Kerstin Cerne

Kerstin Cerne "Mein Tagebuch"

grenzen überschreiten - meinefamilie.at
20. Juni 2018

Woran orientieren, wenn Kinder Grenzen überschreiten?


Wie eine Rakete fliegt der Baustein durchs Zimmer. Mein Kind hat Gefallen daran gefunden, Dinge durch die Gegend zu werfen. Einerseits freue ich mich über den neuen Entwicklungsschritt und andererseits bin ich ziemlich verunsichert. Tausend Fragen gehen mir durch den Kopf. Ist das normal als Kind? Darf es das? Sollte ich jetzt was sagen? Hat das gerade eine Grenze überschritten? Fragen über Fragen.

Mit solchen Situationen muss ich mich jetzt öfters am Tag auseinandersetzen. Mein Kind ist beweglich geworden und beginnt viele Dinge auszuprobieren. Dieses und jenes. Und meine Aufgabe ist es nun, das Geschehen im Blick zu behalten und wenn nötig einzugreifen. Doch das kann schon ziemlich schwer werden. Vor allem dann, wenn man nicht weiß, wie man in so einer Situation reagieren soll. Bis dahin hatte ich mich meistens nach dem Bauchgefühl entschieden, aber ich war dann oft verunsichert, weil ich nicht wusste, ob das die richtige Entscheidung war.

Was würdest du jetzt tun?

Jetzt war es anders. Ich hatte Jesus in mein Leben eingeladen und ihn zu meinem Herrn und Heiland gemacht. So fragte ich nun ihn: Was würdest du jetzt tun? Durch das Bibellesen wurde mir bewusst, dass hinter Gottes Handeln eine Absicht steckt, und so fragte ich mich zunächst einmal im Bezug auf den zuerst durch die Luft fliegenden Baustein, welche Absicht wohl der Erfinder hinter diesem Baustein hatte. Ich überlegte und mir war relativ schnell klar: Ein Baustein ist zum Bauen da. Da der Baustein in diesem Fall hart war, bestand außerdem beim Werfen die Gefahr, jemanden damit zu verletzten oder einen Gegenstand damit kaputt zu machen.

Wäre dieser Baustein weich gewesen, hätte man ihn sicherlich auch als Ball verwenden können. Da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Versteht das aber mein Kind noch nicht, ist es wahrscheinlich noch zu klein für diesen Baustein und ich werde ihn für eine Zeit lang noch zur Seite legen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann ich es erneut damit probieren.  Wie sage ich das aber nun meinem Kind? Das war meine nächste Herausforderung. Ich tat mir ziemlich schwer in Konfliktsituationen richtig auf mein Kind zuzugehen.

Wie gehe ich richtig vor?

Meine Sorge war, dass ich es durch mein Verhalten in seiner persönlichen Integrität verletzten könnte. Ich war gerade dabei, mein Denken, Fühlen und Handeln immer mehr auf Gott hin auszurichten und so überlegte ich mir ein weiteres Mal, wie Gott wohl in dieser Situation reagieren würde.

In Psalm 103,8 steht: Barmherzig und gnädig ist der Herr, groß seine Geduld und grenzenlos seine Liebe! Das ist sicherlich ein erster wichtiger Schritt, mir einmal bewußt zu machen, mit welchen Augen Gott mein Kind sieht. Mit Augen der Liebe und Barmherzigkeit. Ich merke jedoch, dass ich diese Eigenschaften nicht immer aus mir selbst heraus produzieren kann. Ich kann Gott nur ähnlicher werden, wenn ich mich ganz auf Christus stütze und seine Hilfe in Anspruch nehme.

Das ist ein großes Geschenk, aber auch eine tägliche Aufgabe, mich auf Gott einzulassen. Gott verändert und  gibt durch sein Wort Halt und Orientierung und mit einem Ziel vor Augen fällt es mir außerdem viel leichter Grenzen zu setzen.

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EIN ARTIKEL VON
  • Kerstin Cerne

    Kindererziehung hat für mich eine große Bedeutung. So wie wir unsere Kinder ins Leben begleiten, werden sie später im Leben stehen. Als Mutter von 3 Kindern kann ich mich dieser Aufgabe so richtig stellen. Nebenbei arbeite ich leidenschaftlich als Eltern-Kind-Gruppenleiterin.


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