22. April 2015

Mit Kindern in den Wald


Das “Museum der Natur” ist einen Ausflug wert: Mit Kindern in den Wald zu gehen ist ein Aufwand, der sich lohnt. In der Natur lernen und spielen macht Freude.

Zu Besuch im Wohnzimmer der Natur – mit Kindern in den Wald

Diesmal habe ich einen Museumstipp ganz anderer Art. Wie wär’s mit einem Ausflug in den Wald? Nicht in einen Park mit Spielplatz und Kieswegen. Einfach raus in die Natur! Bei uns am Land ist das sicher einfacher. In der Großstadt dauert es manchmal um einiges länger, bis man die grünen Erholungsräume am Stadtrand erreicht. Und ja, es ist ein gewisser Aufwand. Das Wetter muss passen, es ist einiges mitzunehmen und mit den Öffis ist nicht jeder Winkel zu erreichen. Ich weiß das selbst aus eigener Erfahrung aus meiner Zeit als Au-Pair, wo ich zuerst einige Wochen in Wien und dann mehrere Monate mitten in Paris gelebt und Kinder gehütet habe. Und auch in meinen ersten paar Jahren als junge Mama musste ich von unserer kleinen Wohnung ein Weilchen wandern, bis wir im Wald waren. Wie auch immer deine Situation aussieht, ich möchte dich jedenfalls sehr dazu ermutigen.

Mit Kindern in den Wald ist jeden Aufwand wert

Ein solcher Ausflug ist den Aufwand nämlich unbedingt wert! Die Kinder, vor allem die kleineren, lieben es! Sie brauchen sonst nichts. Kein Spielzeug, keine Ablenkungen. Der Wald an sich ist ein wunderbares Wohnzimmer im Freien, das jede Menge Spielzeug liefert. Stöcke, Steine, Pflanzen, manchmal sogar Tiere – es gibt jede Menge zu entdecken. Besonders jetzt im Frühling, wo die verschiedenen Frühlingsblumen ihre Köpfe aus der Erde stecken und Bäume und Sträucher zu sprießen beginnen, gibt es täglich deutliche Veränderungen in der Natur. Kinder sind sehr aufmerksame Beobachter. Sie nehmen Kleinigkeiten mit einer Begeisterung wahr, die ansteckend ist. Ich bin selbst sehr gerne allein im Wald unterwegs, um die Ruhe zu genießen, doch mit Kindern ist es nochmal ein ganz besonderes Erlebnis.

Natur in der Ursprünglichkeit erfahren

Nicht umsonst wachsen „Waldkindergärten“ und „Waldspielgruppen“ förmlich wie die Pilze aus dem Boden. Der Mensch hat anscheinend ein ganz natürliches Bedürfnis nach Natur. Wir sind nicht dazu geschaffen, uns ständig in betonierten oder gezimmerten künstlichen Räumen aufzuhalten! Die Natur in ihrer Ursprünglichkeit rührt etwas in uns an, das ich persönlich für unsere Sehnsucht nach dem Schöpfer halte. Gott hat diese Natur geschaffen und sie spiegelt seine Größe, Großzügigkeit, Weisheit und Liebe zum Detail wider. Einfach nur dazusitzen und das von ihm Geschaffene zu betrachten, ist eine Wohltat für unsere Seele! Und das spüren bestimmt auch schon die Kinder.

Achtsam mit der Natur umgehen

Ganz wichtig ist mir auch, meinen Kindern zu vermitteln, wie wir achtsam und rücksichtsvoll mit der Natur umgehen. Im Wald wird nicht herumgeschrien oder mutwillig auf Pflanzen eingedroschen. Wir kommen als Gäste, um uns daran zu erfreuen, nicht um zu zerstören. Unseren Müll wie Müsliriegelverpackungen nehmen wir selbstverständlich wieder mit – manchmal sogar auch den anderer Leute. 😉 Das nehmen auch die ganz Kleinen schon sehr ernst.

Ältere Kinder wie meine beiden Jungs mit 10 und 12 spielen zwar auch sehr viel draußen, aber einfach nur mit Mama in den Wald zu fahren, finden sie langweilig. Für sie packe ich meist einen Naturführer mit ein, um Bäume, Sträucher, Blumen und Tiere zu bestimmen. Direkt in der Natur lernt es sich am besten! Auch ich selbst lerne da immer wieder dazu.

Bärlauch sammeln und verkochen

Sie haben es auch ganz gerne, wenn noch andere Kinder mitkommen dürfen… So kommt es zuweilen schon mal vor, dass ich zu Fuß mit einer Gruppe von insgesamt sieben Kindern in Richtung Auwald marschiere, wo wir dann gemeinsam Bärlauch und Frühlingsblumen sammeln – denn in Haushaltsmengen ist dies ja erlaubt. Als Highlight gibt’s dann manchmal sogar noch ein gemeinsames Bärlauch-Nudel-Essen mit den frischen Schätzen aus dem Wald. Eine Wohltat für Leib und Seele!

Passend dazu: Stadtpark Wien – ein Ausflug ohne Extrakosten

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Wieselburg. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nun unterrichte ich mit meinem Mann unsere vier Kinder zuhause und bin Autorin und Kulturvermittlerin im Stift Melk.


Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at