14. August 2015

Filmtipp: Ooops, die Arche ist weg


Arche weg, Eltern weg, Sintflut da! „Ooops, die Arche ist weg“ ist ein großartiger und sehenswerter Kinofilm für die ganze Familie.

Die Sintflut steht bevor und alle Tiere dieser Welt gehen an Bord der rettenden Arche, die Noah und seine Familie gebaut haben. Alle Tiere? Von wegen! Der Löwe, von Noah als Kapitän eingesetzt, hat eine Passagierliste und nur wer da drauf steht, darf an Bord gehen. Unter jenen, die sozusagen Pech haben, sind auch die Nestrier – kleine, süße, flauschige Wesen mit langen Rüsseln, zylinderförmigen Ohren, einem großen Herzen und der auffallenden, aber auch irgendwie seltsamen, Begabung, binnen kürzester Zeit eine gemütliche Behausung bauen zu können.

Doch das wird ihnen wohl nicht gegen die unfassbaren Wassermassen helfen, die im Zuge der Sintflut erwartet werden. Was also sollen Dave (mit der Stimme von Christian Ulmen) und sein Sohn Finny (Daniel Kirchberger) tun? Nicht auf die Arche gehen? Sich ihrem Schicksal fügen und ertrinken? Nein, das ist keine Option für die beiden. Rasch schmiedet Dave einen Plan: Er wird sich und seinen Sohn als Grymp verkleiden – eine Tiergattung, die praktischerweise auf der Passagierliste zu finden ist – und gemeinsam mit Grymp-Dame Kate (Katja Riemann) und ihrer Tochter Leah (Maximiliane Häcke) an Bord gehen.

Arche weg, Sintflut da!

Soweit so gut. Der Plan geht – wenn auch einige Probleme überwunden werden müssen – zunächst einmal auf und Dave und Finny landen auf dem alles rettenden Schiff.

Doch durch ein dummes Missgeschick fallen Finny und Leah von der Arche und müssen mit Entsetzen zusehen, wie die ohne sie ablegt. Aber Finny wäre nicht Finny und Leah nicht Leah, wenn sie in so einer Situation verzweifeln würden. Und außerdem: es besteht doch gar kein Grund für Verzweiflung, schließlich werden ihre Eltern ihr Verschwinden doch bestimmt bald bemerken und dann wird die Arche doch zurückkommen. Oder? Bis dahin müssen die beiden nur versuchen, auf dem kleinen Stückchen Land zu bleiben, das die Sintflut verschont hat. Aber was im ersten Moment ganz einfach ausschaut, ist gar nicht so einfach. Einerseits werden sie von den immer hungrigen, fliegenden Griffins verfolgt, die sich kaum etwas Besseres vorstellen können, als sich den kleinen Nestrier und den kleinen Grymp einzuverleiben. Und außerdem steigt das Wasser immer noch und zwingt Finny und Leah den letzten hohen Berg zu erklimmen. Dass sich ihnen bald der riesige und äußerst behebige, langsame Koloss Mobesy mit seinem Parasiten Stayput anschließt, macht das Unterfangen nicht gerade einfacher.

Die Rettung naht. Oder?

Währenddessen sind Finns Papa Dave und Leahs Mama Kate auf der Arche außer sich vor Sorge um ihre Kleinen. Nach einer langen und erfolglosen Suche, wird ihnen klar, dass ihre Kinder nicht auf dem Schiff sind. Klar, dass es da nur eine Möglichkeit gibt: Sie müssen an der Stelle, an der die Arche abgelegt hat, verschwunden sein. Also, Arche wenden, nichts wie zurück und die Kinder retten. Aber der Löwe weigert sich und setzt ihnen wortreich auseinander, dass er hier das Sagen hat und gar nicht daran denkt, die Arche zu wenden.

Entzückende Botschaft

Senator Filme für Kids hält mit diesem Animationsfilm aus dem Hause Ulysses Filmproduktion (in Co-Produktion mit Fabrique d’Images, Grid Animation und Mootion Films) Kinospaß für Kinder ab 6 Jahren bereit und die Altersfreigabe macht gerade in diesem Fall auch wirklich Sinn. Finns und Leahs Abenteuer wird sehr spannend, temporeich und mit viel Wortwitz erzählt.

Familie und Freunde sind alles in dieser Geschichte – sie lässt man nicht im Stich, für sie rauft man sich zusammen, ist mutig, überwindet Ängste und entdeckt nie geahnte Stärken. Am Ende steht die schöne Erkenntnis, dass auch auf den ersten Blick ungleiche Gesellen, viel gemeinsam haben können. Und dass man sowieso viel mehr bewerkstelligen kann, wenn man etwas gemeinsam und nicht alleine macht.

Nestrier, Grymps und Schlenkerfüße

Zugegeben, mit der biblischen Geschichte hat Ooops, die Arche ist weg auf weiten Strecken nur noch am Rande zu tun. Ja, es geht um ein großes Schiff, dass die Menschheit und die Tiere vor einer schrecklichen Sintflut bewahren möchte. Ja, das Schiff wurde von einem gewissen Noah gebaut. Aber von Tieren wie den Nestriern, den Grymps oder den Schlenkerfüßen hat man wohl noch nie etwas gehört. Und auch Passagierlisten für die Arche Noah sind biblisch wirklich nicht belegt. Zudem hat Noah keinen einzigen „Auftritt“ in dem Film – einzig sein Name wird immer wieder genannt. Das alles tut dem Spaß aber wirklich keinen Abbruch. Der Film ist lustige und ansprechende Unterhaltung für Kinder. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

Und bei dieser großen Hitze einmal eineinhalb Stunden in einem kühlen Kinosaal zu verbringen, ist auch alles andere als unangenehm.

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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