15. Januar 2016

Ablauf: Die Stationen der katholischen Taufe

Ablauf der Taufe - meinefamilie.at

Was erwartet dich bei der Taufe deines Kindes? Hier werden kurz die wichtigsten Stationen dieses Festes besprochen, damit du den Ablauf der katholischen Taufe kennst.

Die Feier der katholischen Taufe ist die Feier eines der sieben Sakramente und das Fest der Eingliederung eines Menschen in die christliche Glaubensgemeinschaft. Es ist daher durchaus sinnvoll, dieses Fest auch gemeinsam mit der ganzen Pfarrgemeinde zu feiern. Im Folgenden werden kurz die wichtigsten Stationen dieses Festes besprochen.

Befragung

Am Beginn der Feier der Taufe steht eine dreiteilige Befragung. Sie richtet sich an die Eltern und den bzw. die Paten des Taufkindes.

Der Priester oder Diakon fragt in einer ersten Frage warum die Eltern und Paten möchten, dass dieses Kind getauft wird. Neben der vorgegeben Formel kann es durchaus sinnvoll sein, wenn man sich vorher persönlich mit dieser Frage auseinandersetzt und dann mit eigenen Worten auf diese Frage antworten kann.

Die zweite Frage betrifft den Namen des Kindes. Die Eltern oder auch die Paten nennen an dieser Stelle den Namen, auf den das Kind getauft werden soll. Die dritte Frage wird an den Paten gerichtet und betrifft das Verständnis, Pate für einen Täufling zu sein. Auch hier ist es möglich, die Antwort in eigenen Worten zu formulieren.

Tauftext

Nach der Befragung folgt ein Bibeltext. Es ist ein besonderer Text, der das Geheimnis der Taufe besser zum Ausdruck bringen soll. Die Eltern können hierbei im Vorfeld aus den vielen Möglichkeiten, die im Taufbuch zu finden sind, auswählen. Sinnvoll ist es auch, sich zu überlegen, wer diesen Text bei der Feier vorlesen soll. Möchten es die Eltern des Täuflings machen? Oder soll die Aufgabe dem Paten oder einer anderen Person, die ander Feier teilnimmt, zukommen?

Kreuzzeichen

Im Anschluss an eine kurze Ansprache durch den Priester bzw. Diakon beginnt der eigentliche Taufakt, der durch ein Kreuzzeichen eröffnet wird. Dieses Kreuzzeichen wird auf die Stirn des Täuflings gezeichnet und sollte nicht nur durch den Priester erfolgen, sondern durch alle Anwesenden – insbesondere durch die Eltern und Paten.

Das Kreuzzeichen symbolisiert, dass der Mensch nur Gott gehört und dass es gut ist, dass es ihn gibt und er von Gott angenommen ist mit all seinen Vorzügen und Mängeln.

(Aller-) Heiligenlitanei

Nach dem Kreuzzeichen werden alle Heiligen der Kirche als Beistand für das Kind angerufen. Dies ist eines der ältesten Gebete der Kirche. Es kann persönlich gestaltet werden, indem beispielsweise die Namenspatrone aller Anwesenden angerufen werden.

Handauflegung und Salbung

Der Taufritus sieht an dieser Stelle die Auflegung der Hände und ein Gebet zum Schutz des Kindes vor. Hierbei ist es durchaus sinnvoll, wenn auch die Eltern und Paten dem Kind die Hände auflegen, auf den Kopf oder zumindest auf die Schulter.

Danach wird der Täufling mit dem sogenannten Katechumenenöl gesalbt. Dieses vom Bischof geweihte Öl ist auch als Öl der Heilung zu verstehen und soll Gottes heilenden Beistand verdeutlichen.

Segnung des Taufwassers

Im Segensgebet, gesprochen vom Priester bzw. Diakon, wird auf die erfrischende, erneuernde und belebende Wirkung des Wassers verwiesen. Zugleich wird an den Durchzug der Israeliten durch das Meer, das Urbild der Taufe, und auch an die Wunde Jesu, aus der Blut und Wasser flossen, erinnert.

Absage an das Böse

An dieser Stelle folgt nun die Absage an alles Böse und die Zusage des Glaubens an Gott. Hierzu können sich alle Anwesenden um den Täufling versammeln und schützend die Hände über sie bzw. ihn halten. Dadurch kommt genau das zum Ausdruck, was mit dieser Absage eigentlich gemeint ist.

Untertauchen bzw. Übergießen und Salbung

Im Anschluss daran kommt es zum „eigentlichen“ Taufritus. Hierzu wird der Täufling dreimal in das Taufwasser eingetaucht bzw. mit dem Taufwasser übergossen. Dabei spricht der Priester bzw. Diakon die folgende Taufformel:

„N.N., ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Danach wird die Stirn des Täuflings mit Chrisam gesalbt. Dies bringt zum Ausdruck, dass sie bzw. er nun Anteil am Königtum, Priestertum und Prophetentum Christi hat.

Taufkleid und Taufkerze

Nach der Salbung wird dem Neugetauften das weiße Taufkleid angezogen, das die Reinigung durch die Taufe symbolisiert. Die Taufkerze, die ein Symbol für den Beistand Gottes auch in dunklen Stunden ist, wird an der Osterkerze, die das Licht der Auferstehung darstellt, angezündet und den Eltern oder Paten übergeben.

Effataritus

Effata, aus dem Altgriechischen, bedeutet: Öffne dich! Diese Formel verweist auf Jesus, der Blinde und Taube geheilt hat. Stellvertretend für Christus berührt der Priester bzw. Diakon die Augen und den Mund des Täuflings. Auch die Eltern und Paten können diesen Ritus mitvollziehen und ihre persönlichen Wünsche für das Kind aussprechen.

Vater Unser und Segen

Abschließend wird gemeinsam ein Vater Unser gebetet, das zum Ausdruck bringt, dass Gott der Vater des Neugetauften, aller Anwesenden und aller Menschen ist. Danach erfolgt der Abschlusssegen durch den Priester, zuerst über die Eltern und dann über alle Anwesenden.

Passend dazu: Checkliste zur Tauf-Organisation

Weitere Infos zur Taufe


EIN ARTIKEL VON
  • Stephan Fraß

    Ich bin Theologe und arbeite bei der Katholischen Jugend der Erzdiözese Wien. Dort bin ich als Bildungsreferent unter anderem für die thematischen Schwerpunkte Firmung, Weiterbildung und Ökumene zuständig. Auf meinefamilie.at darf ich mein Fachwissen über die Taufe einbringen.


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