21. Mai 2015

Die „Lange Nacht der Kirchen“ für Kinder


Biblisches Kochen, Kasperltheater, kindgerechte Kirchenführungen und vieles mehr. Die „Lange Nacht der Kirchen“ hält auch für Familien eine Menge bereit.

„Lange Nacht der Kirchen“: Dabeisein lohnt sich

Die „Lange Nacht der Kirchen“ – alle Jahre wieder … und auch irgendwie nicht, denn in einzigartiger Art und Weise schafft es diese Veranstaltung jedes Jahr aufs Neue gleich und auch wieder ganz anders zu sein. Für mich wird es in diesem Jahr tatsächlich die 10. „Lange Nacht“ sein, die ich besuche. Nur in dem Jahr, in dem mein Sohn auf die Welt gekommen ist, habe ich ausgelassen… 6 Tage vor dem errechneten Geburtstermin war mir das dann doch ein zu großer „Act“…aber schon kurz vor seinem ersten Geburtstag war ich wieder dabei. Mit abgespecktem Programm, zugegeben, aber doch die eine oder andere Kirche besuchend und mich vor allem gemeinsam mit meinem Mann an der Musik freuend – mit unserem schlafenden oder andächtig lauschenden Junior im Kinderwagen.

Speziell für Kinder

Wie immer hält die Lange Nacht auch in diesem Jahr eine Menge Programmpunkte bereit, die speziell auf kleinere und größere Kinder abgestimmt sind.

  • Im Bibelzentrum beim Museumsquartier etwa gibt es ab 18.00 Uhr die Ausstellung „Abraham – Auf dem Weg des Vertrauens“ zu sehen. Mit biblischen Erzählfiguren werden hier Szenen aus Abrahams Leben gezeigt, gestaltet von Barbara Steinrück und Eva Schiffel. Durch die szenische Darstellung sind die biblischen Geschichten ausdrucksstark und sinnenhaft erfahrbar. Adresse: Breite Gasse 4-8/1, 1070 Wien
  • In der Kirche St. Anton von Padua können Kinder von 18.15 Uhr bis 19.45 Uhr biblisch kochen. Adresse: Antonplatz, 1100 Wien
  • In der altkatholischen Kirche St. Salvator können Kinder zwischen 17.50 Uhr und 18.00 Uhr die Kirchenglocken läuten. Und davor zwischen 17.00 Uhr und 17.40 Uhr vielleicht auch noch das Kasperltheater „Kasperl und die fleißigen Bienen“ des Kasperltheaters Schillerdrops besuchen. Adresse: Wipplingerstraße 6, 1010 Wien
  • In Maria Treu können Kinder von 16.15 bis 16.45 Uhr „Gottes wunderbare Schöpfung mit allen Sinnen erfahren“. Mitten in der Kirche wird gehört, gesehen, gefühlt und ja, vielleicht auch geschnuppert. Adresse: Jodok-Fink-Platz, 1080 Wien
  • In der Votivkirche steht von 17.00 Uhr bis 19.00 Uhr ein Kinderworkshop zum Thema „Wir pflanzen Leben“ auf dem Programm. Die Kinder werden sich auf die Suche nach Blüten in den Fenstern der Votivkirche machen, werden Blumensamen einpflanzen und Töpfe bemalen und Kräuter kennenlernen. Adresse: Rooseveltplatz 8, 1090 Wien
  • Am Kagraner Anger laden von 17.30 Uhr bis 19.30 Uhr Cäcilia, die Kirchenmaus und Cäcilius, der Bibelwurm ein. Sie erzählen von ihren Erlebnissen in der Kirche und in der Bibel. Dazu werden ihnen bestimmt auch viele Spiele, Lieder und kleine Basteleien einfallen, die sie gerne mit Kindern ausprobieren wollen. Adresse: Kagraner Anger 26, 1220 Wien

Besondere Momente

Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass es auch etwas hat, mit einem neugierigen 4-Jährigen einfach mal die eine oder andere große – oder auch kleinere – Kirche Wiens zu besuchen.

Ich garantiere, dass du mit deinem Kind selbst die dir bekannteste Kirche mit ganz anderen Augen kennen lernen wirst. Und dass deine Aufmerksamkeit auf Dinge gelenkt wird, die du andernfalls vielleicht gar nicht so richtig bemerkt hättest. Meinen Sohn hat bei seiner ersten richtig bewussten „Langen Nacht“, als er 4 Jahre alt war, am meisten fasziniert, dass er im Stephansdom so unmittelbar und direkt neben dem Orgelspieler stehen durfte und ihm beim Bedienen seines Instrumentes beobachten konnte. „Mami, der Mann spielt ja mit seinen Händen UND seinen Füßen“, sagte mein Kind, das bis zu diesem Zeitpunkt nur die Oma Klavier spielen gesehen hatte: „Da muss er aber aufpassen, dass er nicht vom Bankerl rutscht.“

Außerdem: Kinder haben eine feine Antenne für besondere Momente und freuen sich vor allem auch darüber, wenn sie mal etwas dürfen, das sie sonst nicht dürfen. Und ich rede da gar nicht nur davon, dass ein Besuch der „Langen Nacht der Kirchen“ unweigerlich auch bedeutet, dass die kleinen Mäuse länger aufbleiben können. Auch, dass sie in der „Langen Nacht“ an Orte gelangen, an die sie sonst eigentlich nicht dürften, weil sie für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, macht die „Lange Nacht der Kirchen“ in den Augen meines Sohnes zu etwas sehr Geheimnisvollem und Aufregendem. Die Bernardikapelle im Heiligenkreuzerhof etwa, dieses wunderschöne, goldglänzende, leuchtende Schmuckstück, ist für sich schon einen Blick wert, wenn dann auch noch die Heiligenkreuzer Mönche ihre Gregorianischen Gesänge beginnen, ist Gänsehaut – auch bei den Kindern – garantiert.

Auch eine gute Idee: Kinder fragen nach Gott

Titelbild © www.kathbild.at/ Rupprecht

 

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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