23. Februar 2015

Eislaufen mit Kindern


Eislaufen stärkt Herz, Kreislauf und trainiert sanft die Muskeln. Es schult auch Gleichgewicht, Körperbeherrschung und Koordination. Und: Es macht Spaß!

Eislaufen: Wintervergnügen für Groß und Klein

Eislaufen gehört zu den „Allroundern“ unter den Wintersportarten: Es stärkt Herz und Kreislauf und trainiert sanft die Muskeln. Eislaufen schult aber auch den Gleichgewichtssinn, die Körperbeherrschung und Koordination. Und vor allem: Es macht richtig Spaß!

Die richtige Ausrüstung

Mein sechsjähriger Sohn läuft sehr gerne und auch gut am Eis. Mit roten Wangen und einem dicken, fetten Grinser im Gesicht zieht er seine Spuren in die glatten Flächen. Dick eingemummt ist er mit Skianzug, Skihandschuhen und – niemals zu vergessen – einem Helm. Nur für den Fall, dass er doch einmal auf den Kopf knallt. „Wie bin ich nur groß geworden“, wundert sich mein 80-jähriger Onkel, wenn er sieht, in welcher Montur mein Sohn Eislaufen geht. Er gehört eben zu einer Generation, von der fast jeder davon erzählen kann, einmal von einem Baum gestürzt zu sein, und sich „nur a bisserl“ wehgetan zu haben… Nur frage ich mich immer, wie sie „a bisserl“ definiert.

Helm beim Eislaufen ist “cool”

Aber der Skianzug polstert ein wenig, die Skihandschuhe schützen die kleinen Hände vor den scharfen Kufen der anderen und der Helm, nun ja, was soll ich sagen? Der gehört eigentlich schon ganz selbstverständlich dazu. So wie meine Generation lernte, sich an den Sicherheitsgurt im Auto zu gewöhnen, so lernt die Generation meines Sohnes, dass Radfahren, Skifahren und eben auch Eislaufen ohne Helm ein „No-Go“ ist. Beim Eislaufen mit der Schule hatten nur vier von 22 Kindern keinen Helm – und jedes von ihnen war unglücklich, keinen zu haben, weil ein Helm doch „soooooo cool“ ist.

Manch ein Eislaufplatz hat auf diesen Trend der Zeit bereits reagiert: Beim Wiener Eistraum am Rathausplatz kann man zum Beispiel für Kinder kostenlos Helme ausborgen. Und für alle, die nicht in ein eigenes Paar Eislaufschuhe investieren wollen: Eislaufschuhe gibt es gegen eine erschwingliche Leihgebühr auf den meisten Eislaufplätzen auszuborgen. Beim Eistraum sogar Doppelkufen zum Anschnallen für die ganz Kleinen.

Lebensschule im Kleinen

Vor drei Jahren hat mein Mann beschlossen, mit unserem Sohn jeden Donnerstag nach dem Kindergarten Eislaufen zu gehen. Unser Kind hat es geliebt, von Anfang an. Ich kann mich noch gut an die ersten Fotos erinnern, die ich geschickt bekommen habe, als ich im Büro gesessen bin. Jetzt, drei Jahre später, läuft unser Sohn schon ganz alleine. Ja, er fällt manchmal hin dabei, aber er steht auch wieder auf. Als wäre nichts gewesen. Sehr tapfer, finde ich. „Mami, das gehört nun mal dazu!“, erklärt er mir, wenn ich ihn frage, ob es wehgetan hat. Lebensschule im Kleinen: Wenn du hinfällst, musst du auch wieder aufstehen.

Pinguine helfen beim Eislaufen

Damit sich das Hinfallen ganz am Anfang in Grenzen hält, gibt es übrigens ganz großartige Eislaufhilfen. Etwa 70-100 cm hohe und etwa 40 cm breite, schwere Figuren, an denen man sich festhalten kann. Wenn man sich übers Eis bewegt, schiebt man sie einfach vor sich her. Am Wiener Eistraum am Rathausplatz und bei seinem „Opa“, dem Wiener Eislaufverein, haben die Eislaufhilfen die Form eines Pinguins. Sie dürfen allerdings nur in den dafür gekennzeichneten Bereichen verwendet werden, wohl um die anderen Besucher nicht zu sehr zu behindern.

Der Wiener Eistraum bietet darüber hinaus für kleine Kinder, die mit dem Eislaufen erst beginnen, eine besondere Attraktion: Eine eigene, kleine, vom Rest des eigentlichen Eistraums getrennte Eisfläche. Hier können Kinder nach Herzenslust und kostenlos (!) das Eis für sich entdecken und ausprobieren, wie es sich anfühlt, wenn es unter den Füßen richtig rutschig ist. Hier stehen übrigens auch die Pinguine und warten darauf, bewegt zu werden.

Sich zu trauen, zahlt sich aus

Ich laufe übrigens nicht Eis, habe ich das schon erwähnt? Zumindest habe ich das meinem Sohn die vergangenen Jahre über so gesagt. Aus Angst, mich zu blamieren, hinzufallen und mich zu verletzen? Keine Ahnung – und eigentlich blöd. Am vergangenen Wochenende habe ich dann doch all meinen Mut zusammengenommen. Mein Sohn war richtig stolz auf mich. „Mami, du schaffst das!“, hat er mich angefeuert. Und tatsächlich: Ich hab‘s geschafft. Und ich war nicht einmal schlecht. Und vor allem: Es hat riesigen Spaß gemacht!

Eislaufplatz für Anfänger und Profis

Das liegt in meinem Fall wohl auch daran, dass wir am Eistraum waren und der ein Eislaufplatz ist, der für alle Levels etwas zu bieten hat. Anfänger können sich hier genauso übers Eis bewegen wie angehende Profis. Gerade auf dem hübschen Eisweg durch den Rathauspark kann man sich prima an der Abgrenzung „entlanghanteln“, sollte es gar nicht mehr gehen. Der Eislaufverein bietet hingegen nicht so viel Möglichkeit zum Anhalten. Dafür ist er kleiner und überschaubarer, was – etwa auch mit einer Kindergruppe – angenehm ist. In jedem Fall gilt: Wer nicht läuft, ist selbst schuld und nimmt sich den Spaß. Mein Sohn, mein Mann und ich gehen übrigens morgen wieder eislaufen.

Eislaufen in Wien

Wiener Eistraum, Rathausplatz
www.wienereistraum.com

Wiener Eislaufverein, 1030 Wien, Lothringerstraße 22 (zwischen Hotel Inter-Continental und dem Konzerthaus)
www.wev.or.at

Eislaufplatz Engelmann, 1170 Wien, Syringgasse 6-8
www.engelmann.co.at

Eisring Süd, 1100 Wien, Windtenstrasse 2
www.eisringsued.at

Eishalle der Wiener Stadthalle, 1150 Wien, Vogelweidplatz 14
www.eisstadthalle.at

Albert Schultz Eishalle, 1220 Wien, Attemsgasse 1
www.albertschultzeishalle.at

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EIN ARTIKEL VON
  • Andrea Harringer

    „Meine Mami schreibt das auf, was ihr andere Leute erzählen.“ Das sagte mein Sohn, als man ihn fragte, was seine Mama beruflich mache. Seit 2001 bin ich Redakteurin in der Erzdiözese Wien, schreibe für den „Sonntag“ und versuche, Themen wie Familie, Kinder und Erziehung auch aus einem christlichen Blickwinkel zu beleuchten.


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