19. Dezember 2014

Babyschwimmen – einfach loslassen


Der Moment des Loslassens war gekommen. Mein kleiner Schatz zeigte mir, dass er bereit war für das Abenteuer. Gemeinsam wagten wir den Versuch.

 

Mama, ich kann das!

„Ich halte dich“, versicherte ich meinem Sohn, als wir zum ersten Mal das riesige Schwimmbecken betraten, „alles in Ordnung.“ Neugierig sah sich mein Kleiner um und betrachtete seine Altersgenossen. Dann ließ er sich ohne Jammern durch alle Übungen schaukeln. Auf Mama ist schließlich Verlass. „Schau, Mama, ich kann das auch alleine!“, sagen die leuchtenden Augen meines Sohnes heute, wenn er mit seinen Schwimmscheiben neben mir her paddelt und dabei begeistert quietscht. Der Applaus ist ihm natürlich sicher.

Loslassen – Aller Anfang ist schwer!

Stirnrunzelnd betrachteten mein Mann und ich in der 4. Stunde die riesigen Schwimmscheiben. Wie sollten wir die nur über die zarten Händchen stecken? Alles Zögern half nichts – also: Augen zu und durch. Ein paar Schweißperlen auf der Stirn später fanden die Scheiben dann doch ihren Platz auf den Oberärmchen. Geschafft! Ein Gummiband hielt sie im Rücken zusammen. Unser Kleiner blieb von dieser Prozedur eher unbeeindruckt. Doch Staunen war angesagt. Groß, rund und bunt – drei Eigenschaften, die es unserem Knirps unmöglich machten, einfach über die Scheiben hinwegzusehen. Was war denn das? Das musste untersucht werden. Da! – Der erste Quietscher. Begeistert betastete unser Kleiner sein neues „Spielzeug“. Gar nicht so einfach, dieses Unterfangen, wenn man bedenkt, wie weit die kleinen Ärmchen durch die Schwimmhilfen vom Körper abgespreizt waren – einmal davon abgesehen, dass eine Scheibe so breit wie ein Oberärmchen war. Mit der Untersuchung fertig, griff er nach meinen Unterarmen und hielt sich fest, während er sich mit angezogenen Beinchen ins Wasser sinken ließ.

Schaut, ich schwimme alleine!

Der Moment des Loslassens war gekommen. Und schwubbs – schon plantschte unser kleines Nachwuchstalent in Rückenlage durchs Wasser. Mein Mann und ich waren das begeisterte Publikum, nur eine Armlänge vom Knirps entfernt, aber weit genug, um ihm das Gefühl der Selbstständigkeit zu geben.

Vier Einheiten später waren diese Erfahrungen bereits Schnee von gestern. Begeistert und selbstbewusst strampelte unser Sohn mit seinen Schwimmscheiben in Bauchlage neben uns her, als hätte er nie etwas anderes getan. „Schaut, wie toll! Vergesst nicht zu klatschen!“, stand in seinen lachenden Augen. Wie könnten wir bei diesem Anblick auch? „Bravo! Bravo! Wie ein Großer!“

Achtung Welt, ich komme!

Gerade hält man noch ein Baby im Arm, das man vor allem und jedem beschützen möchte, und im nächsten Moment wird einem klar, dass es bereits etwas Freiraum braucht, nicht nur, um die Welt zu bestaunen, sondern auch um sie zu erleben. Das Motto lautet daher: Loslassen in kleinem Stil – auch wenn es manchmal etwas schwer fällt.

Liste der Wiener Bäder Baby und Kleinschwimmkurse

Ausserdem haben wir eine Checkliste mit den nötigen Dingen die man fürs Babyschwimmen braucht.

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EIN ARTIKEL VON
  • Doris Mehofer

    Mein Leben – eine Torte. Man bereite aus meiner Familie, meinen Freunden und mir den Kuchen, fülle diesen mit meinen Erfahrungen und mein Wissen (Lehramt Mathematik und Germanistik, Malerei), glasiere ihn mit meiner Arbeit als AHS-Lehrerin, setze als Sahnehäubchen meine eigene Familie drauf und erhalte mein Leben.


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