27. Februar 2015

Schifahren und die Pizzaschnitte


Schifahren ist urcool und macht Spaß, vor allem für die Kleinen, wenn sie die ersten Versuche im Pizzaschnitten-Fahren unternehmen – auch bekannt als Pflug

Schifahren: Was hat da die Pizzaschnitte im Schnee verloren?

Schifahren ist teuer. Da führt kein Weg vorbei: An- und Abreise, Ausrüstung, Liftkarte, die kleinen Pausen auf der Hütte samt dazugehöriger Konsumation. Da kommt einiges zusammen; erst recht, wenn wir von mehreren Kindern sprechen.

Aber Schifahren macht auch Spaß und angeblich glücklich, fördert die Kondition, schult den Gleichgewichtssinn. Vielleicht also einfach mal überlegen, ob nicht ein einzelner Tag auch lustig ist? Das eine oder andere kleinere Schigebiet rund um Wien bietet sich da durchaus an.

Das erste Mal auf Skiern

Die Panhanswiese am Semmering etwa: Ein wunderbarer Ort, um das erste Mal auf Skiern zu stehen. Der Hang verdient den Namen Hang auch – ist also nicht nur eine leichte Schräge. Es gibt einen Schlepplift – Grundkenntnisse im Liftfahren können hier also auch erworben werden. Und, last but not least: Nicht schifahrende Eltern, wie meinereiner, haben am Ende der Piste genügend Platz, den angehenden Benni Raichs und Marlies Schilds dieser Welt zuzusehen, ohne jemandem im Weg zu stehen.

Die Eltern sind dabei

Und Eltern, die zusehen, wie ihre Kinder die Welt des Skisports für sich entdecken, gibt es hier genügend. Und nicht nur das: Viele greifen auch selbst beim Entdecken ein.

Eine Mutter ist da, die möchte ihrer Tochter unbedingt beibringen, wie man mit Skiern bremst. “Pizzaschnitte, Pizzaschnitte, Pizzaschnitte!” schreiend – für alle uneingeweihten, älteren Semester unter uns: Bei uns hieß die “Pizzaschnitte” noch Pflug – läuft sie deshalb neben ihrer Schuss-fahrenden Tochter her. Aber das mit der Pizzaschnitte ist gar nicht so einfach. Irgendwann aber schafft es das Mädchen, die Skispitzen zusammenzuführen. Und man traut sich kaum zu sagen, ob sie oder ihre Mutter froher darüber ist.

Außerdem ist da dieser Vater, der mit dem großen Kummer seiner etwa 3-jährigen Tochter umzugehen versucht, die laut schluchzt, weil er seine Skistecken an den Rand der Piste gesteckt hat. “Aber Mausi, ich brauch die jetzt nicht und ich kann mit dir viel besser ohne die Stecken fahren!” “Aber die sind jetzt ganz allein!”, schluchzt die Kleine: “Die langweiligen sich bestimmt!”

Schifahren ist “urcool”

Auch mein Sohn steht heute das erste Mal auf Skiern. Eine liebe Bekannte, die früher Skilehrerin war, hat sich bereit erklärt, ihm zu erklären, wie denn das mit den Bretteln und dem “g’fürigen Schnee” funktionieren kann. Mit großem Eifer und – nicht nur der Kälte wegen – rot glühenden Wangen lauscht mein kleiner Großer, versucht alles umzusetzen, was ihm gesagt wird, formt eine 1a-Pizzaschnitte mit seinen Skiern; verlagert das Gewicht von einem Bein auf das andere und freut sich an den Bogerln, die er dadurch macht; fährt zunächst zwischen den Beinen seiner Lehrerin, später auch neben ihr ganz brav in der Spur des Schleppliftes; hält den Bügel fest, damit er nicht wegrutscht.

Nach zwei Stunden sehen mein Mann und ich, dass unser Kind durchwegs das erste Gespür dafür bekommen hat, wie es ist, auf Skiern zu stehen. Und dass er das großartig macht!

Unser Kind weiß nach zwei Stunden:

  1. “Den Steilhang hab ich auch bezwungen!”
  2. “Schifahren ist ur-leicht!”
  3. “Schifahren ist urcool!”

Erkenntnisse, die uns zu Statement Nr. 4. führen: “Können wir nächstes Wochenende noch einmal herfahren?” Wir werden sehen. Aber ein paar Skitage für den kommenden Winter planen wir auf alle Fälle schon mal ein.

Gut zu wissen: In fast allen österreichischen Bundesländern herrscht Skihelmpflicht für Minderjährige unter 15 Jahren. Die Eltern und Aufsichtspersonen sind für die Einhaltung dieser Verpflichtung verantwortlich.

Wer Wien für die ersten Versuche beim Schifahren nicht verlassen will: Schneeerlebniswelt Aspern: 365 Tage Skispaß

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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