23. Juni 2017

Erste Hilfe bei Badeunfällen mit Kindern

Erste Hilfe bei Badeunfällen mit Kindern - meinefamilie.at

Der Samariterbund gibt Tipps für die Prävention und wichtige Rettungsmaßnahmen bei Badeunfällen von Kindern.

Leider zählt Ertrinken bei Kindern zu den häufigsten Todesursachen. Vor allem für Kinder unter fünf Jahren besteht die Gefahr, selbst in sehr seichtem Wasser zu ertrinken. Auch Schwimmflügel sind kein ausreichender Ersatz für die Aufmerksamkeit von Erwachsenen. Dramatische Badeunfälle ereignen sich meist im eigenen Garten und unter Aufsicht von Erwachsenen, die zwar in Hör- und Sichtweite sind, aber nicht unmittelbar in Reichweite.

„In der Nähe von Gewässern sollten Kleinkinder nie unbeaufsichtigt und höchstens drei Schritte von erwachsenen Begleitpersonen entfernt sein“, warnt Elisabeth Zwingraf, Leiterin der Landesschulung beim Samariterbund Wien: „Aber auch ältere Kinder, die bereits schwimmen können, sollten immer im Blickfeld von Erwachsenen bleiben.“

Kinder ertrinken lautlos

Bei einem Ertrinkungsunfall mit einem Kind zählt jede Sekunde. „Im Gegensatz zu Erwachsenen verhalten sich Kleinkinder beim Ertrinken bewegungs- und lautlos. Schnelles und richtiges Handeln kann einen Herzstillstand beim Kind verhindern und dadurch die Überlebenschance nach einem Badeunfall massiv erhöhen“, wird Zwingraf in einer Aussendung des Samariterbundes zitiert.

Die wichtigsten Rettungsmaßnahmen:

  • Ist das Kind reglos im Gewässer, muss es sofort aus dem Wasser geholt, laut angesprochen und berührt werden.
  • Reagiert das Kind darauf nicht, rufe um Hilfe, damit andere Personen auf die Notsituation aufmerksam werden und die Rettung alarmieren.
  • Überstrecke den Kopf bei Kindern in Richtung Nacken, bei Säuglingen bringe den Kopf in eine Neutralposition und kontrolliere nun die Atmung. Kannst du innerhalb von zehn Sekunden feststellen, dass das Kind zwei bis drei Mal atmet, bring es in die Stabile Seitenlage und decke zu. Prüfe unbedingt immer wieder die Atmung, bis der Rettungsdienst eintrifft.
  • Kannst du jedoch keine Atmung feststellen, beatmen das Kind fünf Mal (fünf Initialbeatmungen). Dadurch kann die Atmung bei Kindern wieder angeregt und ein Herzstillstand vermieden werden.
  • Kontrolliere danach wieder zehn Sekunden lang die Atmung.

Reanimation des Kindes

Bleibt die Atmung aus, so ist es wichtig zu wissen, wie du mit der Reanimation des Kindes beginnst. Da Kinder einen höheren Sauerstoffbedarf haben, ist eine Reanimation bei Kindern im Verhältnis 15:2 sinnvoll – das heißt:

  • Führe 15 Herzdruckmassagen durch, danach beatme das Kind zwei Mal.
  • Setze die Wiederbelebungsmaßnahmen so lange fort, bis das Rettungsteam das Kind übernimmt oder es deutliche Lebenszeichen zeigt.
  • Solltest du allein sein, so führst du – anders als bei Erwachsenen – eine Minute lang die Reanimation beim Kind durch, rufst erst danach die Rettungskräfte und setzt dann die Wiederbelebung fort.

Kurse für Erste Hilfe bei Kindern

Der Samariterbund bietet Kurse „Notfälle im Kindesalter“ an. Dabei erlernen Erwachsene, wie sie Kindern im Fall des Falles richtig, effizient und sicher in verschiedenen Notsituationen helfen können. Neben Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Ertrinkungsunfällen wird richtiges Verhalten bei anderen Notsituationen (Verschlucken von Fremdkörpern, Bewusstlosigkeit, Verbrennungen, Vergiftungen und andere Verletzungen) vermittelt.

Kurse „Notfälle im Kindesalter“
8. Juli und 19. August jeweils von 9-18 Uhr
Kosten: 59 Euro
Anmeldungen unter: erstehilfe@samariterwien.at oder 01 89145 181

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