17. Oktober 2016

Karmasin, Kindergeld, Kinderbetreuung: Elternbrunch nachhören

Elternbrunch mit Familienministerin Karmasin - meinefamilie.at

Beim meinefamilie.at-Elternbrunch am 17. Oktober im Café Caspar betont Familienministerin Karmasin, wie wichtig gute Kinderbetreuungseinrichtungen sind, dass das 2017 eingeführte Kindergeldkonto Eltern mehr Wahlfreiheit bringen soll und zeigt sich offen für persönliche Anliegen der Eltern – hier die Diskussion zum Nachhören.

Elternbrunch mit Familienministerin Karmasin - meinefamilie.at

Als meinefamilie.at am Montag, den 17. Oktober ins Café Caspar einlud, stand mit Familienministerin Sophie Karmasin ein hochrangiger Gast Rede und Antwort. Der Rednerin entsprechend sind nicht nur zahlreiche Eltern zum Frühstücken und Zuhören gekommen, sondern auch Medienvertreter inklusive Kameras und Mikrofonen. Ein ungewöhnliches Erscheinungsbild – trotzdem waren die Mütter und Väter von der gewohnt gemütlichen Atmosphäre begeistert, auch die Babys und Kleinkinder zeigten sich hörbar lebendig, ob im Kinderspielbereich oder auf dem Schoß der Eltern mit Croissants und Haferbrei.

Familienministerin Karmasin war erfreut, so viele kleine Kinder in der Runde zu sehen. “Wenn einer sich auf meinen Schoß setzt, ist das ganz besonders schön. Meine Kinder sind ja schon ein bisschen älter, 13 und 16, daher nicht mehr so kuschelig”, begrüßte Karmasin die Eltern und erntete verständnisvolle Lacher. Ihr erstes Thema für die Eltern: das reformierte Kindergeld-Konto, das mit 1. März 2017 eingeführt wird. Ab diesem Zeitpunkt können Eltern das Kindergeld auf Tagesbasis in individueller Dauer ausbezahlt bekommen. Die gewählte Auszahlungsform können die Eltern auch wieder neu aufteilen, sollte sich etwas an der Familiensituation ändern.

Kinderbetreuung: Auf die Qualität kommt es an

Elternbrunch mit Familienministerin Karmasin - meinefamilie.at
Gemütliches Frühstück im Café Caspar beim 4. meinefamilie.at-Elternbrunch

Als die Zuhörer später selbst zu Wort kommen, wird deutlich, welches Thema sie besonders beschäftigt: die Kinderbetreuung. Zur Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf betont Karmasin, wie wichtig der Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen sei. Dass die noch nicht ausreichend ist, zeigt eine der Besucherinnen mit ihrer Situation. Als Alleinerzieherin erzählt sie von ihrer Suche nach einem Betreuungsplatz, bei der sie sich trotz frühzeitiger Anmeldung allein gelassen fühlte. Karmasin verweist auf die Verantwortung der Bundesländer: “Der Bund kann den Ländern nur Geld zur Verfügung stellen, damit der Ausbau besser funktioniert.” So gebe es in Wien zwar einen Ausbau der Kindergärten, gleichzeitig aber einen Bevölkerungszuzug, wodurch die Betreuungsplätze zu wenig sind. Und bevor es einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz geben kann, müssten die Plätze ausgebaut werden.

meinefamilie.at-Elternbrunch mit Familienministerin Sophie Karmasin
Eltern und Medienvertreter beim Elternbrunch

Ein vierfacher Vater, der zum Elternbrunch gekommen ist, ist hingegen besorgt, beim Ausbau der Kinderbetreuung auf die Bedürfnisse der Wirtschaft anstatt auf die Hirnforschung Rücksicht zu nehmen: “In der Diskussion denken wir oft an die eigene Karriere, aber was ist denn das Beste für das Kind?” Karmasin verweist die Bindungs- und Hirnforschung, aus der klar ableitbar ist, dass für Kinder mindestens eine, aber auch drei oder vier sichere, verlässliche Beziehungen wichtig sind – das Kind muss ein Urvertrauen entwickeln können.

Entscheidend sei, “dass sich das Kind auf eine gute, sichere Beziehung stützen kann, die aber nicht unbedingt auf die Frage der Zeit begründet ist. Das heißt, “nur” weil ich mit dem Kind zwölf Stunden zusammen bin, heißt das nicht, dass es eine sichere Beziehung wäre”, sagt Karmasin. Wichtig ist die verlässliche Kommunikation, dass Angekündigtes beispielsweise umgesetzt wird oder dass die Bezugsperson dem Alter des Kindes entsprechend auf seine Befindlichkeiten reagiert. So kann auch ein Pädagoge, der ein Kind stundenweise betreut, eine Bezugsperson für das Kind sein, und eine Kinderbetreuungseinrichtung “Kinder fördern, neue Perspektiven eröffnen und neue kognitive Möglichkeiten eröffnen”, eine gute Kinderbetreuung bereichernd für das Kind sein.

Für persönliche Anliegen der Eltern hatte die Ministerin auch nach dem Brunch ein offenes Ohr. Zu anderen nahm sie persönlich Stellung – die gesamte Aufnahme kannst du hier nachhören.

Eine Aufnahme des Elternbrunches steht auch als Stream zur Verfügung.

Zum Stream

Der nächste meinefamilie.at-Elternbrunch findet am Dienstag, 22. November 2016 statt.

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