Katharina Zauner

Katharina Zauner "Mein Tagebuch"

Wenn sich Großeltern in die Erziehung einmischen
2. Oktober 2019

Wenn sich die Großeltern in die Erziehung einmischen


Meine Töchter (3 Jahre/7 Monate) haben das große Glück, dass sie eine sehr enge Bindung zu den Großeltern haben, sowohl zu meinen Eltern als auch zu den Eltern meines Gattens. Natürlich bringt dies enorme Vorteile, wie spontane Kinderbetreuung, mehr Zeit für uns und einen leichteren Alltag.

Allerdings gibt es auch einige Nachteile. Vielleicht ist dies nur bei uns so der Fall, aber diese Nachteile können einen ganz schön auf die Nerven gehen. Und manchmal – bzw. oft, denke ich mir sogar, dass ich auf diese Vorteile aufgrund der Nörgelei gut verzichten könnte.

Generationsstreitigkeiten und Unterschiede sind sicherlich bei mehreren hier bekannt.

Unsere Großeltern sind im Alter zwischen 60 und 75, sprich einige Generationen älter als wir. Natürlich waren auch die Kindererziehung und Medizin eine ganz andere zur damaligen Zeit. Ich erinnere mich noch ganz gut, als meine vollgestillte Erstgeborene gerade mal vier Monate alt war, und meine Mutter sie mit Wasser zufüttern wollte.

Verdünnte Kuhmilch – das einzig Wahre?

Oder meine Großmutter, die meinte, verdünnte Kuhmilch ist das einzig Wahre. Natürlich sind wir alle groß geworden und sind glücklicherweise auch gesund! Aber nur weil es früher so geklappt hat, muss es heute auch noch so sein?

Ich gerate sehr oft, auch heute noch in Auseinandersetzungen mit ihnen, wobei mein Statement meistens nur lautet: „Heutzutage ist es einfach anders! Die Zeiten haben sich geändert.“Doch damit stoße ich nur auf Unverständnis und Kopfschütteln.

Es wäre natürlich voll in Ordnung für mich, wenn man mich auf ihr fundiertes Wissen hinweist und mir mit Rat und Tipps zur Seite steht. Allerdings gefällt es mir absolut nicht, meine Entscheidung zu ignorieren und ihren Kopf einfach hinter meinen Rücken durchzusetzen.

Wenn sich Großeltern in die Erziehung einmischen
(c)istock

Wie kommen die Großeltern bloß dazu?

Hier ein Beispiel: D. (meine zweite Tochter), hat mit sechs Monaten noch die Beikost verweigert und ich wollte sie auch diesbezüglich nicht stressen. Trotz Mitteilung an die Eltern, wird sie einfach zugefüttert in meiner Abwesenheit.

Lange Rede kurzer Sinn: Diese Streitigkeiten werden wohl nie aufhören.

Auch wenn ich oft meine Freundinnen beneide für Eltern, die sich nicht einmischen, bin ich verdammt froh, dass meine Töchter von den Großeltern so geliebt werden.

 

Auch wenn es heißt, dass ich mehr kontrollieren und überwachen muss (vielleicht bin ich auch zu engstirnig und überbesorgt), weiß ich, dass die es alle nur gut mit meinen Zwergen meinen.

Da hilft nur eins: Richtig verschnaufen, sich zigtausend Mal wiederholen und auf die ein oder andere Art und Weise dankbar sein.

 



EIN ARTIKEL VON
  • Katharina Zauner

    Ich bin zweifache Mädchen-Mama, seit 2015 glücklich verheiratet und lebe seit meiner Geburt in Wien. Meine Wurzeln sind aus der wunderschönen Insel Taiwan in Südostasien, wodurch auch meine Kinder trilingual erzogen werden. Als diplomierte Touristikkauffrau und selbstständige Pädagogin bin ich überzeugt von alternativ-pädagogischen Ansätzen.


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