27. Januar 2016

Eine Lesung für die Taufe finden

Lesung für die Taufe - meinefamilie.at

Welche Lesung passt für eine Tauffeier? Welche Bibelstellen eignen sich und wann können außerbiblische Texte in der Tauffeier gelesen werden? Antworten und Beispiele für Lesungen für die Taufe.

Egal, ob die Taufe innerhalb einer Eucharistiefeier mit der ganzen Pfarrgemeinde gespendet wird oder in einer separaten Feier außerhalb einer Heiligen Messe, in jeder Feier sind ein bis zwei Lesungen vorgesehen. Dabei wird aus der Bibel das Wort Gottes gelesen und anschließend vom Priester in der Predigt ausgelegt: Zuerst hören wir das Wort Gottes, dann erzählt der Priester darüber.

Wenn zwei Lesungen gelesen werden, ist meist eine aus dem Alten Testament und eine aus den Briefen, der Apostelgeschichte, der Offenbarung,… In diesem Teil der Messe wird auch oft aus den Psalmen gesungen oder gebetet, also wieder aus dem Alten Testament.

Lesungen aus der Bibel für die Taufe

Prinzipiell sind – wie bei den Evangelien – für jeden Tag konkrete Lesungen vorgesehen. Wenn es für Eltern oder Paten möglich ist, für die Taufe eigene Lesungen auszuwählen, ist es besonders sinnvoll, eine auszuwählen, die thematisch das Evangelium begleitet. Aber auch Lesungen auszuwählen, die einander ergänzen, ist sinnvoll.

Besprecht die Wahl der Lesungen im Taufgespräch mit dem Priester oder Diakon, er hat Erfahrung und Vorschläge.

Eine passende Bibelstelle für die Taufe ist der Brief des Apostels Paulus an die Galater: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus (als Gewand) angelegt.“ (Gal 3,27) In der Taufe wird ja das Taufkleid als Zeichen für die umgebende Liebe und Nähe Gottes angelegt. Als Lesung ist dieser Satz allein etwas kurz – seht selbst in die Bibel, wie viel ihr von dem Brief lesen möchtet.

Auch andere Briefe des Apostels Paulus eignen sich für die Taufe, beispielsweise spricht er im Brief an die Korinther (12,12-13) davon, dass wir alle „durch die Taufe in einen einzigen Leib aufgenommen und mit dem einen Geist getränkt“ sind. Im Brief an die Epheser (4,1-6), den Paulus aus dem Gefängnis schreibt, empfiehlt er den Menschen ein Leben im Glauben, das sie durch die Taufe führen können und sollen.

Außerbiblische Texte für die Taufe

Neben dem Wort Gottes, das aus der Bibel gelesen wird, kann im Rahmen der Tauffeier auch eine weltliche Geschichte erzählt werden.

Der Priester kann in der Predigt eine Geschichte vorlesen oder am Ende der Tauffeier kann ein weltlicher Text vorgetragen werden, egal ob von der Taufpatin oder dem Onkel.

Eine weitere Möglichkeit, einen Taufspruch, ein Taufgedicht oder inspirierenden Text in der Gestaltung der Taufe einzubeziehen, ist die Taufeinladung bzw. das Heft zur Tauffeier.

Oft liest oder hört man etwas und denkt: „Das muss ich mir merken! Was für eine wunderschöne Geschichte!“ Geschichten oder Texte, die man irgendwo aufschnappt, können durchaus für die Taufe passend und geeignet sein. Die Klassiker sowieso: „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry mit seinem allseits bekannten Zitat: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“ kommt da genauso in Frage wie die Erzählung von den beiden Spuren im Sand:

Am Ende seines Lebens sieht ein Mann Spuren im Sand und erkennt, dass es die Spuren seines Lebens sind. Allerdings meint er dann: „Lieber Freund, ich dachte, du wolltest mir immer zur Seite sein! Und nun sehe ich, dass in den schweren Zeiten meines Lebens nur eine Spur im Sand zu sehen ist! Warum hast du mich da allein gelassen?“ Der Freund entgegnet: „Aber ich habe dich doch nicht allein gelassen! Da, wo du nur eine Spur siehst – wo du meinst, es seien die schweren Zeiten deines Lebens gewesen – da habe ich dich getragen!“

Diese Geschichte – in vielen Varianten zu finden – zeigt besonders schön, dass Gott uns nicht alleine lässt, sondern uns unser ganzes Leben lang begleitet, auch wenn wir manchmal meinen, er habe uns verlassen.

Eine weitere Idee: Die Geschichte von der Frau, die mit einem zerbrochenen Krug Wasser holen geht und sich grämt, dass sie immer weniger Wasser zurückbringt als die anderen Frauen. Dann aber bemerkt sie, dass am Wegrand, der durch ihren kaputten Krug bewässert wurde, wunderschöne Blumen wachsen… Auch das Märchen der Gebrüder Grimm vom goldenen Schlüssel, das ohne Ende ist, eignet sich – wer weiß schon, was das Schatzkästchen des Lebens für das Kind bringen wird?

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.



2 Kommentare
  • elisabeth, 27. Januar 2016, 13:16 Antworten

    ui. wenn des unser bischof wüsst. ;) kleiner prinz statt bibel... geht gar nicht.

    • Meinefamilie, 27. Januar 2016, 13:21 Antworten

      "Der Priester muss dem natürlich zustimmen und einverstanden sein", heißt es im Text ;-)

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