Kerstin Cerne

Kerstin Cerne "Mein Tagebuch"

Wertschätzen was man hat - meinefamilie.at
14. August 2018

Wertschätzen was man hat


Ich glaubte, für meinen Sohn mehr zu brauchen als die körperlichen Grundbedürfnisse, die wir zu diesem Zeitpunkt unserem Sohn bieten konnten. Mein Wunsch war es, dass es meinem Sohn an nichts mangelt, das für eine gesunde Entwicklung an Körper, Geist und Seele nötig war.

Mein Sohn war zu diesem Zeitpunkt drei Jahre alt und wir standen gemeinsam am Fenster im Zimmer meines Sohnes und sahen in den Garten unserer Nachbarin. Ihr Sohn spritzte vergnügt mit dem Wasserschlauch umher. Schnell überkam mich ein Gefühl von Eifersucht und Neid. Doch dann passierte etwas, das alles änderte.

„Du hast alles was du brauchst.“  Mit diesen Worten wollte ich mich nicht zufrieden geben. Ich sah doch von meinem Fenster aus den Garten meiner Nachbarin, den ich mir auch so sehr für meinen Sohn gewünscht hätte. Hier standen wir nun, beide, am Fenster und sahen hinunter in den Garten. Es war Sommer und ihr Sohn spritzte mit dem Wasserschlauch vergnügt im Garten umher. Ich merkte, wie Trauer und Eifersucht mich überkam. Doch dann hörte ich eine Stimme in mir sagen: “Du hast alles, was du brauchst. Dir fehlt nichts.“ Ich wusste gleich, dass das mein himmlischer Vater war. Die Bibelstelle war mir bekannt. Es war aus dem Psalm 23. Anfangs wollte ich ihm widersprechen. Doch ich wusste, ich hätte so viel mit Gott darüber diskutieren können, er hätte an seinem Standpunkt festgehalten. Wie sehr wünschte ich mir einen Garten für mein Kind. Ich wusste doch, wie gerne er mit Wasser spielte und ich hätte ihm das so gerne ermöglicht. Noch immer standen wir da und sahen dem Nachbarsbuben zu. Mein Herz schmerzte. Es war still.

Langsam begann ich mich zu fragen: Brauchst du das wirklich, um glücklich zu sein? Wenn Gott doch sagte, dass du alles hast und es dir an nichts fehlt? Ich entschied mich, Gott zu glauben. Wenn er das sagte, wollte ich ihm vertrauen.

Was mein Sohn und ich jetzt brauchten, um glücklich zu sein, waren wir Zwei und das, was Gott uns bis zu diesem Zeitpunkt anvertraut hatte. Ich spürte, wie die Freude wieder einkehrte, dass sie wieder da war und wir uns aneinander freuten. Ich überlegte mir, was wir gemeinsam machen könnten, welche Spielsachen zu Hause waren und es kamen mir viele Ideen. Wir entschieden uns für ein gemeinsames Spiel. Es war lustig, wir hatten Spaß miteinander und erlebten eine wunderschöne, erfüllte Zeit. Seit diesem Zeitpunkt wurde mir immer mehr bewusst, dass Gott mich versorgt. Er gibt mir, was ich gerade brauche, und das ist ein schönes Gefühl.

So schnell passiert es, dass man die Dinge sieht, die man nicht hat, anstatt auf das zu schauen was man hat. So ergeht es auch mir. Doch zum Glück erkenne ich heute schon viel schneller, wenn sich solche Gedanken in meinen Kopf einschleichen. Es ist meine Entscheidung, das zu stoppen und mich wieder neu zu orientieren.

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EIN ARTIKEL VON
  • Kerstin Cerne

    Kindererziehung hat für mich eine große Bedeutung. So wie wir unsere Kinder ins Leben begleiten, werden sie später im Leben stehen. Als Mutter von 3 Kindern kann ich mich dieser Aufgabe so richtig stellen. Nebenbei arbeite ich leidenschaftlich als Eltern-Kind-Gruppenleiterin.


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