Kindern oder Enkeln von den bereits verstorbenen Verwandten erzählen. Wo haben sie gelebt, wo sind sie zur Schule gegangen, wo und was haben sie gearbeitet, welche Hobbys hatten sie,…

Erzählen Sie nette Begebenheiten aus dem Leben des oder der Verstorbenen, dann werden diese in den Köpfen der Kinder wieder lebendig.

Und Fotos aus dem Famlienalbum runden die  Erzählungen natürlich sehr gut ab. Sie werden sehen, so erleben die Kinder den Friedhofsgang viel bewusster.

Orte der Erinnerung besuchen

Doch belassen Sie es nicht nur beim Grab als „Ort der Erinnerung“. Besuchen Sie mit ihren Kindern oder Enkerln auch Orte, die Sie persönlich sehr stark mit dem oder der Verstorbenen in Verbindung bringen, oder wo Sie sich gerne an diese erinnern: In welchem Park war Ihr letzter Spaziergang mit Tante Amalie, zeigen Sie ihnen den Spielplatz, auf dem Sie gemeinsam herumgetollt sind oder den Baum, den Onkel Oskar selbst gepflanzt hat.

Erinnerungsstücke wie ein alter Hut, eine gestickte Tischdecke oder Opas alte Brille ergänzen diese Phantasiereise in die Familiengeschichte sehr gut. Nur so wird Erinnerung für Ihre Kinder „begreifbar“ und Sie werden sehen, diese stehen dann am Friedhof, zünden ein Kerzchen an und erzählen von den Verstorbenen, als hätten sie sie noch persönlich gekannt. Es ist wohl das schönste Totengedenken, wenn Menschen in den Erinnerungen wieder lebendig werden.

Dieser Beitrag wurde uns von der Zeitung „Der Sonntag“ zur Verfügung gestellt.


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