Katharina Zauner

Katharina Zauner "Mein Tagebuch"

17. Juni 2019

Wie unterschiedlich können Schwangerschaften nur sein?


Als Mutter von zwei bezaubernden Töchtern (2 Jahre & 6 Monate) kann ich zwei verschiedene Erfahrungsberichte zu Schwangerschaften teilen. Ich erinnere mich gut an die Zeit vor der ersten Geburt, wo ich mich noch mit dem Kinderwunsch beschäftigte. Puh, habe ich das Ganze unterschätzt. Verstehen Sie mich nicht falsch, es war nicht so furchtbar wie das jetzt vielleicht klingen mag. Die Schmerzen vergesse ich niemals. Jedoch empfand ich persönlich, (vor allem die zweite) Schwangerschaft viel schlimmer als die Geburt selbst.

(c) iStock

Also ich möchte eines vorab anmerken – und zwar, dass die Schwangerschaft und Geburt meiner großen Tochter „N“ nicht hätte besser laufen können. Es war entspannt, mühelos ohne jegliche Komplikationen oder Nebenwirkungen. (Na ja, bis auf das Erbrechen aufgrund der Morgenübelkeit während meines Winterurlaubes im ersten Trimester – mitten im Hotelrestaurant. Das Personal hatte vollstes Verständnis, glücklicherweise.)

Einen Tag vor der Geburt meiner Tochter war ich tatsächlich so müde, dass ich die Wehen verschlafen habe. Mit 10-Minuten-Wehen wachte ich auf und hoffte bloß, dass ich nur Bauchschmerzen habe. Dummerweise hatten wir an dem Tag noch eine Wohnungsbesichtigung, aufgrund unseres Umzuges, welche wir auch noch schnell erledigen mussten, da der Interessent schon da war. Nach einer Stunde schrie ich dann aus der Toilette, dass sich ja alle bitte verziehen mögen, da ich 5-Minuten-Wehen bereits erlitt. Die Johanniter kamen und geleiteten mich zum Rettungsauto. Gerade mal auf die Liege gelegt, platzte auch schon schwallartig meine Fruchtblase. Nur einige Stunden später blickte ich meiner bezaubernden Erstgeborenen „N“ auch schon in die Augen.

Wer hätte dann erwartet, dass zwei Jahre später, die zweite Schwangerschaft ein reiner Albtraum wird. Das stundenlange Schlafen und Faulenzen auf der Couch gibt es mit einem Kleinkind nicht mehr, auch wenn man schwanger ist. Man muss sich trotzdem bücken, um Schuhe zu binden, auf den Spielplatz gehen, das Kind herumtragen, weil es herumtobt, Einkäufe erledigen, etc. Grippe, Hämorriden und ein Zahn, der gezogen werden musste, waren natürlich nicht das Einzige, was mir zusätzlich passieren durfte.

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Durch einen viralen Infekt bei der Großen, übertrug sie bei ihrer Fiebererkrankung auch Viren an mich. Dies löste einen furchtbaren Ausschlag bei mir aus. Es stellte sich heraus, dass ich an einer Form von „Polymorphe Schwangerschaftsdermatose“ erkrankte. Dies war eine Hautkrankheit, welche meistens im letzten Trimester auftrat und furchtbar juckte. Tagelang stationäre Behandlung im Wiener AKH, starke Cortison-Behandlung und sehr wenig Schlaf, standen nun an der Tagesordnung. Innerhalb von wenigen Tagen gewann ich erstmal über 10kg plus alle möglichen Nebenwirkungen des Cortisons. Dies zog sich über einen Monat und heilte auch erst vollkommen nach der Frühgeburt meiner zweiten Tochter.

31 Stunden nach Blasensprung, erblickte meine Tochter „D“ die Welt. In Gegensatz zu den nicht einmal 4 Stunden bei der ersten Geburt, war dies schon ein anderes Kaliber. Natürlich bin ich heilfroh, dass ich zwei gesunde Töchter auf natürliche Weise gebären konnte. Für den Fall, dass Sie derzeit schwanger sind: Es tut mir äußerst leid, ich kann leider nicht bestätigen, dass die zweite oder weitere Schwangerschaften leichter werden. Jedoch die Geburt selbst! Da meine Gebärmutter noch nicht bereit war und ich viele Einleitungen hatte, zog sich das über Stunden. Als die kleine Maus jedoch bereit war, waren es echt Sekunden – um genau zu sein – nur 3 Wehen! Da sieht man doch wieder, zu was Wundervollem der weibliche Körper eigentlich fähig ist.


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