Karl-Heinz Fleckenstein

Karl-Heinz Fleckenstein "Mein Tagebuch"

22. August 2018

Weisheit aus Kindermund


Teil 2/3 einer persönlichen Familiengeschichte

 

Als ich neulich unser Haus wieder einmal entrümpelte, fiel mir ein Heft aus dem Jahr 1989 in die Hand. Dort hatte ich Gespräche mit unseren Kindern Mirjam, Emmanuel und Elizabeth aufgeschrieben, die damals vier, fünf und sechs Jahre alt waren. Ich entdecke heute darin wahre Schätze und Weisheiten aus Kindermund, die ich  ihnen, liebe Eltern mit Kleinkindern von heute, nicht vorenthalten möchte.

 

Emmanuel: Papa, hat der Himmlische Vater die ganze Welt gebastelt?

Papa: Ja,  Emmanuel.

Emmanuel: Auch die Tiere, die Blumen, die Vögel, die Sterne, die Engel?

Papa: Alles hat der Himmlische Vater gebastelt.

Emmanuel: Aber Papa, warum hat der Himmlische Vater den Teufel gebastelt?

Papa: Weißt du Emmanuel, der himmlische Vater hatte nicht den Teufel gebastelt. Den hat er nämlich vorher als einen  wunderschönen Engel   mit Namen Luzifer gebastelt. Das heißt Lichtträger. So sehr hat er geleuchtet. Dann aber wurde er aber stolz und frech. Er wollte so groß und mächtig sein wie der himmlische Vater. Damit  hat er sich selbst   hässlich und böse   und zum Teufel  gemacht. Verstehst du das?

Emmanuel: Ja Papa. Deshalb wollen wir immer  den Himmlischen Vater lieb haben, weil er uns so lieb gebastelt hat.

 

Emmanuel: Papa wer hat Jesus gebastelt?

Papa: Er ist der Sohn des  Himmlischen Vaters.

Emmanuel: Und wer hat den Himmlischen Vater gebastelt?

Papa: Niemand. Er ist Gott und braucht nicht gebastelt zu werden.

Emmanuel: Also hat er sich selbst gebastelt. Und weil er allein war, hat er die Menschen gebastelt.

 

Elizabeth: Mama, ich möchte noch einmal zurück in den Bauch einer Frau und noch einmal geboren werden.

Mama: Warum Elizabeth?

Elizabeth: Weil ich von Maria, der Mama von Jesus, geboren werden möchte.

 

Mirjam: Papa,  wen liebst du mehr? Mich oder Jesus?

Papa: Ich liebe Jesus in dir, weil Jesus in dir lebt.

Mirjam: Das hab ich mir gedacht. Dann liebst du uns beide gleich.

 

Emmanuel: Papa, du und Jesus, ihr seid Zwillinge!

Papa: Warum Emmanuel?

Emmanuel: Weil du der Größte in unserer Familie bist und weil Jesus der Größte in der Welt ist.

 

Emmanuel war einige Zeit im Arbeitszimmer von Papa und hat gemalt.

Emmanuel: Papa, ich gehe jetzt raus und spiele mit den anderen Kindern.

Papa: O.K. mein Sohn.

Emmanuel: Wenn ich jetzt gehe, bist du nicht allein. Weißt

du warum?

Papa: Warum Emmanuel?

Emmanuel: Jesus ist mit dir!

 

Mama:  Elizabeth, warum lieben Papa und Mama unsere Kinder?

Elizabeth: Weil der Himmlische Vater Papa und Mama lieb gebastelt hat.

 

Emmanuel: Ich möchte mein Handtuch im Bad in der Mitte zwischen den Handtüchern von Mirjam und Elizabeth haben.

Mama: Warum Emmanuel?

Emmanuel: Damit Jesus in der Mitte sein kann. Damit Jesus in der Mitte ist, braucht man immer zwei.

 

 

Emmanuel: Papa, du bist Jesus. Mama ist Jesus. Elizabeth ist Jesus. Ich bin Jesus.

Papa: Stimmt Emmanuel.

Emmanuel: Dann sind wir wie Puppen im Marionettentheater. Jesus hält die Fäden vom Himmel aus und hilft uns gehen und alles machen.

Papa: Aber Jesus lässt uns auch frei. Zum Beispiel, wenn du deine Geschwister schlägst, dann will das Jesus nicht.

Emmanuel: Aber manchmal vergesse ich es, lieb zu sein.

Papa: Dann musst du laut oder in deinem Herzen rufen: „Jesus, hilf mir, gut zu sein!“ Und er wird dir helfen.

Emmanuel: Ja Papa, das will ich machen.

 

Mirjam: Wenn ich Angst habe und schlechte Träume habe, dann denke ich an Papa und Mama, wie sie sich an der Hand halten. Sofort ist meine Angst weg.

 

Mama fragt Elizabeth: Was bist du ohne Jesus?

Elizabeth: Ohne Jesus bin ich blind.

 

Elizabeth zu Papa, indem sie ihm eine Wolfspuppe zeigt: Papa, das ist ein heiliger Wolf.

Papa: Warum Elizabeth?

Elizabeth: Weil Jesus ihn erschaffen hat.

 

Emmanuel: Gell, Papa, wenn wir sterben, sind wir immer jung.

Papa: Ja Emmanuel, weil wir dann unsterblich sind.

Emmanuel: Dann sind wir immer schön, weil Jesus schön ist. Dann sind wir immer froh. Dann haben wir keine Schmerzen mehr. Dann können wir auch fliegen.

Papa: Emmanuel, woher weißt du das alles?

Emmanuel: Von Jesus.

 

Mirjam: Mama, wenn ich an den alten Bruder  Castelli von den Salesianern in Cremisan denke, der schon sehr alt und krank ist, dann sehe ich ihn ganz jung und schön.

Mama: Warum Mirjam?

Mirjam: Weil  er Jesus liebt.

 

Emmanuel: Du Papa, weißt du, was die Araber lernen müssen?

Papa: Was denn Emmanuel?

Emmanuel: Hebräisch!

Papa: Warum Emmanuel?

Emmanuel: Damit sie mit den Soldaten sprechen können. Dann haben sie keine Angst mehr voreinander und die Soldaten schießen nicht mehr auf die Araber.

 

Mirjam zeigt Papa ihren Rosenkranz im Auto auf dem Weg nach Jerusalem.

Mirjam: Du Papa, den Rosenkranz nehme ich immer mit mir.

Papa: Warum Mirjam?

Mirjam: Wen ich die Soldaten sehe, dann halte ich den Rosenkranz ganz fest und küsse Jesus auf dem Kreuz. Dann habe ich keine Angst mehr vor den Soldaten.

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EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


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