Karl-Heinz Fleckenstein

Karl-Heinz Fleckenstein "Mein Tagebuch"

16. April 2018

Weisheit aus Kindermund


Teil 1/3 einer persönlichen Familiengeschichte

 

Als ich neulich unser Haus wieder einmal entrümpelte, fiel mir ein Heft aus dem Jahr 1989 in die Hand. Dort hatte ich Gespräche mit unseren Kindern Mirjam, Emmanuel und Elizabeth aufgeschrieben, die damals vier, fünf und sechs Jahre alt waren. Ich entdecke heute darin wahre Schätze und Weisheiten aus Kindermund, die ich  ihnen, liebe Eltern mit Kleinkindern von heute, nicht vorenthalten möchte.

 

Mirjam: Papa, es ist gut, dass du Mama geheiratet hast.

Papa: Warum, Mirjam?

Mirjam: Weil ich sonst noch im Paradies wäre und nicht bei euch.


Emmanuel: Papa, muss ich alle lieben?

Papa: Ja, mein Sohn.

Emmanuel: Ich will alle lieben, auch die Bösen, damit sie gut werden. Deshalb will ich auch den Teufel lieben, damit er gut wird.

Papa: Aber der Teufel ist immer böse. Er kann nicht lieb werden.

Emmanuel: Dann will ich den Teufel nicht lieben.


Emmanuel: Papa, das Spielauto ist kaputt.

Papa: Alles geht kaputt auf dieser Welt.

Emmanuel: Gehen auch wir kaputt?

Papa: Wir gehen zu Jesus.

Emmanuel: Aha, wir sterben und gehen zu Jesus. Aber wir gehen nicht kaputt, weil wir Jesus sehen.


Emmanuel: Papa, ist der heilige Josef der Papa von Jesus?

Papa: Ja, Emmanuel.

Emmanuel: Und wer hat uns gebastelt?

Papa: Der himmlische Vater.

Emmanuel: Wer ist der himmlische Vater?

Papa: Gott.

Emmanuel: Ist dann der heilige Josef Gott?

Papa: Nein, Emmanuel! Der heilige Josef war für Jesus auf der Erde wie ein Vater. Er hat Geld verdient, damit Jesus Brot essen konnte, damit er Milch trinken konnte. Aber sein richtiger Vater ist der Himmlische Vater. Verstehst du das?

Emmanuel: Ja Papa.


Emmanuel: Papa, hat Jesus die Menschen gebastelt?

Papa: Ja, Emmanuel.

Emmanuel: Hat Jesus auch die Soldaten gebastelt?

Papa: Ja, Emmanuel. Auch die Soldaten.

Emmanuel: Hat Jesus bei den Soldaten etwas verkehrt gebastelt?

Papa: Jesus hat sie richtig gebastelt. Aber die Menschen sind frei. So wie du. Du kannst brav und gut sein, deine Schwestern lieben oder sie schlagen. Du kannst alle Spielsachen nur für dich haben wollen oder sie mit ihnen teilen.

Emmanuel: Warum gibt es Soldaten?

Papa: Weil die Menschen voreinander Angst haben, dass einer den andern schlägt oder ihm etwas wegnimmt.

Emmanuel: Sind die Soldaten Teufel?

Papa: Nein, Emmanuel. Sie müssen ihre Arbeit tun wie alle anderen Menschen.

Emmanuel: Warum haben die Soldaten Jesus geschlagen und gekreuzigt.

Papa: Weil Jesus zu ihnen gesagt hat, sie sollen einander lieben und dass sie nicht böse zueinander sein sollen. Das wollte die Menschen  nicht hören. Deshalb haben sie Jesus getötet.

  • War dieser Artikel für dich hilfreich/interessant?
  • Ja   Nein


EIN ARTIKEL VON
  • Karl-Heinz Fleckenstein

    Als ich das erste Mal 1981 eine Pilgergruppe ins Heilige Land führte, fand ich meine Ehefrau Louisa. Seit dieser Zeit führen wir gemeinsam Pilgergruppen auf die Spuren der Bibel. Als Theologe und Reiseleiter fand ich hier auch meine “wahre” Heimat.


    Zum Tagebuch des Autors

Jetzt kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

meinefamilie.at