Maria Lang

Maria Lang "Mein Tagebuch"

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15. März 2016

Wenn Tage nie zu enden scheinen…


Heute ist mal wieder so ein Tag. Vollgepackt mit Terminen, kaum Pausen dazwischen, um mal durchzuatmen und dann noch ein unvorhergesehener Zwischenfall: unser Jüngster muss ins Spital, da er sich den Arm gebrochen hat. Eins ergibt das andere, mein Mann muss dringend weg, die Großen spielen abends verrückt, sodass die Kleinen nicht einschlafen können und irgendwann beschließe ich, dass es reicht. Es rrrrreicht!

Sicher kennst du solche Tage….

Als dann spät am Abend endlich Ruhe eingekehrt ist, lasse ich mich auf die Couch fallen, den Geschirrberg hinter mir ignorierend.

Den vollgehängten Wäscheständer lasse ich auch links liegen (oder stehen – soll er doch, ich lasse mir von ihm nicht meine wohlverdiente und überlebensnotwendige Verschnaufpause verderben).

Mehrmals hab ich mich heute schon gefragt: „Nimmt dieser Tag denn nie ein Ende?“ Genau dann, wenn man’s gar nicht gut brauchen kann, kommt oft noch ein kleines Extra-Tröpfchen daher, das das Fass beinahe zum Überlaufen bringt. Nur beinahe, denn mittlerweile ziehe ich früh genug die Reißleine (= ich setze mich mal kurz hin, um zu verschnaufen und sorge dafür, dass ich meine Ruhe bekomme).

Ich darf stolz auf mich sein

„Eigentlich“, rede ich mit mir selbst, „kannst du stolz auf dich sein. Du lässt es nicht mehr so leicht zu, ganz in den „roten“ Bereich zu kommen. Im Vergleich zu früher hast du viel dazugelernt. Einen Tag wie den heutigen gut zu bewältigen ist schon eine Meisterleistung! Freu dich, Maria!“

Genau das tue ich auch. Ich mache mir ein Feierabendbier auf und genieße es so richtig. Ruhe. Ein gefühlter Dreitausender unter mir. Ein herrlicher Sternenhimmel.

Ich schicke ein Dankgebet zum Himmel. Er hat schließlich dabei mitgewirkt, dass letztendlich alles so gut ausgegangen ist. „Bitte segne meine Kinder, Gott. Und schenke ihnen einen guten, tiefen, erholsamen und langen Schlaf, damit wir alle neue Kraft für morgen tanken können. Auch morgen wird es ziemlich turbulent werden, doch mit deiner Hilfe wird es schon klappen“. Ein Bibelvers kommt mir in den Sinn:

Macht euch keine Sorgen um den nächsten Tag! Der nächste Tag wird für sich selbst sorgen. Es genügt, dass jeder Tag seine eigene Last mit sich bringt. (NGÜ) Matthäus 6,34

Zuversichtlich leere ich mein Glas, stelle es  mit gutem Gewissen neben den Geschirrberg, zwinge mich, die Geschirrspülmaschine, die gerade fertiggeworden ist, nicht mehr auszuräumen – schließlich hab ich Feierabend! – und gehe gut müde zu Bett.



EIN ARTIKEL VON
  • Maria Lang

    Ich lebe mit meiner Familie in Niederösterreich im Erlauftal. In meiner Jugend bereiste ich die halbe Welt und war nach meiner Ausbildung sozial in Indien tätig. Nach fünf Jahren Homeschooling sind nun alle vier Kinder in öffentlichen Schulen und ich bin Kulturvermittlerin im Stift Melk.


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