11. Februar 2016

Ein Evangelium zur Taufe auswählen

Evangelium zur Taufe - meinefamilie.at

Für jeden Tag des Jahres gibt es ein vorgesehenes Evangelium. Wenn ihr ein anderes Evangelium zur Taufe auswählen möchtet, haben wir ein paar Vorschläge.

Prinzipiell gibt es mehrere Möglichkeiten, wann bzw. in welchem Rahmen man sein Kind taufen lässt: Entweder in der Sonntagsmesse der Pfarrgemeinde, sodass das Kind gleichsam als neuer Christ in die Gemeinde eingeführt wird. Oder zu einem eigenen, selbst gewählten Termin, zu dem nur die eigene Familie, Freunde und Verwandte eingeladen werden. In beiden Fällen gilt: Für jeden Tag des Jahres ist eine ganz bestimmte Stelle aus einem der Evangelien des Lukas, des Markus, des Johannes oder des Matthäus vorgesehen.

Je nach „Lesejahr“ liegt der Schwerpunkt bei einem der drei Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas; Johannes kommt auch nicht zu kurz. Darauf genauer einzugehen führt an dieser Stelle zu weit, aber eines steht fest:

Eigentlich braucht man für die Taufe seines Kindes kein eigenes Evangelium auszusuchen, denn je nach Taufdatum steht schon eines fest.

Vielleicht wollt ihr für das besondere Fest eures Kindes doch eine eigene Auswahl treffen, dann findet ihr hier ein paar Tipps.

Wie wähle ich die passendste Stelle aus dem Evangelium aus?

Wie eingangs bereits erwähnt, kommt es zunächst darauf an, wann die Taufe stattfinden soll: Wird das Sakrament im Rahmen einer Gemeindemesse am Sonntag gespendet und das neue Christenkind also im Rahmen dieser Messfeier allen Mitgliedern der Gemeinde „vorgestellt“, so kann es durchaus sein, dass eine Änderung des für diesen Tag vorgesehenen Evangeliums gar nicht möglich ist (z.B. weil der Priester, der Pfarrer oder die Pfarrgemeinde darauf bestehen, das Evangelium nicht zu ändern. Dann könnt ihr eventuell recherchieren, an welchem Sonntag euch das Evangelium gefällt bzw. zur Taufe eures Kindes passen würde und bittet um diesen Sonntag als Tauftermin.)

Wenn aber die Taufe an einem Termin unabhängig von den Messfeiern in der Kirche stattfinden soll, steht es den Eltern meist frei, auch das Evangelium selbst zu wählen.

Da ist es sehr hilfreich, mit dem Priester, der die Taufe vornehmen wird, zu sprechen. Meist hat dieser viele Ideen oder Vorschläge.

Eine kleine Auswahlhilfe für das Evangelium zur Taufe

Das Thema der Taufe ist natürlich die Taufe an sich. Hinzu kommt aber, dass wir unserem Kind im Rahmen der Taufe eine Art Richtung, einen Wunsch, einen Segen mitgeben möchten, den eben auch die Stelle aus dem Evangelium verdeutlichen soll. Da gibt es noch viele mehr, aber hier ein paar Ideen für Bibelstellen:

  • Die Taufe an sich: In Matthäus 3,13 ff. wird von der Taufe Jesu im Jordan erzählt, dass sich der Himmel öffnete und Gottes Stimme zu hören war.
  • Die Taufe als Zusage Gottes, dass er stets bei uns ist: Markus 4,25 ff. erzählt vom Seesturm, in dem das Boot der Jünger zu kentern drohte, während Jesus schlief. Er aber beruhigte schließlich mit einem Wort den Sturm. Die Kernaussage ist wunderschön: Wer mit Jesus unterwegs ist, braucht keine Angst zu haben.
  • Nachfolger Jesu werden: In Markus 1,14 ff. lesen wir von den ersten Jüngern, die Jesus von ihren Fischernetzen weg direkt gefolgt sind. Als Getaufte folgen auch wir Jesus nach.
  • Jesus ist immer bei uns: Der Auferstandene Jesus gab den Jüngern den Auftrag, die Menschen zu seinen Jüngern zu machen und sagte ihnen zu, stets bei ihnen – und damit bei allen Getauften – zu sein (Matthäus 28,14 ff.).
  • Jesus, der gute Hirte: Er sorgt für uns und ist immer für uns da, wie der gute Hirte für seine Schafe (Johannes 10,11-15).
  • Selig sind die Sanftmütigen…: Jesus predigt auf dem Berg in wunderschönen Worten, wie das Leben gelingt (Matthäus 5,1 ff.)
  • Die Brotvermehrung: Jesus macht alle Menschen satt – auch das neu getaufte Kind soll die Fürsorge Gottes erfahren (Matthäus 14,15 ff.).
  • Effata – „öffne dich“: Jesus macht einen Taubstummen gesund, das Kind soll später von Gott hören und von ihm sprechen (Markus 7,31 ff.).
  • Der barmherzige Vater: Das Gleichnis vom barmherzigen Vater, der seinen Sohn wieder aufnimmt – auch das Kind soll sicher sein, dass es bedingungslos geliebt ist (Lk 15,11 ff.).

Diese Bibelstellen eignen sich aus meiner Sicht besonders gut für die Taufe, aber diese Aufzählung ist sicher nicht komplett. Was die Stelle auf jeden Fall zu vermitteln versuchen sollte, ist, dass ihr sie nicht willkürlich ausgesucht habt, sondern mit einer bewussten Botschaft an euer Taufkind. Und was ihr Eltern eurem Kind mitgeben wollt, das wisst nur ihr allein!

Tipp: Wunderschön und inhaltlich besonders gut verständlich werden Texte (Lesung, Evangelium, Fürbitten) dann, wenn sie aneinander angepasst ausgewählt werden.

Passend dazu: unsere Sammlung an Taufsprüchen und Taufgedichten

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EIN ARTIKEL VON
  • Gabriela Paul

    Ich bin Mutter von drei Kindern. Nach meinem Germanistikstudium arbeitete ich jahrelang im Marketing. Dann entschied ich mich zu einer 180°-Wende und wurde römisch-katholische Religionslehrerin. Jetzt unterrichte ich Religion und Deutsch für Kinder mit Migrationshintergrund.



1 Kommentare
  • Julia, 21. September 2016, 21:50 Antworten

    Zusammenpassende Texte sind natürlich toll, aber es gibt auch eine andere Möglichkeit: Man sucht sich einen Taufpriester, der theologisch versiert ist und es schafft, in der Predigt eine Verbindung unter den Texten herzustellen. Ich hatte das Glück, so einen Priester zu haben, der meine beiden bzw. eigentlich drei Texte (Ez 47, 1-9.12, Psalm 127, Mk 10, 13-16) in einer wunderbaren Predigt zusammenfügte.

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