Markus Stegmayr

Markus Stegmayr "Mein Tagebuch"

gespräche mit kindern - meinefamilie.at
14. Januar 2019

Wenn die Kommunikation mit Kindern misslingt


Damals gelang es noch. Eigentlich ständig. Man setzte sich zusammen, redete über Schule und Freunde, über Probleme und die schönen Dinge im Leben. Plötzlich schien diese Gesprächsgrundlage schwierig geworden zu sein. Durch die Launen der Tochter, durch ihre neu erworbene „Coolness“. Aber nicht nur sie war „schuld“. Auch wir. Wir ließen uns immer wieder zu leicht reizen und brachen das Gespräch vorzeitig ab. Als Selbstschutz sozusagen.

Zudem wusste sie immer genau, welche „Knöpfe“ sie drücken musste, um uns zur Weißglut zu bringen. Zugleich schien sie aber mit dieser Art der Nicht-Kommunikation nicht zufrieden zu sein. Man merkte, wie sie sich abmühte, damit die Kommunikation trotz allem gelang. Man merkte, dass sie eigentlich anders wollte, es aber zum Teil nicht konnte. Unsere Verhaltensmuster waren eingefahren, oft sah man sich selbst dabei zu, wie in einem Film.

Wie wieder kommunizieren?

Ein Aspekt ist bereits benannt: Die Verhaltensmuster. Alltag bedeutet auch „Verhärtung“. Verhärtung in dem Sinne, als dass sich gewisse Muster verfestigen und man aus diesen Mustern nicht so einfach „aussteigen“ kann. Selbst wenn man bemerkt, dass die immer gleichen Provokationen zu den immer gleichen Handlungen führen, ist es nicht leicht anders zu regieren.

Der Wechsel auf eine Meta-Ebene ist jedoch anzuraten. Man kann auch über das Sprechen sprechen und die Kommunikation untereinander zum Thema machen. Womöglich gelingt das besser an einem „neutralen“ Ort als an beispielsweise am Küchentisch, an dem es immer wieder zu Streit kommt.

Wichtig auch: Sich Zeit nehmen, wo eigentlich vermeintlich die Zeit fehlt. Die Hektik sollte vollkommen aus der Kommunikation verschwunden sein. Auch Alltagsprobleme werden nicht diskutiert. Es geht nicht um den Inhalt, sondern um die Form. Die Form der Gespräche selbst wird zum Gegenstand gemacht.

Das wird vielleicht nicht auf Anhieb gelingen. Es wird wohl mehrere „Sitzungen“ brauchen. Der Weg in die gelungene Kommunikation ist damit aber möglich.

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EIN ARTIKEL VON
  • Markus Stegmayr

    Als freier Journalist, Blogger und Hobby-Gastrosoph besteht mein Berufsalltag hauptsächlich aus lesen, schreiben, hören und essen. Mein Familienalltag bringt diesen Rahmen aber oft gehörig aus der Fassung. Genau darüber lohnt es sich aber wiederum zu schreiben!


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